Züblin-Minderheitseigentümer scheitert erneut vor Gericht

10. Juli 2007, 11:17
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Berufung gegen den österreichischen Mehrheitseigentümer Strabag zurückgewiesen

Stuttgart - Der Minderheitseigentümer des Baukonzerns Ed. Züblin ist mit seinem Widerstand gegen den Umbau des Stuttgarter Unternehmens gescheitert. Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) wies am Mittwoch die Berufung von Eberhard Lenz und seiner Familiengesellschaft gegen den österreichischen Züblin-Mehrheitseigner Strabag zurück. Auch eine Revision ließ das Gericht nicht zu. Lenz fühlt sich benachteiligt, weil die Strabag SE das Hoch- und Ingenieurbau-Geschäft von Züblin mit ihrer deutschen Tochter Strabag AG zusammenlegen will. Er war vor knapp einem Jahr schon vor dem Landgericht unterlegen, hatte aber angekündigt, den Rechtsstreit bis vor den Bundesgerichtshof zu treiben.

Unternehmerische Freiheit

Der 20. Zivilsenat berief sich auf die unternehmerische Freiheit bei der Umstrukturierung. Diese unterliege "auch unter dem Gesichtspunkt der Treuepflicht nur eingeschränkt einer gerichtlichen Nachprüfung", hieß es in der Urteilsbegründung. Die Kläger hätten sich zudem nur auf Gutachten gestützt, die eine Benachteiligung von Züblin nicht beweisen könnten. Lenz selbst könne die Firma ohnehin nicht auf Unterlassung verklagen, nachdem er zum Zeitpunkt der Beschlüsse noch im Aufsichtsrat von Züblin saß. Lenz hatte sich im Sommer vergangenen Jahres aus dem Gremium zurückgezogen.

Das Verhältnis zwischen Lenz und Strabag ist zerrüttet, seit die Österreicher den Anteil der insolventen Walter Bau an Züblin übernommen hatten. Die Familie des ehemaligen Züblin- Vorstandschefs Dietrich Lenz hält die restlichen 43 Prozent. Mit einer erfolgreichen Klage hatte Lenz in diesem Jahr eine außerordentliche Hauptversammlung erzwungen. (APA/Reuters)

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