Muss Harry Potter wirklich sterben? - Fans spekulieren im Internet

8. Juni 2007, 11:36
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Auf Dutzenden Fanseiten haben Leser Informationen der bisherigen Bände zusammengetragen und Hinweise analysiert

Wird Harry Potter lebend aus dem Kampf gegen das Böse hervorgehen? Wer muss sterben? Und werden Harrys Freunde Ron und Hermine endlich ein Paar? Millionen Leser fiebern dem derzeit wohl begehrtesten Buch der Welt entgegen: Am 21. Juli erscheint der siebente und letzte Band der Harry-Potter-Reihe in englischer Sprache. Welche Überraschungen "Harry Potter And The Deathly Hallows" bereithält, wissen derzeit außer Autorin Joanne K. Rowling wohl nur wenige. Doch Tausende spekulieren schon seit dem Erscheinen von Band 6 im Internet über das große Finale im Kampf gegen den bösen Zauberer Voldemort.

Fanseiten

Die Überlegungen der Fan-Gemeinde sind etwas mehr als reine Spekulation: In mühsamer Kleinarbeit haben Leser auf Dutzenden Fanseiten die Informationen der bisher erschienenen Bände zusammengetragen und Hinweise analysiert, die Autorin Rowling in Interviews gegeben hat. "Ich habe nie auf eine Frage zu den Büchern gelogen, soweit ich weiß", versicherte diese einmal in einem Interview der beliebten Fanseiten "Mugglenet" und "Leaky Cauldron".

Das zentrale Thema

Das zentrale Thema des letzten Buches steht bereits fest. Harry und seine Freunde werden sich auf die Suche nach so genannten Horkruxen machen. In diese Gegenstände - so wurde in Band 6 klar - hat der böse Voldemort Teile seiner Seele gebannt, um unsterblich zu werden. "Voldemort hat sie alle sehr gut geschützt", schreibt Leserin Jen auf Mugglenet. Die Fangemeinde vermutet die Gegenstände unter anderem an versteckten Plätzen im Zauberinternat Hogwarts oder in Harrys Haus am Grimmauld Platz 12.

Magisches Tagebuch

Ein bereits bekannter Horkrux ist ein magisches Tagebuch, das Harry in Band 2 zerstörte, ohne damals seine Bedeutung zu kennen. Einen Horkrux in Form eines Medaillons hat eine geheimnisvolle Person mit den Initialen R.A.B. gestohlen, wie Harry am Ende des vorletzten Bandes erschrocken entdeckte. Aufmerksame Fans vermuten hinter diesen Initialen nun Regulus Black, den bisher nur nebenbei erwähnten Bruder von Harrys totem Patenonkel Sirius. "Es kann nur er sein", schreiben gleich mehrere von ihnen in den beliebten Foren. Rowling lobte ihre Leser bereits, dieser Tipp sei "eine gute Wahl".

Spekulationen

Diese spekulieren weiter, der gestohlene Gegenstand sei womöglich nah bei Harry in der Sammlung seines Hauselfen Kreacher versteckt. Über weitere mögliche Horkruxe kursieren wildeste Gerüchte. Selbst der in Band 6 getötete Schulleiter Albus Dumbledore wird als mögliches Versteck eines Seelen-Stückes gehandelt: "Dumbledore hat gemerkt, dass er selbst ein Horkrux ist, und wollte daher sterben", mutmaßt ein Leser.

Severus Snape

Der Schulleiter war vom düsteren, ewig verdächtigen Lehrer Severus Snape getötet worden - was tausende Potter-Fans schockte. Dennoch glauben viele weiterhin, der Lehrer stehe heimlich auf Harry Seite. "Ich glaube, dass Snapes Benehmen im ganzen Buch nur Sinn macht, wenn er einer von den Guten ist", schreibt ein Fan bei Mugglenet. Snape, so glaubt er mit vielen anderen, tötete den Schulleiter auf dessen eigenen Befehl - um sich selbst nicht als Spion der guten Seite outen zu müssen oder um Harry zu schützen.

Verrat

Für viele andere Nutzer des Forums ist der frühere Zaubertränke-Lehrer hingegen endgültig des Verrats überführt. Niemals hätte Dumbledore Snape dazu bestimmt, zum Mörder zu werden, erklärt eine Leserin. Und: "Snape hatte eine Reihe anderer Möglichkeiten neben der, Dumbledore zu töten."

Spione auf allen Seiten

Doch der unsympathische Snape ist bei weitem nicht das einzige Mitglied des Kollegiums, das verdächtigt wird, ein Spion des bösen Voldemort zu sein. Selbst die stellvertretende Schulleiterin Minerva McGonagall wird von einigen kritisch beäugt: Sie besuchte nach Berechnungen der Leser das Zauberinternat Hogwarts mehrere Jahre parallel zum bösen Voldemort. "Sie könnte sogar seine Halbschwester sein", mutmaßen mehrere Fans und weisen darauf hin, dass die strenge Verwandlungslehrerin Harry nach Dumbledores Tod merkwürdig schnell nach den vorangegangenen Ereignissen ausfragte.

Mögliche Todesfälle

Noch unruhiger als die Spione machen die Potter-Experten allerdings die möglichen Todesfälle. Autorin Rowling hat mehrfach betont, zwei wichtige Personen der Buchreihe müssten im letzten Band sterben - und selbst für das Leben ihrer Hauptfigur garantiert sie nicht. Wer in der Schlacht zwischen Gut und Böse fällt, wird daher hitzig diskutiert. Als wahrscheinliches Opfer einer dramatischen Schluss-Szene gilt Wurmschwanz - ein Handlanger des bösen Voldemort, dessen Leben Harry im dritten Buch schonte. "Er wird sich opfern und seine Schuld gegenüber Harry einlösen", schreibt Leser David.

"Ron und Hermine werden nicht sterben"

Doch vor allem unter Harrys Freunden befürchten die Fans Opfer - unter anderem den Werwolf Remus Lupin, den freundlichen Halb-Riesen und Lehrer Hagrid oder ein Mitglied der Familie Weasley, die Harry in vielen Ferien herzlich aufgenommen hat. Die meisten hoffen aber, dass zumindest die Hauptfigur und ihre engsten Freunde verschont werden. "Ron und Hermine werden nicht sterben", schreibt ein Leser überzeugt. Schon alleine, weil die beiden im letzten Band endlich ein Paar werden sollen. Selbst Joanne K. Rowling spielte mehrfach offen auf die Zuneigung der beiden füreinander an: "Etwas passiert, aber Ron merkt es noch nicht."(APA/AP)

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