Hannover Rück verkauft US-Tochter

1. Juli 2007, 17:27
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Australische QBE übernimmt Praetorian für mehr als 800 Millionen Dollar

Hannover - Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat den Verkauf seiner US-Tochter Praetorian an den australischen Versicherer QBE abgeschlossen. Für etwas mehr als 800 Mio. US-Dollar (595 Mio. Euro) habe QBE zum 31. Mai alle Anteile an dem Spezial-Erstversicherer übernommen, teilte die Hannover Rück am Freitag mit.

Die beiden Unternehmen hatten bereits im Dezember den Verkauf vereinbart. Hannover-Rück-Chef Wilhelm Zeller bekräftigte, den entfallenden Praetorian-Gewinn von 40 Mio. Euro werde der Rückversicherer in diesem Jahr voll ausgleichen können. Die Hannover Rück wolle sich nun auf ihr Kerngeschäft Rückversicherung konzentrieren.

Kapital für neue Märkte

Das durch den Verkauf frei gewordene Risikokapital - etwa 600 Mio. Euro - will die Hannover Rück in der Schaden- und in der Personen-Rückversicherung gewinnbringend einsetzen. So könnten neue Märkte etwa in Zentral- und Osteuropa erschlossen werden, sagte Zeller. Die zur Talanx-Gruppe gehörende Hannover Rück hatte im März vergangenen Jahres ihr Erstversicherungsgeschäft in den USA umgebaut und dazu Praetorian gegründet. Auf diese Tochter wurde das gesamte Spezialgeschäft gebündelt - etwa die Versicherung von Kunstsammlungen, Haustieren, Kfz für unerfahrene Autofahrer oder Tattoo-Studios.

Das restliche Geschäft wie Kfz- und Hausratversicherungen blieb bei Clarendon, die die Hannover Rück 1999 erworben hatte. Clarendon wickle derzeit die bestehenden Verträge ab, sagte eine Sprecherin der Hannover Rück. Neues Geschäft generiere Clarendon nicht. Denkbar sei ein Verkauf der US-Tochter, fügte die Sprecherin hinzu. Es habe zwei Angebote gegeben, die aber nicht ausreichend gewesen seien.

QBE, der nach Prämienvolumen größte australische Versicherer, übernahm neben Praetorian auch die Winterthur US, die Tochter der Schweizer Winterthur Versicherung. Insgesamt zahlte QBE nach eigenen Angaben für beide Übernahmen 2,5 Mrd. australische Dollar (1,54 Mrd. Euro). (APA/Reuters)

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