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Die Welt, das Erbe, die Vermarktung

4. Juni 2007, 12:55
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Die Sehenswürdigkeiten der Unesco- Welterberegion Hallstatt – Dachstein/ Salzkammergut als touristische Hotspots

Die Entdeckung der Rieseneishöhle am Dachstein scheint mysteriös. Sie soll 1897 von einem gewissen Peter Gamsjäger, einem Hirten, auf der Suche nach abgängigem Vieh entdeckt worden sein – zumindest steht es so in der freien Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ geschrieben. „Davon höre ich zum ersten Mal“, gibt sich Höhlenforscher Hubert Trimml überrascht. „Das ist wahrscheinlich nur eine Legende, wie es sie häufiger gibt.“ Der Eingang der Höhle sei den Einheimischen schon lange bekannt gewesen, „nachdem es eine Vielzahl solcher Löcher im Dachstein gibt“. Tatsächlich zählt der Berg zu den höhlenreichsten Landschaften der Alpen.

Unbestritten ist jedenfalls die Bedeutung der Rieseneishöhle für die Forschung. „Es gibt hierzulande zwar eine ganze Menge Eishöhlen“, erklärt Trimml, „aber die Dachstein-Rieseneishöhle ist deswegen so herausragend, weil sie seit ihrer Entdeckung ein Zentrum für wissenschaftliche Untersuchungen ist.“ Bereits 1910 sei sie eingehend und seitdem immer wieder untersucht worden. Trimml, früher für die Abteilung für Karst- und Höhlenkunde des Naturhistorischen Museums Wien tätig, kommt auf einen weiteren wichtigen Aspekt zu sprechen: „Sie ist, zusammen mit der Mammuthöhle und der Koppenbrüllerhöhle, von großer Bedeutung für den Tourismus in der Region.“ Ihre Erschließung habe wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes Obertraun im Kern des Inneren Salzkammerguts beigetragen.

Um diese Touristenattraktion gebührend zu vermarkten, wurde 2005 eigens die Dachstein & Eishöhlen GmbH & Co KG (D & E) gegründet, an der die Österreichischen Bundesforste, Besitzer der Dachsteinhöhlen, mit fünfzig Prozent beteiligt sind. Durchschnittlich 120.000 Besucher ziehen die Höhlen pro Jahr an. Dementsprechend selbstbewusst meint Andreas Pangerl, Geschäftsführer der D & E: „Wir sind eine Allwetteralternative. Jeder Tourist, der in der Region unterwegs ist, kommt sicher einmal zu uns.“ Dennoch will man sich nicht auf den Erfolgen ausruhen: Bis 2008 werden die D & E-Mutter DachsteinTourismus AG, das Land Oberösterreich und die ÖBf mehr als zehn Millionen Euro in die Region investieren. „Neben der Verbesserung der Infrastruktur, etwa der Seilbahn, werden gemeinsam mit der Kunst-Uni Linz die Dachsteinhöhlen mit einer Klang- und Lichtinstallation inszeniert und sollen so in acht Etappen zu einem Natur- und Kunsterlebnis werden“, erzählt Pangerl. Das erklärte Ziel sei, nach der Modernisierung die Besucherzahl am Dachstein auf bis zu 150.000 pro Jahr zu steigern. Ebenso forciert werden soll die stärkere Auslastung bei Mehrtagesurlaubern, da man sich hier noch etwas Potenzial erhofft.

Auch oberirdisch spielt sich einiges ab. Seit Mai 2007 wird die 1997 von der Unesco mit dem Titel „historische Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut“ ausgezeichnete Weltnatur- und -kulturerberegion unter der Dachmarke „Dachsteinwelterbe“ beworben. „Es wird eine ganze Reihe von Projekten in der Region entwickelt“, erklärt Unesco-Koordinator Klaus Scherhaufer vom Amt der oberösterreichischen Landesregierung, „Infrastrukturprojekte, tourismusrelevante Projekte und Welterbeprojekte im engeren Sinn.“ Dafür wurde von der Landesregierung ein runder Tisch eingerichtet, dessen Zweck darin besteht, die Vorhaben zu bewerten, inhaltlich zu überprüfen und letztendlich finanziell zu unterstützen. So soll etwa ein Radweg von Bad Goisern entlang des Ostufers des Hallstättersees bis nach Obertraun in Kürze fertig gestellt werden.

  • Artikelbild
    foto: dachstein & eishöhlen gmbh&cokg
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