Raab-Verschmutzung durch österreichische Abwässer: Übeltäter gefunden

1. Juni 2007, 12:47
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Greenpeace belegt Überschreitungen - Phosphor-Grenzwert oft zehnfach überschritten - Ungarn boykottieren Waren aus Österreich

Graz – Noemi Nemes hätte sich nie gedacht, dass sie mit ihren österreichischen Nachbarn jemals über Umweltverschmutzung, die von Österreich ausgeht, diskutieren würde. Doch im Fall der Raab erlebt die ungarische Greenpeace-Aktivistin die unrühmliche Premiere.

Seit mehreren Jahren ärgern sich die Ungarn, weil die Raab, wenn sie die ungarische Grenze passiert, allerlei Schaum und umweltschädliche Substanzen aus Österreich mitführt. Fassungslos sind sie, dass von österreichischer Seite nichts dagegen unternommen wird. "Die Ungarn mobilisieren jetzt dagegen, indem sie Waren aus Österreich boykottieren", sagte die Umweltaktivistin.

Feldbacher Lederfabrik

Nemes' österreichischer Kollege Herwig Schuster benannte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch auch gleich einen der Verursacher: die Feldbacher Lederfabrik Boxmark. Greenpeace hat Ende April Proben aus dem Abwasser der Gerberei entnommen, von vier Laboren untersuchen lassen und festgestellt, dass die Schaum erzeugende Substanz Naphtalinsulfonat in fünffacher Konzentration vorkommt, als in der Abwasseremissionsverordnung erlaubt sei.

Hoher Salzgehalt im Abwasser

Nemes und Schuster ist auch die hohe Salzableitung ein Dorn im Auge: In Österreich schreibe niemand vor, wie viel Salz Abwasser enthalten darf. Theoretisch könne man auch Meerwasser in Flüsse leiten, kritisierte Noemi Nemes.

Boxmark überprüft Ergebnisse

Die Firma Boxmark überprüft zurzeit die Ergebnisse von Greenpeace. Bevor das nicht geschehen sei, werde die Geschäftsführung keine Stellungnahme abgeben, hieß es auf Nachfrage des Standard.

Lösungsvorschläge<>< greenpeace="" fordert="" von="" boxmark="" innerhalb="" von="" zehn="" tagen="" einen="" plan="" zur="" lösung="" des="" problems.="" gleichzeitig="" solle="" das="" land="" unangemeldete="" kontrollen="" durchführen="" und="" boxmark="" einen="" neuen="" wasserrechtsbescheid,="" der="" für="" die="" betriebserlaubnis="" benötigt="" wird,="" vorlegen.="" jener,="" welcher="" der="" firma="" 1994="" ausgestellt="" wurde,="" sei="" 1999="" abgelaufen="" und="" lückenhaft.="" der="" bescheid="" sei="" noch="" gültig,="" und="" ein="" neuer="" sei="" von="" boxmark="" gestellt="" worden,="" entgegnete="" feldbachs="" bezirkshauptmann="" wilhelm="" plauder.="" ungarn="" müsse="" ihn="" prüfen="" und="" das="" o.k.="" geben.="">

Verwaltungsverfahren

Umweltlandesrat Manfred Wegscheider sagte, die Kontrollen seien durchgeführt und erhöhte Phosphorwerte festgestellt worden. Die BH leitete daraufhin ein Verwaltungsstrafverfahren gegen Boxmark ein. (Marijana Miljkoviæ, DER STANDARD Printausgabe 31.5.2007)

  • Greenpeace-Aktivisten nach der Grenzertmessung an der Raab
    foto: greenpeace/ gabor sioreti

    Greenpeace-Aktivisten nach der Grenzertmessung an der Raab

  • Greenpeace-Aktivisten bei einer Abwasser-Stelle
    foto: greenpeace/ gabor sioreti

    Greenpeace-Aktivisten bei einer Abwasser-Stelle

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