"Verschüttete Talente" bei Ausländern

Redaktion, 04. Juli 2008 12:53

21,1 Prozent der Ausländer in Österreich sind laut OECD "überqualifiziert"

Wien - Ein Problem, unter dem Migranten wie Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt besonders leiden, sind ihre "verschütteten Talente", wie dies die OECD nennt: Sie werden in überproportionalem Ausmaß nicht ihrer Qualifikation entsprechend beschäftigt - teils wegen Diskriminierung, teils mangels Anerkennung ihrer Ausbildungen. 21,1 Prozent der Ausländer in Österreich sind laut OECD "überqualifiziert": Ihr Potenzial wird von unserer Volkswirtschaft nicht richtig genutzt. Dass es anders geht, zeigen unsere Nachbarn Schweiz (12,5 Prozent) und Ungarn (9,7 Prozent).

Unten anstellen

Die Arbeitsmarktexpertin des Wirtschaftsforschungsinstituts, Gudrun Biffl, sieht darin jedoch nicht ein spezielles Problem von Migranten, sondern den Ausdruck einer generellen Schwäche des heimischen Arbeitsmarkts. "Wenn man bei uns weggeht, dann muss man sich wieder unten anstellen", beschreibt Biffl das Problem, dass auch Österreicher aus dem Ausland nicht zurückkehren, da ihre Qualifikationen nicht honoriert werden.

"Bei uns herrscht die Grundidee, dass man wo anfängt, drinnen bleibt und durch Seniorität gewinnt" und nicht durch entsprechende Qualifikation. Nur "ganz oben" und "ganz unten" gebe es Flexibilität. Zu ändern wäre dies durch Umsetzung des europäischen Qualifikationsrahmens: Dies erlaube ein Assessment der tatsächlichen Qualifikationen als Basis für den Arbeitsmarkt. (spu, DER STANDARD Printausgabe, 26/27./28.5.2007)

Kommentar posten
16 Postings
Napigator_N
01.08.2007 20:47
80 % der ÖsterreicherInnen auch

ausnahme jetzige Politiker...
die sind überhauptnichtqualifiziert.

Kuno Knörtzel
06.06.2007 22:35
Bestes Beispiel

Also das mit der Stradivari, das hätte ein Inländer sicher nicht besser hinbekommen.

el-che-vive_1 Guevara
 
02.08.2007 12:58
HAHAHAHA

Mein lieber freund, geh und drücke deine Stereotypen auf einer anderen Website zum beispiel im Forum der Asozialen aus, meiner meinung nach gehören deine Postings nicht zu einer seriösen Website wie zu dieser.
Wenn du meinst dass Ausländer im "Fladern" überqualifiziert, dann sage ich dass Österreicher im "Saufen" und"Nörgeln" überqualifiziert sind.. Denke bevor du schreibst, falls ich anfange das zu schreiben was Österreicher für Defizite aufweisen, dann werden mir wohl die 750 Wörter die mir für das Posting zustehen nicht ausreichen.
PEACE FOREVER!!!! ;-)

Chien de Pique
26.05.2007 23:53
Sicher gibt es das Phänomen der Überqualifiziertheit

auch bein inländischen Arbeitskräften, die Anteile würden mich - nur als Vergleichsbasis - hier sehr interessieren.

NotstandshilfeBisZurFruehpension
26.05.2007 19:24
... dass auch Österreicher aus dem Ausland nicht zurückkehren ...

... Ich glaub in diesem Fall gehts nicht nur um die Anerkennung ihrer Qualifikation ... Oesterreich und seine EinwohnerInnen wirken von aussen betrachtet einfach nur erbaermlich ... Gesellschaftlich mindestens 10Jahre hinter Deutschland ... (Und sogar Bayern ist schon ein ganzes Stueck weiter) ...

Emil i Lönneberga
05.06.2007 13:32

Sie haben aber noch nie längerfristig im Ausland gelebt? (und mit "längerfristig" meine ich mehr als ein paar Monate Erasmus)

Ernst Kratochwil
28.05.2007 17:27
Wir wissen es schon. Die anderen sind schon viel weiter

in gesellschaftlicher Hinsicht.

Bei uns gibt es noch fast keine Ghettos und auch die Kriminalität ist noch nicht so hoch wie in den meisten anderen Zuwandererstaaten. Es werden keine Autos angezündet, nur selten Lehrer verprügelt, ja selbst die Zuwanderung ist noch immer nicht so unkontrolliert wie in manchen anderen Staaten.

