Veranstalter bleiben auf Pauschal-Reiseangeboten sitzen

1. Juli 2007, 16:44
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Die Lust auf Urlaub in der Ferne ist verflogen. Statt eines kräftigen Plus gibt es nun ein Mi­nus. Verlierer ist auch Griechenland

Wien/Salzburg – Anfang des Jahres war die Touristikbranche noch guter Dinge, ein Super-Reisesommer zeichnete sich ab. An die Stelle von Euphorie ist nun Ernüchterung getreten – und Rätselraten, warum der Pauschalreisemarkt so eingebrochen ist.

"Wir sehen nur die nackten Zahlen, wissen aber nicht, was der Grund dafür ist", sagte der Geschäftsführer von Traviaustria, Bernhard Wegscheider, am Mittwoch bei der Präsentation aktueller Buchungszahlen. Der IT-Dienstleister gehört zu 67-Prozent der AUA und bestreitet in Österreich den Exklusivvertrieb des Reisereservierungssystems Galileo.

Gab es bis Februar 2007 noch Zuwachsraten um bis zu 15 Prozent gegenüber den Vergleichsmonaten 2006, weist die Buchungsstatistik bis Pfingsten ein Minus von 1,6 Prozent aus. Traviaustria sei mit gut der Hälfte der Reisebürostandorte in Österreich vernetzt, deshalb seien die Daten durchaus repräsentativ, sagte Wegscheider. Berücksichtigt wurden effektive Buchungen für den Zeitraum April bis Oktober.

Griechenland verliert 11,2 Prozent, bleibt aber beliebteste Pauschalreisedestination der Östereicher. Die Türkei holt auf (plus 5,9 Prozent), bleibt aber hinter den Zahlen 2005. Ein Minus von 13,5 Prozent gibt es bei Spanien, Zuwächse hingegen bei den Nummern vier und fünf im Destinationsranking, Tunesien (plus 4,3 Prozent) und Ägypten (plus 14,5 Prozent). Eine mögliche Erklärung: Die Reisepreise sind im Schnitt um fünf Prozent gestiegen, in Ländern wie Tunesien und Ägypten moderater.

Wilfried Kropp vom Traviaustria-Konkurrenten Amadeus sagte dem STANDARD: "Es gibt Einbrüche, aber in Deutschland sind die noch weit größer als in Österreich." (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.05.2007)

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