Mit 84 schafft Peres doch noch einen Sieg

Redaktion, 4. Juli 2007, 17:21

Knesset wählte bisherigen Vizepremier zum neuen Präsidenten - Gegenkandidaten verzichteten auf weitere Abstimmung

Mit fast 84 Jahren hat Shimon Peres nun doch endlich zum ersten Mal eine Wahl gewonnen und wird im Juli als Staatspräsident angelobt werden. Israels bekanntester Politiker stand schneller als erwartet als Sieger fest, da seine beiden Rivalen schon nach dem ersten Wahlgang ihre Kandidatur zurückzogen. In den zweiten Wahlgang, der laut Gesetz dennoch nötig war, zog Peres dann allein und bekam 86 der 120 Stimmen.

Der bisherige Vizepremier Peres war der Favorit gewesen, den sich laut Umfragen 60 Prozent der Israelis als Staatsoberhaupt wünschten. Weil aber in Israel der Präsident nicht vom Volk, sondern vom Parlament gewählt wird, war der Ausgang bis zuletzt ungewiss - vor sieben Jahren hatte Peres aus ähnlich guter Position schließlich gegen Moshe Katzav verloren. Nach dem ersten Wahlgang war aber der Trend klar: Peres bekam 58 Stimmen, nur um drei weniger als die absolute Mehrheit.

Für den gefährlichsten Gegenkandidaten, Reuven Rivlin, stimmten 37 Abgeordnete und für Colette Avital von der Arbeiterpartei 21. Avital warf sofort das Handtuch, und wenig später bat Rivlin mit tränenerstickter Stimme "alle Abgeordneten, Shimon Peres zum Präsidenten zu wählen". Premier Ehud Olmert erlebte damit die doppelte Genugtuung, mit Peres den Kandidaten seiner Kadima-Partei durchgebracht und zugleich einen möglichen parteiinternen Konkurrenten auf einem Ehrenposten neutralisiert zu haben.

Auch die Wahl des neuen Vorsitzenden der Arbeiterpartei am Dienstag ist letztlich so ausgegangen, wie Olmert es sich wünschen musste. Für den Premier wird Ehud Barak ein bequemerer Partner sein, als dessen Gegner bei der Stichwahl, Ami Ayalon, es gewesen wäre. Die ersten Hochrechnungen hatten noch einen hauchdünnen Abstand ergeben, am Ende gewann Barak dann aber mit 52 Prozent der Stimmen. Der bisherige Parteichef Amir Peretz war schon vor zwei Wochen in der ersten Runde ausgeschieden. Im Wahlkampf hatte der 65-jährige Barak zu verstehen gegeben, dass er aus seinen Fehlern gelernt habe.

Dies sei "der Beginn unserer Mission, das Vertrauen des Volkes in seine Führer zu reparieren", sagte Barak in seiner Siegesrede in Anspielung auf den angeschlagenen Olmert. Barak, der als brillant, aber auch arrogant gilt, war von 1999 bis 2001 Premierminister. Er ordnete den Rückzug aus dem Libanon an und verhandelte in Camp David mit dem damaligen Palästinenserpräsidenten Yassir Arafat. Kurz darauf brach die zweite Intifada aus, und Barak erlitt ein Wahldebakel gegen Likud-Chef Ariel Sharon. (Ben Segenreich aus Jerusalem/DER STANDARD, Printausgabe, 14.6.2007)

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paradox

in israel ist ein friedensnobelpreisträger präsident!
ich werd mir das heute abend bei den nachrichten immer wieder laut vorsagen.

vielleicht sollte man jüngeren menschen die chance geben etwas zu ändern. jungen frischen elan in das ganze bringen. so 50jährige. die nach dem krieg geboren sind...

Da hab' ich noch Zeit!

Manchmal, so im Kämmerlein in mir, frage ich mich:

Die machen den Job so gerne, dass jede Bezahlung unnötg ist. Sonst gingen diese Leute doch mit 53 in Pension.

Macht jeder Eisenbahner, wenn er nicht schon früher wegen Krankheit (Zuggeräusche-Alergie), den Ruhestand länger als die Aktivzeit genießt.

Nach verlorenen Jahren...

