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Wo das Naturdenkmal rauscht

1. Juni 2007, 12:17
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Die Krimmler Wasserfälle – die höchsten Österreichs – locken jährlich tausende Besucher aus aller Welt in die Hohen Tauern

Wissenschaftliche Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass das Wasser förderlich für die Gesundheit ist.

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Wer Schönes sehen will, muss auch leiden können. Denn eine gewisse körperliche Kondition muss man schon mitbringen, wenn man die Krimmler Wasserfälle erleben möchte. Der Wanderweg, der sich entlang des Naturdenkmals inmitten der Region Hohe Tauern durch den Wald schlängelt, ist gut und gerne vier Kilometer lang. „Viele geben daher schon auf halbem Weg auf“, sagt Josef Mair, „aber wer durchhält, wird oben mit einer faszinierenden Aussicht belohnt.“

Heute Obmann der Sektion Warnsdorf im Österreichischen Alpenverein, stand Mair vor mehr als vierzig Jahren zum ersten Mal als junger Mann vor den Wasserfällen und war überwältigt. Heute ist er durch den Alpenverein direkt verantwortlich für den Wanderweg entlang der Wasserfälle. Erst durch das Engagement der Wanderer vom Alpenverein wurde das Gebiet vor etwas mehr als hundert Jahren für den Massentourismus erschlossen.

Besonders um die Zeit der Schneeschmelze herum, in den Sommermonaten Juni und Juli, schießen riesige Wassermengen vom Berg hinunter ins Tal. Fast vierhundert Meter beträgt die Höhendifferenz vom oberen Achental ans untere Ende der Wasserfälle. Das Wasser stammt aus der Krimmler Ache, einem Gletscherbach, der sich aus dreiundzwanzig Gletschern speist. Das macht das Wasser so klar. Und seit Jahrhunderten wird dem Wasser auch nachgesagt, es sei außergewöhnlich gesund. Besonders der feine Sprühnebel, der sich durch das zerstäubende Wasser bildet, hat’s den Lungenkranken und Asthmatikern angetan. Und nicht nur denen: Auch die Wissenschaft wollte erst jüngst wieder herausfinden, ob am immer wieder kolportierten positiven Effekt auf die Gesundheit tatsächlich etwas dran ist. Eine Gruppe um den Grazer Forscher Maximilian Moser ging negativ geladenen Luftionen auf die Spur. Die Wissenschafter fanden heraus, dass sich Menschen in der Nähe der Wasserfälle nicht nur sehr viel wohler fühlen – sondern auch, dass der Sprühnebel offenbar dem Herz gut tut.

Schön, gesund und naturnah sind die Eigenschaften der Krimmler Wasserfälle, die den stetigen Zustrom an Touristen quasi garantieren. Und sie kommen aus aller Welt, erzählt Alpenvereins-Obmann Mair nicht ohne Stolz: aus Indien, Russland, aus Japan. Für den Tourismus haben die Wasserfälle daher eine überragende Bedeutung. „Sie sind unser Markenzeichen“, meint auch der Krimmler Bürgermeister Erich Czerny, „da steckt viel Potenzial drin.“ Mit Einschränkungen freilich, denn viele der Gäste bleiben nur für einen Tag und schauen sich den kleinen Ort überhaupt nicht an. Von selbst geht nichts, und so hat die Gemeinde ihre Mühe, auch an der Bekanntheit der Wasserfälle teilzuhaben, die schließlich nach Krimml benannt sind. Mit Märkten und Bummelzügen für Touristen versucht der Ort die Touristen zu locken, „mit Erfolg“, sagt Czerny.

Für die gesamte Region allerdings sind die Wasserfälle ein gutes Geschäft. Immerhin wollen mehr als 400.000 Menschen jährlich das Naturschauspiel erleben. „Es ist ja auch eine Prestigefrage, dass wir für so eine Schönheit verantwortlich sind“, sagt Michael Gehwolf sehr ernst. Er ist im ÖBf- Forstbetrieb Pinzgau für die Bewirtschaftung der Grundstücke rund um die Wasserfälle zuständig. Keine leichte Aufgabe, wie er meint: „Das Gelände ist sehr hügelig, und wir sind im Hochgebirge. Da muss man sehr sensibel umgehen mit der Natur.“ Bei mehreren hunderttausend Besuchern jährlich braucht es da eine gehörige Portion Engagement, um das Naturdenkmal zu erhalten. Gehwolf macht’s gerne, sagt er, „es duftet hier immer so nach Frische. Und nicht jeder hat so einen Schatz vor der Haustüre“.

Der Verantwortung für die Wasserfälle seien sich die ÖBf voll bewusst, sagt Gehwolf. Daher werde das Gebiet auch nicht wirtschaftlich genutzt. Schon zum Ende des vorigen Jahrhunderts hin hatten sich findige Geschäftsleute um eine Erlaubnis bemüht, die Kraft des Wassers in elektrischen Strom zu verwandeln. Vergeblich freilich: der Tourismus ging vor. Dass das Wasser vorwiegend in den Sommermonaten so massig fließt und die Wasserfälle im Winter dafür teilweise vereisen, machte das Geschäft letztlich unattraktiv. Für die Touristen ist das natürlich ein Glücksfall: Die Krimmler Wasserfälle sind heute noch so natürlich wie vor hundert Jahren – und nicht zuletzt deshalb so schön. Das wird auch so bleiben. Nur der Aufstieg, der ist eben beschwerlich. (Jens Lang)

WEGWEISER

Lebenselement


Die ÖBf hüten zwei Schätze, denn gesunder Wald und sauberes Wasser gehören zusammen. Höchst unterschiedlich sind die Formen, in denen die Gesellschaft und das Unternehmen vom Wasser(kreislauf) profitieren: Quell- und Brunnenwasser als Lebensmittel und Brauchwasser, Bäche, Flüsse und Seen als Fischereireviere, Triebwasser zur Erzeugung erneuerbarer Energie, Wasserfälle und vom Wasser geschaffene Höhlen als Tourismusmagnete. Je besser die Speicherwirkung des Waldes ist und je naturnäher die Wasserläufe sind, desto weniger zerstörerische Wirkung kann das Wasser entfalten.
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