Sie haben Recht. Wir sollten uns wirklich schämen, dass wir so hinten nach sind.






Hoffentlich bleibt es so, oder wird es (auf diesem Gebiet) gar wieder so hinterwäldlerisch provinziell, wie es noch vor einigen Jahrzehnten war.

na habedere
28.05.2007 09:42
... ja, und Sie wohnen wahrscheinlich drinnen

lebe mittlererweile die größte Zeit meines Lebens im Ausland, und Österreich ist sicher nicht rückständiger als viele andere Länder ... und dass Deutschland nicht unbedingt die Spitzenklasse an Lebensqualität bietet das wüssten Sie, wenn Sie schon einmal dort gewöhnt hätten ...

NotstandshilfeBisZurFruehpension
28.05.2007 10:56
Ich wohn zu einem Drittel in Wien - einem Drittel in D - und einem Drittel in Griechenland ... -...

... Aber - Dass du Dir in deinem eigenem Posting widersprichst faellt dir wahrscheinlich gar nicht auf ... Aber egal ...

na habedere
28.05.2007 10:58
rückständig

ich lebe in einem Land, das rückständiger ist als Österreich, es gibt im Leben oft andere Prioritäten als Fortschritt

Veridad
26.05.2007 13:14
Tja Quallifaktion plus Frendsrpache plus Kenntnisse fremder Märkte ...

auf nativer Basis bringt oft weit mehr als Franz und Ferdinand auf einen Russisch- oder Arabischkurs zu schicken.
Auch unser Unternehmen profitiert so viel davon, dass jetzt eigentlich mehr Leute mit Migrationshintergund arbeiten als jemals zuvor - ach ja und überhaupt mehr Leute arbeiten als jemals zuvor.

Ravi Ravendro
26.05.2007 10:52
Endlich

wird überhaupt Talent vermutet in Ausländern. Bisher stand eine massive Geistesblockade davor, die sich aus schrulligen und provinziellen Xenophobismen zusammen setzte (einige Parteien werden diese Blockade allerdings noch heute nicht los - man hat es sich da schon so gemütlich gemacht, und ausserdem welche Macht soll man sonst mißbrauchen wenn nicht diese "Inländer" zu sein?).

Emil i Lönneberga
05.06.2007 13:44
"welche Macht soll man sonst mißbrauchen wenn nicht diese "Inländer" zu sein"

Welche Macht soll man sonst missbrauchen, wenn nicht diese "toleranter" und "weltoffener" zu sein als die xenophoben Provinzler?

Der einzige Unterschied zwischen diesen und Ihnen, ist, dass Sie offensichtlich genug formale Bildung genossen haben, um zu wissen, dass Xenophobie "sich nicht gehört". Die Engstirnigkeit ist aber die gleiche.

Talazar
26.05.2007 14:18
Natürlich sind Ausländer/Migranten/Flüchtlinge ...

... ebenso begabt/talentiert bzw. unbegabt/untalentiert wie der durchschnittliche Österreicher.
Daß auch außerhalb der österr. Staatsgrenzen Menschen wie Du und ich leben - mit ihren Stärken und Schwächen - dies zu erkennen bräuchte es eigentlich keine OECD-Studie.

Staatsgrenzen sind Territorialgrenzen, keine Grenze zwischen Menschen, Talenten, Begabungen aber auch Fehlleistungen - zumindest sollten sie das nicht sein :/

Ravi Ravendro
26.05.2007 18:31
Leider

ist das aber in Österreich mehrheitlicher Konsens. Daher ist die OECD Studie sehr notwendig, auch wenn sie weder von der Bevölkerung noch von den entsprechenden Parteien wahrgenommen werden. Hier ist man eben stolz darauf (salonfähig) provinziell zu sein.

Gebhard-dune
10.06.2007 00:40
provinziell

Laut Huntington gehört Österreich zu den reichsten und potentesten Volkswirtschaften weltweit..und das trotz behauptetrr Provinzialität und ohne nennenswerte Rohstoffe..Nehme nicht an,daß Berufsposter für diese Ranking verantwortlich sind..Wie erklären sie sich diesen nachvollziehbaren Umstand,sie volkswirtschaftliche Koryphäe...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.