ÖBf profitieren von der Renaissance des Holzes

4. Juni 2007, 08:58
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Nachhaltige Nutzung hat marktstabilisierende Wirkung

„Nach einer Gesundung der Märkte erwarten wir ein Preisniveau zwischen 85 und 90 Euro“, meint Montecuccoli. Es wird allerdings noch ein bis zwei Jahre dauern, bis die Sturmschäden ausgeglichen und vom Markt verdaut sind, erwarten Experten.

Langfristige Strategie

Eine Meinung, die auch Wolfgang Holzer teilt. Dank der hohen Preisewaren 2006 bei den Bundesforsten die Umsätze trotz geringerer Holzerntemengen gestiegen und jetzt müssten noch die Sturmschäden bewältigt werden. Die Bundesforste wollen aber langfristig an ihren geplanten Einschlagmengen festhalten. Holzer: „Wir versuchen, langfristig und strategisch zu agieren, statt uns vom Markt die Trends diktieren zu lassen.“ Jedenfalls aber sei die Forstwirtschaft durch die gestiegene Nachfrage bei Holz vom Bittsteller der Märkte teilweise zum umworbenen Lieferanten geworden.

Die hohe Nachfrage hat auch die Industrie nicht unberührt gelassen. „Es ist zwar in Summe genug Holz vorhanden, aber inzwischen beginnt die energetische Nutzung von Holz, das bisher den Spanplattenherstellern und der Papierindustrie vorbehalten war“, schildert Holzer.

Die heimischen Sägewerke produzierten 2006 um sieben Prozent weniger Schnittholz als im Jahr davor und dennoch „zeigt sich, Holz ist begehrt“, erklärt der Vorsitzende der österreichischen Sägeindustrie, Hans Michael Offner. Er ist überzeugt, dass in Zukunft allgemein mehr Holz als bisher verwendet werden wird, obwohl es schon jetzt die Basis des mit Abstand größten Industrieclusters in Europa darstelle. Offner erklärt: „In der Forest-based-Industry, die vom Wald bis zu Druckereien und Medien reicht, arbeiten 3,5 Millionen Beschäftigte und es werden immer mehr.“

Herausforderung Biomasse

Eine weitere große Herausforderung für die Bundesforste lag 2006 in der Erzeugung und Lieferung von Biomasse. Viele neue Heizkraftwerke nahmen im Laufe des Jahres ihren Betrieb auf. Die ÖBf übernahmen die Gesamtversorgung einiger Werke und damit eine neue Doppelrolle als Verkäufer und Energieproduzent, der die Versorgung sicherstellen muss – eine Herausforderung, die auch gut bewältigt wurde, ohne andere Bereiche zu benachteiligen.

Offner verweist aber auch ausdrücklich darauf, dass man aber die stoffliche Verwendung von Holz nicht zugunsten der energetischen Verwertung aushungern dürfe: „Die energetische Nutzung ist erst nach anderen Formen der Verwendung anzustreben.“

Die Bundesforste üben für ihn in Sachen Holz eine „Vorbildfunktion für die privaten Waldbesitzer aus“, und auch Felix Montecuccoli sieht die Bundesforste, was den Wald betrifft, als „Kompetenzführer“ in Österreich.

INFO

Gute Holzgeschäfte
Auf den Kernbereich Forst/ Holz entfiel 2006 ein Anteil von 76,9 Prozent (2005: 76,8) der Betriebsleistung der ÖBf AG. Das anhaltende Interesse des Marktes an dem nachwachsenden Rohstoff in Form von Sägerundholz, Industrieholz sowie Waldbiomasse war 2006 sehr stark, sodass das Preisniveau im Jahresabstand um rund elf Prozent stieg.
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  • Grafik oben: Zusammensetzung der Holzernetmenge (=Einschlag)

    Grafik oben: Zusammensetzung der Holzernetmenge (=Einschlag)

  • Grafik oben: Entwicklung der Holzerntemengen

    Grafik oben: Entwicklung der Holzerntemengen

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