Österreich als "Pilotland" bei Mehrwertsteuer

10. Juli 2007, 14:53
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Ringen um Einigung vor EU-Ministerrat

Brüssel – Österreich könnte im Rahmen eines Pilotprojektes der EU schon bald ein neues Mehrwertsteuersystem bekommen. Um den Mehrwertsteuerbetrug einzudämmen, fordern Deutschland und Österreich seit Jahren die Einführung des "Reverse-Charge-Modells", bei dem Unternehmen einander keine Mehrwertsteuer mehr verrechnen und diese erst beim Endverbraucher fällig wird. Die Einführung scheiterte am Veto einiger Staaten wie Großbritannien und Frankreich, die noch mehr bürokratische Hürden befürchten. Österreich könnte nun in einem "Großversuch" das Modell einführen, und von den Ergebnissen würde es dann abhängen, ob auch andere Länder ihr System umstellen, verlautete aus Diplomatenkreisen. Entsprechende Verhandlungen der EU-Botschafter waren zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht zu Ende.

Deutschland könnte im Gegenzug seine Blockade des restlichen Mehrwertsteuerpaketes aufgeben. Dieses sieht beispielsweise vor, dass Waren und Dienstleistungen zukünftig am Ort der Nutzung oder des Verbrauchs besteuert werden. (mimo, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.05.2007)

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