DVD-Kopierschutz: Ungültig weil zu schwach

11. Jänner 2008, 18:11
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Finnisches Gericht erklärt das Umgehen des CSS-Schutzes für legal - Rechtsexperte sieht europaweite Signalwirkung

Ein aktueller Gerichtsentscheid lässt KopierschutzkritikerInnen erfreut aufhorchen: Das Amtsgericht der finnischen Hauptstadt Helsinki hat nun die Umgehung der DVD-Kopierschutzverfahrens CSS (Content Scrambling System) explizit für legal erklärt.

Unwirksam

Das Gericht sieht in seinem Urteil CSS nicht mehr als wirksamen Kopierschutz im Sinne des finnischen Urheberrechts an, das System sei bereits seit 1999 ausgehebelt. Es sei ein leichtes über das Internet an Tools zum Austricksen der Sperre zu kommen, bei manchen Betriebssystemen werde dies gar bereits mitgeliefert.

Richtlinie

Im Zentrum der Entscheidung des Gerichts steht dabei die Interpretation des Begriffs "wirksam". Denn dieser Begriff hat in das finnische Urheberrecht durch eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2001 Einzug gehalten, viele andere Staaten haben diese also ebenso übernommen.

Signal

Rechtsexperte sprechen dem finnischen Urteil insofern auch eine europaweite Signalwirkung zu. Abzuwarten ist auch, inwiefern andere Kopierschutztechnologien wie Apples Fairplay oder auch AACS für HD-DVD/Blu-Ray als "wirksamer" Kopierschutz definiert werden können, immerhin wurden sie ebenso bereits erfolgreich ausgehebelt. Das Gesetz definiert einen effektiven Kopierschutz aber als einen, der sein Schutzziel auch erreicht.

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Auslöser der Prozesses waren zwei finnische Netz-Aktivisten, die den Rechtsstreit durch eine Eigenanzeige selbst ins Rollen gebracht haben. Zuvor hatten sie eine Seite mit einer eigenen Anleitungen zum Austricksen von CSS veröffentlicht und bei der Polizei gemeldet. (red)

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    Hacks zum Umgehen des CSS-Kopierschutzes gibt es in vielfältigen Formen, eine davon ist der Code am T-Shirt

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