Für Flüchtlinge "wirkt Arbeit wahre Wunder"

von Redaktion  |  13. November 2007, 19:50
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    Gute Qualifikation ist für Asylwerber und Ausländer meist keine Hilfe: Ihre Talente sind "verschüttet", weil sie in Österreich meist nicht anerkannt werden

Der beste Weg, Asylwerber zu integrieren, ist ein rascher Zugang zum Arbeitsmarkt - Das UNHCR verlangt einen leichteren Zugang

Wien - Integration ist das zentrale Thema im Umgang mit Asylwerbern und anderen Ausländern, die aufgrund der Menschenrechtskonvention ein Recht auf Aufenthalt in Österreich haben ("subsidiär Schutzberechtigte").

Aber eine der - relativ leicht beseitigbaren - Hauptbarrieren zur Integration ist der weit gehend versperrte Arbeitsmarkt während oft jahrelanger Wartezeit auf einen Entscheid. Die Konsequenzen sind zum Teil schwer wiegende psychische Folgen langer Untätigkeit, wie dies auch bei Langzeitarbeitslosen bekannt ist. "Arbeit wirkt wahre Wunder bei der umfassenden Integration", sagt der Sprecher des UNHCR (UN-Flüchtlingshochkommissariat), Ronald Schönbauer, "Arbeit und ein eigenes Einkommen sind ein Turbo für alle Bereiche."

Erntearbeiten

Das Hauptproblem dabei ist ein überaus restriktiver Zugang zum Arbeitsmarkt. Asylwerber dürfen erst nach einem halben Jahr nach Ankunft nur in "Ernte- und Saisonbereichen" arbeiten, erst nach Abschluss des Verfahrens steht der Arbeitsmarkt offen.

Und gerade diese Verfahren dauern in Österreich besonders lang, beklagt das UNHCR. Rund 14.000 Menschen warten derzeit bereits über drei Jahre auf Erledigung ihres Asylantrags, rund 400 sogar schon länger als zehn Jahre. Da rund 40 Prozent einen positiven Bescheid erwarten können und im Land bleiben, sei rasche Integration am Arbeitsmarkt besonders wichtig, sagt Schönbauer.

Der Vorschlag des UNHCR: Sechs Monate nach Ankunft sollten Asylwerber auch arbeiten dürfen. Dabei akzeptiere man die für Ausländer geltende Einschränkung: Ein Arbeitsplatz wird erst dann vergeben, wenn dafür kein inländischer Arbeitnehmer zu finden ist. "Es ist machbar, ein Asylverfahren in sechs Monaten abzuschließen. Wenn der Staat das nicht schafft, dann soll der Betreffende wenigstens ein Recht auf Arbeit haben", erklärt Schönbauer.

Bessere Chancen

Das ist auch dann sinnvoll, wenn der betreffende Asylwerber letztlich nicht in Österreich bleiben kann, denn die Berufstätigkeit würde dessen Chance nach einer Abschiebung erhöhen, damit auch das Risiko einer unerwünschten Rückkehr nach Österreich verkleinern.

Ein besonderes Problem sieht das UNHCR in der ungleichen Behandlung von "Schutzbedürftigen" nach der Menschenrechtskonvention: Diese sind von Sozialleistungen ausgeschlossen, obwohl eine diesbezügliche EU-Richtlinie dazu bereits seit Oktober des Vorjahres verpflichtet. Das bedeutet unter anderem, dass Kinderbetreuungsgeld nur bezahlt wird, wenn die betreffende Person berufstätig ist - bei Krankheit oder Karenz dagegen nicht. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 26./27./28.5.2007)

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Ravenspower
11.06.2007 17:09
bereits genügend inländer arbeitslos

nachdem wir in österreich bereits viel zu viele arbeitslose inländer haben wäre es wohl keine sehr gute idee denen mit "arbeitserlaubnissen" für asylwerber weitere konkurrenz zu machen.
es geht momentan wirtschaftlich einfach nicht. genausowenig wie meiner meinung nach derzeit weitere zuwanderung verdaubar wäre/ist.

Eurpäer
28.05.2007 08:08
Österreich ist demokratiepolitisch ein Entwicklungsland.....

...auf dem Niveau der Mongolei.

gez69 
29.05.2007 09:38

Ach darum stellen soviele Mongolen erst in Österreich und nicht schon bei unseren sicheren Nachbarn ihre Asylanträge.

Karl Gmeiner  
30.05.2007 02:36

Quelle ueber die Zahlen mongolischer Asylwerber in Oesterreich und Nachbarstaaten?

