Deutsche Telekom steigt bei Jajah ein

21. April 2008, 11:31
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T-Online Venture Fund steigt mit mehreren Millionen Euro ein und will Technologie zu Privat- und Geschäftskunden bringen

Der von zwei Österreichern erfundene und mittlerweile in Kalifornien beheimatete Internet-Telefoniedienst Jajah holt die Deutsche Telekom an Bord. Das Unternehmen hat am Dienstag einen Zeitungsbericht bestätigt, wonach sich die Deutsche-Telekom -Tochter T-Online Venture Fund mit mehreren Millionen Euro an Jajah beteiligen werde.

Deutschen Telekom wolle die Internet-Telefon-Lösungen jetzt zu den Privat- und Geschäftskunden bringen

Die Beteiligung erfolgt im Rahmen einer Investmentrunde, im Zuge derer das Unternehmen auch den weltgrößten Computerchiphersteller Intel als Partner gewonnen hat. In Summe fließen Jajah über 20 Mio. Dollar (14,9 Mio. Euro) zu. Die Deutschen Telekom wolle die Internet-Telefon-Lösungen jetzt zu den Privat- und Geschäftskunden bringen, hieß es in der Jajah-Mitteilung.

"Bestätigung und Unterstützung für ein 'Voice 2.0 Unternehmen' aus der Telekommunikationsindustrie"

Unternehmensgründer Roman Scharf wertete den Einstieg der Deutschen Telekom am Dienstag in der Pressemitteilung als bisher beispiellose "Bestätigung und Unterstützung für ein 'Voice 2.0 Unternehmen' aus der Telekommunikationsindustrie". Die langfristigen Auswirkungen für das Unternehmen könne man "nicht hoch genug einschätzen". Die Deutsche Telekom werde dem Unternehmen helfen, seine "Innovationsgeschwindigkeit beizubehalten", so Co-Gründer Daniel Mattes.

2005 gegründet

Jajah wurde 2005 von den Österreichern Roman Scharf und Daniel Mattes gegründet und startete im Februar 2006 am Markt. Mit dem Einstieg des US-Investors Sequoia Capital, der bereits Google, Yahoo, Cisco und Apple in den Anfängen finanzierte, wurde der Firmensitz von Wien nach Kalifornien verlegt. Jajah war die erste ursprünglich in Europa gegründete Firma, in die Sequoia eingestiegen ist.

Büros in München, Mountain View und Luxemburg

Mittlerweile hat der Internet-Telefonanbieter Büros in München, Mountain View und Luxemburg und betreibt ein Entwicklungszentrum in Israel. Die Website bietet günstige bzw. teilweise kostenlose Telefongespräche an und verbindet dabei die herkömmliche Telefonie mit der Internet-Telefonie. Im Unterschied zu Konkurrenten wie Skype, wo man mit Headset am Computer sitzen muss, kann man über Jajah entweder am Festnetztelefon oder am Handy telefonieren. Das Wählen der Nummern erfolgt im Internet.

Knapp drei Millionen Kunden

Mittlerweile zählt der Internet-Telefonanbieter bereits knapp drei Millionen Kunden in 55 Ländern. Bis Jahresende wolle man jedoch in die Region von zehn Millionen Nutzern kommen, sagte Scharf zuletzt in der "Financial Times Deutschland".

6 Euro Umsatz

Pro Kunde erzielt das Unternehmen laut eigenen Angaben im Durchschnitt einen monatlichen Umsatz von etwa 6 Euro. Die Gewinnmarge liegt laut Scharf bei 40 Prozent. Auf Grund dieser Zahlen hält Scharf einen Börsengang für wahrscheinlich. "Wir werden entweder im Frühjahr an die Börse gehen, oder eines der beteiligten Unternehmen kauft die Firma", sagte der Unternehmensmitbegründer. Derzeit befürworte die Mehrheit der Anteilseigner jedoch den Börsengang.

"Ende 2008 soll die Technik Marktbedeutung haben"

Geplant ist, dass Jajah-Nutzer künftig ihr herkömmliches Telefon an einen mit neuen Chip ausgerüsteten Computer künftig direkt anschließen und sofort über das Internet telefonieren können. Die nötige Technik soll im Zuge der Kooperation in die Intel-Chips integriert werden. "Ende 2008 soll die Technik Marktbedeutung haben", so Scharf. (APA)

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