
Industriellen-Generalsekretär Markus Beyrer: Hält die Ausländerpolitik der ÖVP für zu restriktiv und wünscht sich ein fremdenfreundlicheres Klima im Land
Wien - Es ist ein Satz, der so auch von einem Grünen stammen könnte: "Es ist schädlich, wenn in der Gesellschaft eine Stimmung herrscht, die Menschen, die zu uns wollen, das Gefühl gibt, dass sie nicht willkommen sind", sagt Markus Beyrer im Standard-Gespräch, "und wir sind über keine Aussage froh, die ein solches Klima begünstigen."
Missethon forderte "Zuwanderungsstopp"
Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) spricht es zwar nicht offen aus, aber seine Worte richten sich auch gegen jene Exponenten der Volkspartei, die zuletzt einen scharfen Kurs in der Ausländerpolitik propagiert haben - allen voran ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon. Dieser hatte zuletzt einen "Zuwanderungsstopp" verlangt und davor gewarnt, dass wir "irgendwann türkisch sein werden".
Österreich war immer ein Zuwanderungsland
Er löste damit eine heftige Debatte innerhalb seiner Partei aus. Der Wirtschaftsflügel opponierte prompt gegen den "Sicherheitsflügel", also jene, die das Thema Migration "in der Vergangenheit zu sehr aus der Sicherheitsperspektive diskutiert" haben, wie Wirtschaftsbund-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner es formuliert. ÖVP-Chef Wilhelm Molterer (ÖVP) erteilt dem Wunsch des ÖVP-Wirtschaftsflügels nach einem Kurswechsel in der Ausländerpolitik eine kühle Abfuhr. "Die Wirtschaft kann Wünsche äußern, aber nicht alleine die VP-Politik bestimmen". "Österreich war immer ein Zuwanderungsland und ist eines. Das sollte man nicht leugnen, sondern aktiv und positiv damit umgehen", lautet die Antwort Beyrers.
Wie mit Ausländer umgehen - das ist nicht das einzige Thema, bei der die Industrievertreter vom Schwarzenbergplatz ihre ideologischen Vettern in der ÖVP-Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse derzeit alt aussehen lassen. Auch beim Thema Kindergeld hat die IV die ÖVP - je nach Standort des Betrachters - links überholt. In seltener Allianz mit der Arbeiterkammer (und der SPÖ und den Grünen) verlangt sie beharrlich eine weitere Flexibilisierung über jene hinaus, die im Koalitionsübereinkommen ohnehin verankert ist.
Neue Allianzen
Auch beim zweiten ideologisch heiß umkämpften Thema, der Schule, ist die Industrie nicht auf ÖVP-, sondern auf Rot-Grün-Linie. Im Gegensatz zu Missethon und ÖVP-Chef Wilhelm Molterer zählt sie zu den Verfechtern eines verpflichtendes Vorschuljahres.
Verantwortlich für diese Entwicklung dürfte nicht nur Beyrer sein. Der Wirtschaftskämmerer startete seine Karriere als wirtschaftspolitischer Berater Wolfgang Schüssels und werkt seit August 2004 als Generalsekretär der IV. Auch die Handschrift von Christian Friesl, ehemals Präsident der Katholischen Aktion, seit 2001 für die gesellschaftspolitische Ausrichtung der IV zuständig, ist erkennbar. Friesl organisiert die "IV-Fokusgruppen", die jeweils unter der Ägide eines prominenten Industriellen neue Positionen zum Thema Schule und Migration erarbeiten. Als nächstes steht das Thema Universität an - geleitet wird sie von OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer.
IV versucht Image wieder aufzupolieren
Sachdebatte vor parteipolitischem Geplänkel - mit dieser Strategie versucht die IV ihr Image wieder aufzupolieren.
Unter Schwarz-Blau machten die Herren (Damen sind noch in der Minderzahl) vor allem mit ihrer Förderung für die Homepage des Finanzministers Karl-Heinz Grasser von sich reden. Dieses Kapitel hat sich inzwischen erledigt. karlheinzgrasser.at ist seit Kurzem offline. (Barbara Tóth\DER STANDARD Printausgabe 31.5.2007)
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Jaja, das hatten wir schon alles mal. Wir stellen unsere Wünsche als Fakten dar, damit sie Fakt werden - frei nach Schopenhauer. Zu dumm, daß es nicht klappt.
Ob Österreich ein Zuwanderungsland ist oder nicht, ist nicht gottgegeben und beruht auch nicht auf Naturgesetzen, sondern auf politischem Willen. Somit ist die Behauptung, es wäre grundsätzlich eines, sinnlos. Die Situation kann alle paar Jahre geändert werden, sie ist nicht festgeschrieben.
Nun, ich gehe jetzt in meine Küche und verkünde, daß sie eine Palatschinkenküche wäre. Da muß ich dann natürlich auch Palatschinken machen. QED.
oder am Kuechenboden. Schlussendlich ist es auch nicht gottgewollt oder naturgegeben, dass es Oesterreich gibt. Oder Palatschinken.
Aber wenn sich dieses kotlettfoermige Land einfach frech in der Mitte Europas platziert und dann glaubt, es kann alle Schotten dicht machen und "Keiner da!" schreien, dann braucht es sich auch nicht zu wundern, wenn es in Teufels Kueche kommt. Ob da dann Palatschinken gekocht werden, weiss ich nicht. Der Herr Beyrer hat schon recht: Oesterreich ist ein Zuwanderungsland und das schon seit laengerem und das wird es hoffentlich auch bleiben, weil - und jetzt kommt's - Migration soll angeblich auch Vorteile haben. Palatschinken kommen naemlich aus dem Ausland.
führungskräfte fallen sowieso nicht in die quotenregelung.internationale konzerne wie unilever und coke holen ohne probleme ausländ. topleute ins land,wie sie sie benötigen.und der staat macht keine probleme,denn diese führungskräfte zahlen mehr steuern im jahr als ein einfacher arbeiter in seinem leben.