A Voice 
27.05.2007 21:19
Unfassbar

dass da schon wer draufgekommen ist ...

meineMeinung1969  
27.05.2007 11:44
Diese Aussage ...

... hätte der Haider machen sollen! Den hätten sie in der Luft zerissen dafür ... :-)

mM

A Voice 
27.05.2007 21:20
warum

das täte mich auch interessieren

galiontariaho 
27.05.2007 14:21
weil?

meineMeinung1969  
28.05.2007 10:03
Weil sofort ...

... wieder alle Vergleiche zum dritten Reich (Arbeitslager, ...) gestellt hätten. So wie alle Aussagen vom Haider automatisch dargestellt werden, egal wie richtig sie sind.
Und nur um eventuellen Vermutungen vorzubeugen - ich bin kein Haiderfan o.ä. ...

mM

VolkStimme 
29.05.2007 07:56
Sie und ich - keine Haiderfans - aber recht haben Sie, meineMeinung1969!

Es ist Parteidenknachplapperern ein Vergnügen, Vorschläge nur aus dem Parteibüro anzunehmen.

Davon leben Generationen von Bonzen. Ich wollte seinerzeit Haider, weil er mehr direkte Demokratie anbot und gegen den Machtmißbrauch auftrat.

Abzocker machten daraus Hitlergrüße und ähnliche Ablenkung - sehr erfolgreich wie man an der steigenden Consulterei und Freunderlwirtschaft ablesen kann.
07:56

leoplodine mayer
27.05.2007 11:16
na ja

einerseits ein guter, gedanklicher ansatz. nur wie sieht es mit den qualifikationen der asylwerber aus, in relation zu den offenen stellen? analoges gilt ja auch für die langzeitarbeitslosen österreicher und eu-bürger in österreich. da muss man vorsichtig sein, nicht dass hier zwei unterpreviligierte bevölkerungssegmente gegeneinander ausgespielt werden, zum vorteil der wirtschaft.

Max Watzenböck 
26.05.2007 22:12
Qualifizierte Immigration f. qualifizierte Migranten

Elli-Seidenbusch Foundation

sabber
26.05.2007 22:09
Wenn

Asylbewerber jahrelang durch alle Instanzen einen negativen Bescheid bekommen und nebenbei jahrelang arbeiten dürfen kommt wieder die Mitleidsmasche und sie können erst recht bleiben weil sie angeblich integriert sind.

die wohner
29.05.2007 10:38
mitleidsmasche, bleiberecht durch arbeitsbewilligung?

obwohl ein asylverfahren in 6 monaten abschliessbar ist brauchen die oest. behoerden durchschnittlich 5-7 jahre dafuer, und da reden sie von mitleidsmasche???

ausdruecklich wird im artikel erwaehnt, dass eine arbeitsbewilligung erst nach 6 monaten erteilt werden soll.
in kombination mit beschleunigten verfahren (UNHCR: es ist machbar, ein asylverfahren in sechs monaten abzuschliessen) ergibt das schon sinn und eine gewisse fairness.

galiontariaho 
27.05.2007 14:21
und deswegen...

wird wohl seit jahren noch immer nicht mehr investiert in die beschleunigung der verfahren...

meineMeinung1969  
27.05.2007 13:39
Wenn sie aber ...

... nicht arbeiten dürfen, sondern arbeiten müssen - dann wäre die Welle viel kleiner ...
Und die angeblich arbeitswilligen, aber arbeitslosen Österreicher hätten dann keine Ausrede mehr.

mM

Hans Schmid1
26.05.2007 16:54
Arbeit wuerde auch fuer die vielen arbeitslosen Oesterreicher

wahre Wunder wirken. Wenn die Arbeit bei uns so herumliegt, dass man Asylwerbern einfach eine geben kann, dann frag ich mich warum wir so eine hohe Arbeitslosenrate haben...
Wenn sich einmal herumgesprochen hat, dass bei uns alle Asylwerber sofort arbeiten duerfen, dann koennen wir uns gleich auf eine neue Welle einstellen.

SuperOesi
27.05.2007 00:56

nein, denn die hohe Arbeitslosenrate kommt u.a. deshalb zustande, weil die Typen den ganzen Tag vorm TV-Schirm oder auf der Donauinsel hängen und gar keine Lust haben, zu arbeiten. Von zukünftigen "Grundrente für Jedermannfrau" wird es sich auch nicht schlecht leben lassen.

