Auslands-Fonds für Iran-Geschäft

1. Juli 2007, 17:38
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Ziel ist die Umgehung von Sanktionen durch USA, derzeit ist keine europäische Bank zur direkten Finanzierung bereit

Teheran/Wien - Der Iran will zur Finanzierung seines großen Gasfeldes South Pars einen Investmentfonds außerhalb des Landes gründen und damit Sanktionen der USA umgehen. Der Fonds solle an einem der beiden regionalen Finanzzentren Bahrain oder Dubai ansässig sein, sagte der Vorsitzende der Pars Oil and Gas Company, Akbar Torkan, am Sonntag in einem Agentur-Interview. Das Geld werde für die Erschließung des Gasfeldes benötigt. Insgesamt koste das Projekt etwa fünf Mrd. Dollar (3,72 Mrd. Euro), wovon 720 Mio. Dollar die Regierung trage.

Absichtserklärung von OMV

Die OMV hatte erst vor einem Monat eine Absichtserklärung ("Heads of Agreement") mit der National Iranian Oil Company (NIOC) unterzeichnet, wonach sie sich an der Entwicklung von Teilen des South Pars Gasfelds bzw. einer Verflüssigungsanlage für Flüssig-Erdgas (Liquified Natural Gas) beteiligen und Bezugsverträge für Flüssig-Erdgas abschließen will. Nach iranischen Presseberichten soll der geplante Deal ein Geschäftsvolumen bis zu 30 Mrd. Dollar (22 Mrd. Euro) über die nächsten 25 Jahre ausmachen und damit das größte jemals zwischen dem Iran und einer europäischen Firma vereinbarte Gasgeschäft darstellen. Die US-Botschafterin in Wien, Susan McCaw, hat deshalb bereits Sanktionen gegen die OMV nicht ausgeschlossen.

Der von den Iranern jetzt geplante Fonds stehe allen Investoren offen, sagte Torkan, ehemals Verteidigungsminister des Landes. Durch den Druck, den die USA auf alle europäischen Banken im Streit um das iranische Atomprogramm ausübe, sei derzeit keine Bank in Europa zur Gewährung frischen Geldes an den Iran bereit. Auch die französische Societe Generale habe sich zurückgezogen. Zudem hätten die USA auch Druck auf Ölkonzerne wie Statoil und Total ausgeübt. Dennoch gebe es ein Interesse aus dem Ausland, sich an Investitionen in die iranischen Gas-Reserven zu beteiligen. Die Vorkommen gelten als die zweitgrößten der Welt. (APA/Reuters)

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