Gleichzeitig reisen 50000-60000 Personen aus, sodaß wir eine Nettozuwanderung von 40000-70000 Personen haben.
Von den 100000-120000 Einwanderen erfüllen allerdings nur 1000 - 5000 Personen die Bedürfnisse des Arbeismarktes.
Bei 100000-120000 Einreisenden von hartem Fremdenrecht zu sprechen ist falsch.
Alles hier nachzulesen:
http://www.diepresse.com/home/impo... elChannel=
Wenn Österreich ein Zuwanderungsland ist, und meiner Meinung nach ist es eines, dann sollten wir uns an Ländern wie Kanada oder Australien ein Beispiel nehmen und nur jene nach einem klaren Punktesystem einwandern lassen, die Österreich nicht zur Last fallen sondern nutzen.
Und bei diesen System geht es nicht ohne Sprachkenntnisse und Ausbildung.
Diejenigen die sich über die österreichen Hürden bei der Einwanderung aufregen sollten mal versuchen in Kanada, Australien oder Neuseeland einzuwandern.
Ab 40 gilt man aus der Sicht der Unternehmen als "zu alt" für den Arbeitsmarkt.
Mit arbeiten bis 80 wird´s nix werden.
Es ist von seitens der Wirtschaft nicht einmal gewünscht, dass die Leute bis 60 arbeiten.
Probieren Sie einmal sich mit 45 oder gar 50 Jahren (auch wenn sie noch so eine tolle Fachkraft sind) irgendwo zu bewerben. Dann ernten Sie nichtmal ein hysterisches Lachen.
Es ist eher so, dass die Wirtschaftsvertreter alle 10 Jahre einen kompletten Austausch der Arbeitnehmerschaft fordern werden (wir brauche junge und billige "Fachkräfte").
Die vorher "händeringend" gesuchten ausländischen Fachkräfte werden "freigesetzt" und durch einen neuen Schub jüngerer und billigerer Fachkräfte ersetzt.
sie haben recht, was die situation heute angeht.
aber die zeiten ändern sich, die geburtenstarken jahrgänge gehen nach und nach in pension.
der arbeitskräftemangel wird kommen, so sicher wie das amen im gebeht. dann gibt es tatsächlich nur zwei mögliche alternativen:
wesentlich länger arbeiten als wir es uns heute überhaupt vorstellen können oder arbeitskräfte massiv importieren wie in den 70ern.
ich bin für letzteres.
Woher nehmen Sie die Sicherheit des prognostizierten Arbeitskräftemangels?
Ich sehe den auch mittelfristig nicht (und Prognosen auf 30 jahre u. mehr sind wirklich nicht seriös)
Vollzeitäquivalente nehmen immer noch ab, Produktion benötigt immer weniger Arbeitskräfte bzw. wird ausgelagert.
Da drängt sich schon der Zynismus des 'Mangement Quatscher' auf: wieviele 'top saler' und 'coaches' braucht es wirklich?
verzeihen sie schon, wenn ich das so deutlich sage, aber das ist völliger topfen!
schauen sie sich doch die alterspyramide österreichs an!
das bevölkerungsreichste segment ist heute mitte bis ende 40! die gehen voraussichtlich innerhalb der nächsten 15 jahre in pension!
und ja, der produktionssektor ist rückläufig und ja, der dienstleistungssektor wird immer wichtiger!
und das ist auch gut so, denn wenn es anders wäre, hätten wir zwar vielleicht keinen arbeitskräftemangel aber dafür würde das pensionssystem kollabieren.
1. Die Experten prognostizieren seit Mitte der 70iger Jahre einen Arbeitskräftemangel. Bis jetzt ist leider nie eingetreten.
2. Die Experten schießen weiter Studien aus ihren Forschungsinstituten nach denen im Jahr 2005, 2010, 2012, 2015, 2020, 2025, 2030 Arbeitskräftemangel eintreten soll bzw. schon eintreten hätte sollen.
Die Hoffnung mit dem Dienstleistungssektor (wir werden alle hochqualifzierte und gut verdienende Berater/Manager/Coaches/IT-Experten/Finanzberater/Marketingexperten/Logistikfachkräfte/...) erfüllt sich leider nicht, da der Großteil der im Dienstleistungssektor angebotenen Jobs aus mies bezahlten Teilzeitarbeitsplätzen im Bereich Reinigung, Leiharbeit, Handel, ... besteht.
Dass der Arbeitkräftemangel "unmittelbar bevorsteht" wird von den Experten seit über 30 Jahren verkündet.
Langsam müßte er wirklich mal eintreten.
Aktuellste Prognose der Wirtschafts- Arbeitsmarkt- und Migrationsexperten für den unmittelbar vor der Tür stehenden Arbeitskräftemangel ist übrigens das Jahr 2030. Im Jahr 2030 soll er angeblich wirklich da sein. Der Arbeitskräftemangel.
Nach einer Prognose aus dem Jahr 2001 hätte der Arbeitskräftemangel schon im Jahr 2005 eintreten sollen. Aber ich will ja nicht kleinlich sein.
Auch für die Jahre 2012, 2015 und 2020 gab es Prognosen über den zu diesen Zeitpunkten "ganz sicher" bestehenden "enormen" Arbeitskräftemangel.
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