"Google Gears:" Klare Kampfansage in Richtung Microsoft

19. September 2007, 18:30
12 Postings

Anbieter stellt seine Web-Services auch für das Offline-Arbeiten am Computer bereit - Software soll als Open-Source bereit gestellt werden

Der USA-Internetkonzern Google hat eine neue Software entwickelt, die NutzerInnen das Arbeiten am Computer auch offline ermöglichen soll und damit eine klare Kampfansage in Richtung Microsoft bedeutet. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, soll es das neue System namens Google Gears etwa ermöglichen, E-Mails im Flugzeug zu bearbeiten, ohne online zu gehen.

Google Gears

Doch Google Gears ist natürlich wesentlich mehr als nur das Offline-Bearbeiten von Mails. Konkret geht es darum, dass die Web-basierenden Büro-Applikationen und damit die direkten Office-Konkurrenten nun nicht nur Online, sondern eben auch offline genutzt werden können. Mit den Google-Tools stellt das Unternehmen ein Set von Entwicklerwerkzeugen bereit, die allen ProgrammiererInnen frei zur Verfügung stehen, ob diese nun für Google arbeiten oder nicht und es so ermöglichen sollen, dass die web-basierenden Anwendungen offline genutzt werden können.

Open-Source

Die neue Softwaretechnologie soll als Open-Source zur Verfügung gestellt werden, so dass Entwickler sie in eigenen Produkten verwenden und modifizieren können. Mit Gears können somit sowohl Google-Produkte und Dienste wie auch Programme von unabhängigen Softwareherstellern genutzt werden. Microsoft hat mit dem System "Groove" bereits eine Technologie entwickelt, die es Nutzern erlaubt, offline zu arbeiten. Allerdings war der Konzern bisher zurückhaltend, bereits bestehende Produkte gleichermaßen für die On- wie auch Offline-Nutzung anzubieten.

Developer Day

Rund um den Globus fanden am Google Developer Day 2007 zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen statt, bei denen Google seiner EntwicklerInnen-Community einiges Neues zu bieten hatte. Google gehört zu den prominentesten Vertretern eines neuen Computing-Ansatzes, der davon ausgeht, dass Web-Applikationen schneller entwickelt und besser zusammen verbunden werden können, als dies in der Offline-Welt möglich ist. "Es ist ein komplett anderes Modell", so Googles CEO Eric Schmidt in einem Interview. "Die Geschwindigkeit mit der man Applikationen erstellen kann, ist um ein Vielfaches höher, vor allem auch weil die Komponenten so schnell und gut zusammengefasst werden können."

Anti-Microsoft-Front

Was den Softwarekonzern Microsoft wohl am meisten ärgern dürfte, ist die Tatsache, dass Google einige weitere prominente Unternehmen auf seine Seite bringen konnte. So wollen auch die Microsoft-Rivalen Adobe und Mozilla, die Unternehmen hinter dem Photoshop beziehungsweise dem Browser Firefox die neue Technologie einsetzen. (APA/Reuters/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.