Südkorea droht Verlust der DRAM-Dominanz

8. Juni 2007, 10:56
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Verlagerung der Produktion in profitableren NAND-Flash-Sektor

Den südkoreanischen Speicherchip-Spezialisten wie Samsung und Hynix droht über kurz oder lang der Verlust der Vormachtstellung im DRAM-Bereich. Innerhalb der kommenden drei Jahre könnte die Konkurrenz aus China und Taiwan - zumindest nach Stückzahlen gerechnet - aufschließen, warnt iSuppli-CEO Derek Lidow. "Die südkoreanischen Unternehmen bauen derzeit ihre DRAM-Kapazitäten aus, aber das trägt bereits maßgeblich zum aktuellen Preiskollaps im Speicherchip-Segment bei", zitiert das Branchenportal DigiTimes den iSuppli-Experten.

Führungsposition

Laut Lidow bleiben die Südkoreaner auf kurze Sicht dennoch führend. 2006 brachten es allein Samsung und Hynix zusammen auf einen Anteil von 45 Prozent am Gesamtumsatz der Branche. Die chinesischen und taiwanesischen Hersteller kamen gerade auf 17 Prozent. Ganz anders präsentiert sich die Lage dagegen im Stückzahlenbereich. Hier halten die südkoreanischen Unternehmen insgesamt 47 Prozent der Marktanteile. Chinesische und taiwanesische Firmen kommen auf 31 Prozent. Diese Lücke werde sich schon 2008 zu schließen beginnen, wenn Chinesen und Taiwanesen um vier Prozentpunkte zulegen und die Südkoreaner einen Prozentpunkt verlieren, prognostiziert iSuppli.

Markt hat zugelegt

"Der DRAM-Markt hat vor allem wegen der gesteigerten Herstellungskapazität zugelegt", erklärt Lidow. Das habe allerdings dazu geführt, dass die Hersteller ihre Preise massiv kürzen mussten, um die Chips verkaufen zu können. Bei vielen Unternehmen übersteigen die Produktionskosten bereits die Verkaufspreise. "Der jährliche DRAM-Umsatz hat seine Höchststand im März dieses Jahres erreicht und befindet sich mitten in einem Abwärtskurs, der sich bis März 2008 fortsetzen wird", meint Lidow. Im laufenden zweiten Quartal habe die Branche mit zweistelligen negativen Margen zu kämpfen. Die Profitabilität werde das Tal aber frühestens Ende Juni erreichen, so der Experte.

Tiefpunkt bereits durchlaufen

Zum Glück für die südkoreanischen Speicherchip-Hersteller hat das NAND-Flash-Segment seinen Tiefpunkt bereits im ersten Quartal durchlaufen und die Margen beginnen sich zu erholen. "Die südkoreanischen DRAM-Produzenten werden Kapazität vom DRAM- auf das NAND-Segment verlagern, welches in Zukunft höher Profite versprechen soll", so Lidow. Insgesamt sollen die Umsätze im DRAM-Bereich rund um den Globus bis 2010 um 35 Prozent auf 45,7 Mrd. Dollar wachsen. Die Umsätze mit NAND-Flash-Speichern klettern iSuppli zufolge um 74 Prozent auf 21,5 Mrd. Dollar. (pte)

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Samsung

Hynix

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    Samsung und Hynix im DRAM-Geschäft unter Druck.

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