... könnte doch wieder ein Friednesprozess in Nahost einsetzen. Bill Clinton war nah dran, Peres und Arafat zur gemeinsamen Lösung zu bewegen. GW Bush hat aber das ganze Friendensprojekt völlig versch...en! Vorbedingung für Frieden in Nahost ist ein US-Präsident mit Clinton Format und halbwegs vernünftige Politiker in Israel und - davon sind wir z zt dank Bush und Scharon meilenweit entfernt - in den Palestinänsergebieten. Das Pulverfass das GW Bush und co. angezündet haben ist nur langfristig wieder zu löschen. Danach kann man wieder dort ansetzten woran man in Camp David nur knapp gescheitert ist. Die EU hat leider zuwenig außenpolitisches Gewicht um ernsthaft mitzugestalten...

und er ist der cousin von Lauren Bacall (geborene Weinstein Perske)!

die welt ist klein ;o)

In den zweiten Wahlgang, der laut Gesetz dennoch nötig war, zog Peres dann allein und bekam 86 der 120 Stimmen.


86 von 120 wählten den einzigen Kandidaten!
Also wenn das kein Vertrauensbeweis ist ...


Erinnert mich an die Wahl in USA Ashcroft gegen einen, der ein paar Tage vorher verstorben war.
Die Menschen wählten trotzdem den Toten.

"86 von 120 wählten den einzigen Kandidaten!"

und was hat das mit Lauren Bacall zu tun?

wieso rote Stricherl?

ist doch eine interessante Information

manche können einfach nicht widerstehen, wenn Sie meinen namen lesen (unabhängig vom inhalt) ;o)

Ja die Welt ist klein. Am Ende sind wir zwei auch noch verwandt.

Er hat es sich redlich verdient.

Eine großartige Persönlichkeit.

schließe mich an.

...aber ein bisserl alt für so ein Amt

oder?

Nein. Ein Präsident braucht meiner Meinung nach Erfahrung und Weißheit, da er als Mentor und "Hüter" der Verfassung auftritt.

Bei einem Regierungschef der handeln und umsetzten muss, mag das was anderes sein.

vielleicht wäre ein jüngerer in diesem gebiet (geografisch) besser aufgehoben. nicht jemand der den krieg erlebt hat um etwas zu ändern.

In Israel hat jeder schon einen Krieg erlebt. Man müsste schon ein Baby zum Präsidenten wählen, wenn man ihren Wunsch berücksichtigen würde:
1948 Unabhängigkeitskrieg
1956 Suez Krise
1967 6 Tage Krieg
1973 Jom Kipur Krieg
1982 Libanonkrieg
1991 Golfkrieg
2006 Libanonkrieg Vol 2
Intifada Teil 1: 1987 - 1993
Intifada Teil 2: Seit 2000

Gratulation

für Shimon Peres ,daß er es endlich geschafft hat. Wünsche ihn und Israel das er es gut durch die nächsten sieben Jahre bringen wird.
Das Niveau der meisten Kommentare zeigt deutlich wie niedrig "tiaf" der politische Diskurs bei uns angesiedelt ist.

Ihrer Meinung über das Niveau kann ich mich nicht anschliessen. Man sieht immer wieder qualitativ hochwertige Artikel. Ihre Pauschalisierung im Sinne einer "Mehrheit" ist abzulehnen.

Auch das die Knesset das höchste Amt bestimmt finde ich fragwürdig. Da gefällt mir die direkte Wahl schon mehr.

Der wird bis 90 regieren....

haben's keinen älteren gefunden?

Leider nicht, ...

... denn Heesters, Ratzinger und Andreotti haben abgesagt.

prinz phillip wurde gar nicht gefragt?

Shas,

... guter Name für eine ultrareligiöse Partei.

... da weiß ma endlich einmal, was man wählt

Nun ja, die Knesset hat ihn ja bestimmt - er wurde nicht direkt gewählt.

in israel habens nur eine shas partei, in ö gleich fünf.

Fünf, wieso fünf????

Ah, verstehe: Sie meinen die drei ÖVP-Bünde: Bauernbund, Wirtschaftsbund, ÖAAB und dann noch FPÖ und BZÖ dazu - okay, das sind fünf Schasparteien in Österreich - Sie haben recht!!!

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