Karl Gmeiner  
26.05.2007 17:56

Ein arbeitsloser Hilfsarbeiter mit keinem Schulabschluss wird kaum ein guter Afrikanist fuer ein Forschungsprojekt sein, ein Asylwerber aus Nigeria mit einem Uniabschluss schon. Es fehlt an <qualifizierten> Arbeitskraeften.

Werner Hammerl
26.05.2007 21:07

Und wieviele Afrikanisten werden wir im Jahr so brauchen?

Karl Gmeiner  
27.05.2007 14:22

Es war ein plakatives Beispiel. Statt Afrikanist koennen sie andere Studienabschluesse einsetzen. Ein Skandinavier eignet sich ja auch nicht nur als Skandinavist.

Als Anregung fuer Qualifikationen: Metallverarbeitung, Informatiker, Kunstsachverstaendiger, diverse Managementfunktionen mit soliden Fremdsprachenkenntnissen. In nahezu allen Laendern Afrikas waechst man mit 3+ Sprachen auf, viele Asylwerber sind politisch engagiert, was auch der Grund ihres Asylantrags ist. Diese Qualifikationen und dieses Engagement sind gesucht!

Alles in allem, hoechst qualifizierte Leute im Vergleich mit Oesterreichern, die sich ja schon aufregen, wenn die Kinder in der Nachbarschaft ein paar Brocken Tuerkisch oder Serbisch aufschnappen.

argumentieren bitte
11.06.2007 21:39
und an welche diversen Managementfuktionen

haben Sie so gedacht? Mir fällt gerade keine ein, in der man ohne abgeschlossenem Universitätsstudium inkl. einschlägiger Praktika, ohne perfekte Deutschkenntnisse, mit unverständlichem nigerianischem Englisch und ein bisschen Igbo und Edo so auf die schnelle unterkommen könnte.

Bezogen auf Arbeitsmarkt/Qualifikationen ist die derzeitige Migrationssituation in Ö. eine Katastrophe.

Gehen Sie ein bisschen unter die Leute (und damit meine ich nicht Ihre Gesinnungsgenossen), und Sie werden ferner sehen, dass die meisten zB Nigerianer vor allem "wirtschaftlich" (= €€€) interessiert sind...und deshalb den Asylantrag gestellt haben.

Wake up and smell the Coffee.

Herr Brenner
29.05.2007 09:22

"Metallverarbeitung, Informatiker, Kunstsachverstaendiger, diverse Managementfunktionen mit soliden Fremdsprachenkenntnissen."

und somit weiter den druck auf "unsere" leute erhöhen. nebstbei: in zeiten der prekären beschäftigungsverhältnisse glauben sie aber nicht im ernst dass ein unternehmen einem aslywerber einen job dieser qualifikation gibt wenn der ausgewiese n/abgeschoben werden kann.

und dann kommen noch die grünen frustemanzen und fordern per gesetz quoten für frauen und asylwerberInnen.....

die wohner
29.05.2007 10:29
und dann kommen noch die grünen frustemanzen - und du glaubst mit solchen formulierungen nimmt dich auch noch wer ernst?

druck auf "unsere" leute erhoehen... wenn ich so einen schmarrn nur hoere!
na tschuldige mal, sollen alle oesterreicher nun in betreuten geschuetzten einrichtungen arbeiten mit lebenslangem kuendigungsschutz arbeiten, damit man ihre schwachen nerven nicht unnoetig strapaziert?

lebenshilfe-jobs fuer alle, oder wie?

diese armen harscherln, a bissl konkurrenz is manchmal ganz gsund.

dass in den letzten jahren konsequent arbeiter- und angestelltenrechte abgebaut wurden die man zuvor jahrzehnte erkaempft hatte, das kannst du der politik in die schuhe schieben, aber asylwerber sind an dieser situation nun wirklich nicht schuld.

Management Quatscher
27.05.2007 17:23

Die österreichischen Universitäten speien jedes Jahr einen Haufen Kunstgeschichtler, Politologen, Soziologen, .... aus, die nur schwer eine Arbeit finden und wenn sie eine finden, dann sind sie dafür meist schwer überqualifiziert.

Und irgendwas mit "Management" (angenehme Arbeit mit toller Bezahlung) wollen 2/3 aller Absolventen eines Ökonomiestudiums machen. Auch der Bedarf nach "Managern" ist nicht wahnsinnig groß.

Bin gespannt, ob Unternehmen dann noch auf afrikanische Kunstgeschichtler und Manager warten.

Ich glaub´s nicht, aber lasse mir gerne das Gegenteil beweisen.

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