Acer-Chef: Kurz vor Zukauf von PC-Firma

8. Juni 2007, 10:57
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Lenovo im ersten Quartal als weltweit drittgrößter Computeranbieter abgelöst

Der weltweit drittgrößte Computeranbieter Acer steht nach den Worten von Konzernchef J.T. Wang kurz vor der Übernahme einer PC-Firma. Ende April hatte er noch mit einem Abschluss in drei bis fünf Monaten gerechnet. "Wir werden aber wahrscheinlich weniger Zeit brauchen", sagte Wang nun vor deutschen Journalisten in Taipeh. Er bekräftigte, dass das Übernahmeziel kein US-Konzern sei.

Zudem brachten Experten die PC-Sparten von Fujitsu Siemens, Sony, Toshiba und NEC ins Gespräch

Die Branche hatte zuletzt über einen Kauf des US-Computerbauers Gateway spekuliert. Zudem brachten Experten die PC-Sparten von Fujitsu Siemens, Sony, Toshiba und NEC ins Gespräch. Wie viel Geld Acer investieren will, ließ Wang offen. "Wir wollen keine Übernahme, die starken Einfluss auf unsere Finanzstrukturen hat", sagte er lediglich.

"Immer weniger Marken verfolgen eine aggressive Strategie in diesem Markt."

Acer ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen und hatte dabei verstärkt auf das Geschäft mit Laptops gesetzt. Der geplante Zukauf soll den Konzern im Markt mit Desktop-PCs nach vorne bringen. In dem Bereich herrscht seit längerem ein Preiskampf. Zudem befindet er sich nach Wangs Worten in einer Phase der Konsolidierung. "Immer weniger Marken verfolgen eine aggressive Strategie in diesem Markt."

Lenovo im ersten Quartal als weltweit drittgrößter Computeranbieter abgelöst

Acer hatte im ersten Quartal Lenovo als Nummer drei der Computerbranche abgelöst und der Konzernchef zeigte sich zuversichtlich, dass sein Unternehmen dem Rivalen auch im Gesamtjahr den Rang ablaufen werde: "Ursprünglich hatte ich von einer 50-prozentigen Chance gesprochen. Jetzt liegt sie bei 80 Prozent." Ihm zufolge kann Chinas Branchenprimus Lenovo seine Position auf dem Heimatmarkt zwar ausbauen, doch kämpft der Konkurrent in Europa und den USA trotz der Übernahme der PC-Sparte von IBM vor zwei Jahren mit Absatzproblemen. Acer dagegen weite sein Geschäft in seinem Schlüsselmarkt Europa weiter aus. Der taiwanische Konzern verkauft derzeit mehr als die Hälfte seiner Rechner in Europa.

Ein Angriff auf die Spitzenplätze der Weltrangliste der PC-Hersteller braucht Wang zufolge aber Zeit. "Darüber können wir in drei Jahren nochmal reden." Acers Ziel sei es, seinen Marktanteil jährlich um ein bis zwei Prozent auszubauen. Dies entspreche einem Wachstum von drei Millionen Rechnern pro Jahr. Nach Angaben des Marktforschungsfirma Gartner lag Acers Anteil am Weltmarkt im ersten Quartal bei knapp sieben Prozent. Hewlett-Packard (HP) und Dell verkauften jeweils mehr als doppelt so viele Rechner.

Umbau

Acer hatte 2000 im Rahmen eines größeren Konzernumbaus seine gesamte Herstellung ausgelagert, um sich auf die Entwicklung und Gestaltung von Computern zu konzentrieren. Die Partnerunternehmen produzieren nahezu alle in China, das Wang zufolge trotz steigender Lohnkosten weiterhin ein wettbewerbsfähiger Markt für PC-Hersteller bleibt.(APA/Reuters)

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