Besser als das übliche Fuchteln

31. Juli 2007, 18:52
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Alain Platels "Nine Finger" und andere Highlights bei ImPulsTanz im Sommer - Unter anderem zeigt Sidi Larbi Cherkaoui das Stück "Myth"

Noch einmal Alain Platel bei ImPulsTanz: mit dem Duett Nine Finger, das in Kooperation mit Fumiyo Ikeda und Benjamin Verdonck entstanden ist und im Jänner dieses Jahres uraufgeführt wurde.

In dieser Arbeit thematisieren die drei Künstler die Perversität des Krieges aus der Sicht des Kindersoldaten Agu auf Basis des Romans Beast of No Nation des nigerianischen Amerikaners Uzodinma Iweala.

Die Kritikerin und Platel-Spezialistin Renate Klett schreibt: "Bemerkenswert ist der unsentimentale, manchmal fast abstrakte Angang an die schrecklichen Geschichten. Wenn das Mikro rabiat über die Bühne getreten und auf die Haut geschlagen wird, oder krachend zu Boden fällt, ergibt das ein prägnanteres Abbild des Krieges, optisch wie akustisch, als das übliche Herumfuchteln mit Theatergewehren."

Diese Arbeit wird am 17. und 19. Juli im Wiener Schauspielhaus zu sehen sein.

Aus dem Stall von Les Ballets C. de la B. kommt auch Sidi Larbi Cherkaoui, der im Rahmen von ImPulsTanz mit dem Toneelhuis im Volkstheater am 24., 26. und 27. Juli das Stück Myth zeigen wird.

Die derzeit an der Berliner Volksbühne residierende amerikanische Choreografin Meg Stuart ist dem belgischen Tanz ebenfalls verbunden. Ihre Karriere hat vor 15 Jahren in Brüssel begonnen.

Sie gastiert mit drei Werken bei ImPulsTanz. It's not funny wird am 22. Juli im Volkstheater zu sehen sein, Blessed am 28. und 30. Juli im Kasino am Schwarzenbergplatz, und das Projekt Solos and Duets ist vom 1. bis zum 3. August im Semperdepot zu erleben.

Weitere Tipps: Das künstlerische Traumpaar Jonathan Burrows und Matteo Fargion zeigt drei Duette, und Christian Rizzo wird mit zwei Arbeiten anreisen. (Helmut Ploebst/ SPEZIAL/ DER STANDARD, Printausgabe, 31.05.2007)

  • Fumiyo Ikeda und (im Hintergrund) Benjamin Verdonck in "Nine Finger".
    foto: sorgeloos

    Fumiyo Ikeda und (im Hintergrund) Benjamin Verdonck in "Nine Finger".

  • Artikelbild
    foto: sorgeloos
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