Sauf-Wirte im Kommissions-Visier

24. Juli 2007, 16:13
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Initiative gegen Komatrinken - Gastronomie wird strenger kontrolliert

Bregenz - Wenn Sicherheits-Landesrat und Sicherheitsdirektor zu Mittag in die Disko gehen, muss was Besonderes los sein. Wie am Dienstag, als sie Wirtschaftskammerfunktionäre, einen Gemeindeverbands-Präsidenten und einen Diskobetreiber auf dem Dancefloor trafen, um den Medien eine Initiative gegen das Komatrinken, die am Mittwoch auch in Wien präsentiert wird, vorzustellen. Mit einer "Jugend-und-Alkohol-Kommission" will man gegen jene Gastronomen vorgehen, die exzessives Saufen Jugendlicher fördern.

VP: "Konsequent bestrafen"

Landesrat Erich Schwärzler (VP) will nicht mehr lange fackeln: "Wir müssen konsequent bestrafen." Sicherheitsdirektor Elmar Marent weiß warum: "Der Alkoholmissbrauch stellt einen ständig zunehmenden polizeilichen Faktor dar." Vandalismus, Gewaltbereitschaft und Verkehrsunfälle seien Folgeerscheinungen. "Direkt damit konfrontiert sind wir in den Gemeinden", sagt Gemeindeverbands-Präsident Wilfried Berchtold (VP). Die Gemeinden können aber auch direkt eingreifen, "durch Alterskontrollen, Auflagen und Beschränkung der Sperrstunden." Die Sperrstundenregelung wird eine wesentliche Sanktionsmöglichkeit der neuen Kommission sein.

Ein Dorn im Auge sind der Kammer, Initiatorin der Kommission, Flatrate-Trinken, Kübelsaufen und Pinkel-Partys. Fachgruppenobmann Andrew Nussbaumer will "kultivierten Umgang mit Alkohol und streng gegen schwarze Schafe vorgehen". Die drei Sanktionsstufen der Kommission: Aufforderung an die Betriebe, Saufaktionen einzustellen, Reduktion der Sperrstunde, Betriebsüberprüfungen. (jub, DER STANDARD Printausgabe, 30.5.2007)

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