Michael Bünker neuer Evangelischer Bischof

Redaktion, 13. Juni 2007 19:18
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    Foto: apa/gmasz

    Michael Bünker

Im siebenten Wahlgang von Synode in Eisenstadt gewählt - Nachfolger für Herwig Sturm

Eisenstadt - Michael Bünker ist der neue evangelisch-lutherische Bischof. Der 52-jährige gebürtige Steirer ist von der Synode am Freitag in Eisenstadt im siebenten Wahlgang gewählt worden. Er tritt am 1. Jänner 2008 die Nachfolge von Herwig Sturm (65) an.

Der Wahl stellten sich insgesamt fünf männliche Kandidaten. Es bedurfte sieben Wahlgänge, bis mit Oberkirchenrat Bünker einer der Kandidaten die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreichte. Er wurde schließlich mit 38 von 56 abgegebenen Stimmen zum neuen Evangelischen Bischof gekürt.

Will ein politischer Bischof sein

Der neue evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker hat nach seiner Wahl Freitagabend in Eisenstadt sein Bild von einem Bischof gezeichnet: "So politisch, wie das Evangelium ist, muss der Bischof sein", weil auch die Kirche so politisch sein müsse, wenn sie ihrem Auftrag treu bleibe. Insofern sei auch der scheidende Bischof Herwig Sturm ein politischer Bischof, in dieser Weise werde auch er, Bünker, ein politischer Bischof sein.

Für evangelische Christen, gerade in der lutherischen Tradition, sei es nicht eine Voraussetzung, dass Politik christlich sein müsse, um gut zu sein. Auf Grund der Zwei-Reiche-Lehre und der damit verbundenen sozialethischen Grundausrichtung sei es Anliegen der evangelischen Kirche, für die Schwachen in der Gesellschaft einzutreten: "Dafür muss die Kirche ihre Stimme erheben, sei es gelegen oder ungelegen."

Die Kirche habe auch immer darauf zu drängen, dass eine gute, verlässliche Politik gemacht werde. Der Staat habe nicht die Aufgabe, über die Wahrheitsfragen zu entscheiden, "aber er hat für den Frieden und für die Gerechtigkeit unter den Menschen zu sorgen", so Bünker. Wenn es zu Problemen komme, dürfe die Kirche auch nicht schweigen.

Ein besonderes Anliegen sei ihm die Konzentration auf die Heilige Schrift. Die Evangelische Kirche sei gut beraten, wenn sie dies auch zu ihrem Markenzeichen mache: "Wir sind diejenigen, die mit dem Schriftprinzip ganz ausdrücklich festlegen wollen, dass wir unsere Kirche als die nach dem biblischen Zeugnis reformierte Kirche verstehen und auch immer wieder am biblischen Zeugnis festhalten."

Er könne sich gut vorstellen, dass der neu gewählte Bischof nach seinem Amtsantritt vielleicht auch zu einer öffentlichen Auseinandersetzung mit biblischen Themen einlädt, um zu entdecken, dass die Botschaft der Bibel hochaktuell sei, so Bünker: "Gerade in den sozialen Fragen können wir unendlich viel von der Bibel lernen."

Das gegenwärtige ökumenische Klima in Österreich bezeichnete der neu gewählte Bischof als "sehr gut und sehr vertrauensvoll", es sei in vielen Jahren des guten Zusammenarbeitens gewachsen. Viele in letzten Jahren geschehen Dinge wie das ökumenische Sozialwort seien Zeichen für ein ökumenisches Miteinander, von dem anderswo bestenfalls geträumt werden könne. Dies weiter zu pflegen und zu intensivieren, werde eine zukünftige Aufgabe sein.

Bischof Herwig Sturm sagte, er sei zuversichtlich dass die Botschaft einer Verantwortung für die Gesellschaft aus dem Evangelium in Österreich durch die Evangelische Kirche sicher weiterhin wahrgenommen werde. Auch er finde, dass die ökumenische Situation in Österreich "ein großes Geschenk" sei. In der Evangelischen Kirche selbst - gleichsam als dem "Haus des Bischofs" - habe Bünker "ganz große Zustimmung". Er selbst sei "hoch erfreut und motiviert". Der Tag habe ihm nicht Melancholie, sondern Kraft gegeben. (APA)

Rudolf Pesseg
03.06.2007 12:47
Gratuliere meiner Kirche..

zur gelungenen Wahl. Bin sehr erfreut über diese Entscheudung und wünsche Michael Bünker reichen Segen in seinem Amt.
Was ich absout nicht versteh ist allerdings, warum die Redaktion den Artikel unter
Politik/"International"/"Europa" versteckt.
Der österreichische Bischof lebt zwar in Europa hat aber in allererster Linie nationale Aufgaben und von Amts keine europäischen.
Ohne konkrete Suche hätt ich den Artikel sicher nie gefunden.

peripatos
04.06.2007 13:47
Für den Oberbegriff KIRCHE

ob lokal, europäisch oder die ganze Welt gemeint, hat halt der "Standard" keine gescheite Einordnung!

Mit Bünker hat Österreich wenigstens einen Oberhirten, der nicht so frömmelnd, pseudogelehrt und verklemmt ist wie der katholische Metropolit Wiens.

Jürgen Rembremerding
 
02.06.2007 11:05
Dazu ein wichtiges Statement:

http://www.youtube.com/watch?v=dc9Oklle6nQ

an kog
02.06.2007 15:35

Eine wirklich sehr nützliche Information. Für viele macht es auch die tieferliegende Problematik der Ökumene ein wenig klarer.

Stifter
02.06.2007 00:40
Gratulation!

Man kann der Evangelischen Kirche A. B. nur gratulieren - zu einer mutigen und inhatlich hervorragenden Personalentscheidung. Michael Bünker ist sicher der richtige Mann zur richtigen Zeit. Gerade angesichts des restaurativen Kurses der römisch-katholischen Kirche ist Bünker ein Signal für eine offene, reformorientierte und innovative Kirche. Ebenso wie der neue reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld ist Bünker Symbol für ein ein befreiendes Christentum!

Man kann den beiden Synoden nur zu ihren Personalentscheidungen gratulieren!

OS Gandalf
02.06.2007 20:26
Glückwunsch und viel Erfolg

Sagen wir so: es sind in beiden evangelischen Kirchen geistliche Politiker gewählt worden. Viel gute Aussenwirkung, hoffen wir, dass auch auf die eigene Kirche Bedacht genommen wird - zu viel Verbindlichkeit verträgt sich nicht mit Handschlagqualität.

grünspan2
01.06.2007 18:14
mit der antichristlichen Sehschwâche habe ich natürlich sofort Bischof Bunker folgt auf Sturm gelesen...

die Kirche wie immer konträr zum Leben:
denn erst in die Schutzräume mit der Orkanwarnung, dann das schwere Gewitter.... aber hier mischt ja der "Allmâchtige" mit

Rudolf Pesseg
03.06.2007 12:56
Zvü gsuffa ehhh???

Wenn der Bünker konträr zum Leben ist, dann lebst du in einer andern Welt.

de_ceteris
02.06.2007 18:55
bitte auch verschiedene christliche kirchen besser auseinanderhalten!

anti-katholische argumente ziehen bei andern christlichen kirchen nicht bzw. nicht immer!

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