Familienreferenten fordern "Kindergartenmilliarde"

2. Juli 2007, 16:17
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Landesfamilienkonferenz am Wörthersee - Unterstützung von Frauenministerin Bures und Gesundheitsministerin Kdolsky

Pörtschach - Die österreichische Landesfamilienkonferenz fordert vom Bund eine "Kindergartenmilliarde". Es müssten finanzielle Mittel zum qualitativen und quantitativen Ausbau von Betreuungsplätzen zur Verfügung gestellt werden, erklärten der Kärntner Familienreferent LHStv. Gerhard Dörfler und die Kärntner Sozialreferentin LHStv. Gaby Schaunig am Montag im Anschluss an die Konferenz im Kärntner Tourismusort Pörtschach am Wörthersee.

Familienreferenten und Fachbeamte aus allen österreichischen Bundesländern sowie Familienministerin Andrea Kdolsky befassten sich mit verschiedenen familienrelevanten Fragen. Dabei sei die Kinderbetreuung eines der wesentlichen Themen gewesen, sagte Dörfler. Beim Thema Betreuungsplätze im Vorschulalter habe man sich bewusst auf eine "offene" Formulierung ohne Festsetzung von Zahlen geeinigt, erklärte der Kärntner Familienlandesrat.

Unterstützung von Kdolsky und Bures

Und so sprechen die Familienreferenten in einer gemeinsamen Position von der Schaffung "bedarfgerechter, qualitativ hochwertiger, kindergerechter und Chancen fördernder" Betreuungsplätze. Sowohl Frauenministerin Doris Bures als auch Kdolsky hätten bereits ihre Zustimmung zu einer finanziellen Unterstützung signalisiert, erläuterte Schaunig.

Der Begriff der "Kindergartenmilliarde" stammt noch aus den Zeiten der Schilling-Währung und wurde damals auch umgesetzt. Mit 70 Millionen - diesmal in Euro - wäre Dörfler durchaus zufrieden, wobei die Hälfte davon noch in diesem Jahr fließen sollte. Immerhin könne sich Österreich auf Grund des Wirtschaftswachstums über ein erhöhtes Steueraufkommen freuen und habe damit auch mehr Mittel zur Verfügung, stellte der BZÖ-Politiker fest.

Familien- und kindgerechte Arbeitszeiten

Auch die Arbeitswelt war Thema der Familienreferenten. Die Unternehmen hätten eine gesellschaftliche Verantwortung und sollten demnach familien- und kindgerechte Arbeitszeiten festlegen, meinte Schaunig. Flexibilität sollte hier nicht nur eine häufig von Arbeitnehmern verlangte Qualität sein, sondern auch von Betrieben einfordert werden.

Die Landesfamilienkonferenz erneuerte auch ihre Forderung nach Elternkarenz für Pflegeeltern und verlangt für die Vermittlung von Frauen mit Betreuungspflichten eine Veränderung in der Beurteilung durch das AMS. Ein Stellenangebot sollte in solchen Fällen ohne finanzielle Folgen abgelehnt werden können, wenn es mit der Kinderbetreuung nicht vereinbar sei, erklärte Schaunig. (APA)

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