FPÖ-Obmann vergleicht Ausländer mit "Motten"

14. Juli 2007, 18:24
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Zünftiger Auftakt mit "Andreas Hofer Lied" im "heiligen Land Tirol"

Innsbruck - Der 28. ordentliche Parteitag der FPÖ ist Samstag Vormittag im Congress Innsbruck eröffnet worden. Parteichef Heinz-Christian Strache, der sich erstmals der Wiederwahl stellt, wurde bei seinem Einzug in die Halle von einer Tiroler Musikkapelle und den Landesparteichefs begleitet. In seiner Begrüßung beschwor er einmal mehr die Geschlossenheit der Partei.

Der Obmann der Tiroler Freiheitlichen, die zuletzt mit internen Querelen aufgefallen waren, Gerald Hauser, sagte der "Islamisierung" im "heiligen Land Tirol" den Kampf an. Zu Einstimmung sangen die rund 450 Delegierten das "Andreas-Hofer-Lied", das am Vorabend mit den Gästen aus den anderen Bundesländern einstudiert wurde.

In seiner Begrüßungsrede spendete der Tiroler Landesparteichef dem Bundesparteiobmann Lob und gab als Ziel für die kommenden Wahlen "von Innsbruck" ausgehend 20 Prozent aus. In Tirol stehen 2008 Landtagswahlen an.

Strache vergleicht Ausländer mit "Motten"

FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache hat in Innsbruck einmal mehr eine Abstimmung in Südtirol über die "Rückkehr zur Heimatland" Österreich gefordert. Zum Aufwärmen hielt Strache in seiner anfangs mit Philosophen-Zitaten dekorierten Rede zunächst die Meinungs- und Redefreiheit hoch, wobei er Gefahr "von Links" ortete. So erregte er sich etwa über Subventionen für Sadomaso-Seminare. Nicht ausgelassen wurde das FPÖ-Hauptthema Zuwanderung. Strache verglich Ausländer unter anderem mit "vom Licht angezogenen Motten".

"Sozialpolitische Schweinereien"

Ausländer würden kräftig in den Sozialtopf greifen. Im Krankenhaus müsse man die Österreicher "mit der Lupe suchen", hier stimme "etwas nicht", so Strache. Die Sozialleistungen in Österreich würden Zuwanderer "wie das Licht die Motten anziehen". Der rot-schwarzen Regierung warf er "sozialpolitische Schweinereien" vor. So würden die Länder jährlich die Kosten für Asylwerber in Millionenhöhe tragen, weigern sich aber, die Pflegekosten zu übernehmen. Er warnte vor einer Islamisierung und der "dritten Türkenbelagerung", die es zu verhindern gelte und klagte über "Faschismus aus dem Islam" und "Rassismus von Zuwandern gegenüber Österreichern".

Für Südtirol forderte Strache lautstark eine Abstimmung über die Rückkehr zu Österreich. Die FPÖ verlange die "Landeseinheit Tirols" und "Selbstbestimmung" für Südtirol, so Strache, der sich überzeugt zeigte, dass sich die Südtiroler für die Rückkehr aussprechen würden.

"Katastrophale demokratische Entwicklungen"

Ausführlich beklagt wurden vom Parteichef "katastrophale demokratische Entwicklungen" und "Meinungsdiktate von Gutmenschen". Die Meinungsfreiheit sei "in Gefahr und in vielen Bereichen nicht vorhanden". Es gebe "Faschismus und Gewalt" und zwar "von der linken Seite", so Strache.

Während es Rufe nach einem Verbot von "sportlichen Aktivitäten" von Burschenschaftern gebe, würden blutige Spiele "mit scharfer Klinge" von Sadomasochisten subventioniert, empörte sich Strache und holte zu einem Rundumschlag gegen die Regierung aus. Die SPÖ habe Blutgruppe Null - "sie passt überall dazu und hinterlässt keine Spuren". Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und sein Vize Wilhelm Molterer würden sich ihre "Vorgaben bei der EU und der Weltbank holen", wogegen die FPÖ sich diese von der Bevölkerung hole.

Schutz vor Schnelligkeit der ÖVP

Für die kommende Landtagswahl in Tirol 2008 gab er das Ziel, die Absolute der ÖVP zu brechen, aus. "Das heilige Land Tirol müsse von der Scheinheiligkeit der ÖVP beschützt werden", so Strache, der die FPÖ bundesweit wieder zu einer 20-Prozent-Partei machen und künftig Verantwortung übernehmen wolle. Er verteidigte gleichzeitig die jüngst gegründete Rechtsaußen-Fraktion im EU-Parlament, denn nur gemeinsam könne man den "Globalisierungswahnsinn" verhindern: "Patrioten aller Länder, vereinigt euch", rief er.

Der letzte Parteitag, der in Innsbruck stattfand, war im Jahr 1986, als Jörg Haider (heute BZÖ) in einer turbulenten Sitzung zum FPÖ-Obmann gekürt wurde. Strache stellt sich heute erstmals seiner Wiederwahl, zu verteidigen hat er 90 Prozent. Auf die Ansprache eingestimmt hatten sich die Delegierten mit dem "Andreas-Hofer-Lied", der Tiroler Landeshymne, die der Tiroler FP-Obmann, Gerald Hauser, als "die heimliche Landeshymne" bezeichnete.

Angelobung der Volksanwälte verweigern

Im Ö1-"Journal zu Gast" schloss Strache nicht aus, dass die FPÖ in Kärnten Haider zum Landeshauptmann wiederwählen könnte. Wer bereit sei, inhaltlich eine ehrliche freiheitliche Politik mitzutragen, den werde die FPÖ unterstützen, sagte Strache. Das könnte auch Jörg Haider sein.

Bezüglich der neuen Volksanwälte, die am Dienstag vom Nationalrat gewählt werden, forderte der FPÖ-Chef Bundespräsident Heinz Fischer auf, die Angelobung zu verweigern. Das gelte nicht nur für die Grüne Kandidatin Terezija Stoisits, sondern auch für Peter Kostelka und Maria Fekter. Strache begründete dies damit, da seiner Auffassung nach die Wahl nicht verfassungskonform sei, weil die an Mandaten gleich starken Grünen eine Kandidatin nominieren durften, die FPÖ aber nicht. Er kündigte deshalb bereits eine Einwendungsdebatte an, die als Ziel habe, die Wahl am Dienstag von der Tagesordnung zu nehmen.(APA)

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