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Die Zukunft der Waldwirtschaft erforschen

1. Juni 2007, 14:07
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An der Universität für Bodenkultur befindet sich die einzige Ausbildungsstätte für Forstwirte in Österreich

Hier forscht man unter anderem über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Forstwirtschaft.

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Klimawandel findet statt – wann, wo und wie er die heimische Forstwirtschaft treffen wird, ist Forschungsgegenstand vieler Institutionen. Für Österreichs größten Waldbesitzer, die Bundesforste, ist es wirtschaftlich von enormer Bedeutung, schon heute die Weichen in der Bewirtschaftung stellen zu können. Denn so wie beim Klimawandel muss auch beim langsam nachwachsenden Rohstoff Holz in Zeithorizonten von fünfzig bis hundert Jahren gedacht werden.

„Die Bundesforste nehmen die Angelegenheit sehr ernst“, sagt Prof. Manfred J. Lexer von der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien. Im Vorjahr wurde sein Institut damit beauftragt, die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die ÖBf- Wälder zu analysieren. Keine einfache Aufgabe, weiß der Leiter des Waldbau-Institutes. Der Auftraggeber ist für eine Waldfläche von 516.500 Hektar verantwortlich – Vorarlberg ist nur halb so groß.

„Es gibt eine große Reihe von Szenarien, wie sich das Klima bis 2100 entwickeln könnte. Jeder Standort, jeder Bestand wird darauf etwas anders reagieren“, meint Lexer. In dem Forschungsprojekt Adapt wurde daher der Bundesforste-Wald erst einmal in 216 Waldtypen und 54 Standorttypen „zerhackt“. Ein Computermodell, das verschiedene Klimaszenarien berücksichtigt, simuliert in tausenden Rechengängen die Entwicklung je Standort. Aus den Ergebnissen leiten Forstexperten angepasste Bewirtschaftungskonzepte ab.

„Die ÖBf geben pro Jahr rund 250.000 Euro für Forschungsaufträge aus“, berichtet Alexandra Wieshaider, Forschungsbeauftragte des Unternehmens. Insgesamt 34 verschiedene Projekte wurden im Vorjahr ausgeschrieben, in 18 Fällen kam die Boku zum Zug. Das Spektrum dabei ist breit: Das eine Mal geht es um Effizienzsteigerung bei der Hackgutherstellung, das andere Mal sind die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf das Leben des Auerhahns Forschungsgegenstand.

Von der guten Auftragslage in der Forschung profitieren auch die Studenten an der Boku, bestätigt Lexer: „Viele kommen so zu Diplomarbeitsthemen und später als Projektmitarbeiter unter.“ Die Jobaussichten im Bereich der Holz- und Waldwissenschaften seien generell sehr gut. „Ähnlich wie in den 1980er-Jahren, als das Waldsterben in den Medien Thema war, sind Waldwissenschaften für Jugendliche heute wieder spannend und aktuell“, sagt Lexer. Diesmal sei eben der Klimawandel Stein des Anstoßes. Ein Slogan gilt aber damals wie heute, bedauert der Professor: „Frauen gesucht!“. Die Männer haben im Studium einen zahlenmäßigen Vorteil von 5 zu 1.

Shampa Biswas (28) aus Bangladesch ist eine der wenigen Frauen unter den „Forstlern“ an der Boku. Sie ist gemeinsam mit 27 Kollegen und Kolleginnen im Masterstudium Mountain Forestry. Auf die Frage „Warum ausgerechnet dieses Studium?“, sagt Shampa: „Da könnte ich jetzt eine Stunde reden – das ist die Zukunft.“ Nach dem Abschluss möchte sie gerne als Beraterin tätig sein. „Nicht nur in Österreich oder Bangladesch“, meinte sie, „überall auf der Welt gewinnt nachhaltige Waldwirtschaft an Bedeutung – und ich reise gerne“. (Christian Kirchweger)

Link: Boku

WEGWEISER

Wiege und Weitergabe forstlichen Wissens


Die Beziehungen zwischen ÖBf und Boku sind eng. Die Universität für Bodenkultur führt im ÖBf-Auftrag Forschungsarbeiten durch und sorgt für Nachwuchs an Forstwirten. Die einzige Ausbildungsstätte für Förster ist die Höhere Bundeslehranstalt in Bruck an der Mur. Beide Berufsgruppen, Bokuund Bruck-Absolventen, machen zusammen mehr als die Hälfte der ÖBf-Angestellten aus. Über die vielfältigen Aktivitäten in den ÖBf-Geschäftsfeldern Consulting und Dienstleistungen Inland geben sie ihr Wissen und ihre praktische Erfahrung an Kunden im In- und Ausland weiter.
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