Proteste gegen geplante "Spendershow": "In Richtung Organhandel" Sender: "Auf Mangel an Spenderorganen aufmerksam machen
Den Haag - Eine todkranke Niederländerin will kommende
Woche in einer Fernsehsendung entscheiden, wer von drei Bewerbern
ihre Niere bekommt, wenn sie stirbt. Die Zuschauer könnten per SMS
ihre Stimme abgeben, wem die Frau namens Lisa das Organ spenden
solle, berichtete die Tageszeitung "
Algemeen Dagblad" am Samstag.
Die "Große Spendershow" solle am Freitag zur besten Sendezeit
laufen. Produziert wird sie von der Firma Endemol, die 1999 die
Containersendung "Big Brother" erfunden hatte, bei der die Zuschauer
über die Bewohner einer Wohngemeinschaft abstimmen, bis nur noch
einer übrig ist, der gewinnt.
Aufmerksamkeit oder Organhandel
Der Sender BNN, der die Spendershow ausstrahlen will, erklärte der
Zeitung, er wolle damit auf den Mangel an Spenderorganen in den
Niederlanden aufmerksam machen. Der frühere BNN-Chef sei an
Nierenversagen gestorben, nachdem er jahrelang vergeblich auf eine
Spenderniere gewartet hatte. Die Niederländische
Transplantationsstiftung kritisierte in der Zeitung, die Sendung gehe
"in Richtung Organhandel". Ein christdemokratischer Abgeordneter
forderte die Minister für Gesundheit und Kultur auf, die Sendung
abzusetzen. (APA)