
Gute Qualifikation ist für Asylwerber und Ausländer meist keine Hilfe: Ihre Talente sind "verschüttet", weil sie in Österreich meist nicht anerkannt werden
Aber eine der - relativ leicht beseitigbaren - Hauptbarrieren zur Integration ist der weit gehend versperrte Arbeitsmarkt während oft jahrelanger Wartezeit auf einen Entscheid. Die Konsequenzen sind zum Teil schwer wiegende psychische Folgen langer Untätigkeit, wie dies auch bei Langzeitarbeitslosen bekannt ist. "Arbeit wirkt wahre Wunder bei der umfassenden Integration", sagt der Sprecher des UNHCR (UN-Flüchtlingshochkommissariat), Ronald Schönbauer, "Arbeit und ein eigenes Einkommen sind ein Turbo für alle Bereiche."
Erntearbeiten
Das Hauptproblem dabei ist ein überaus restriktiver Zugang zum Arbeitsmarkt. Asylwerber dürfen erst nach einem halben Jahr nach Ankunft nur in "Ernte- und Saisonbereichen" arbeiten, erst nach Abschluss des Verfahrens steht der Arbeitsmarkt offen.
Und gerade diese Verfahren dauern in Österreich besonders lang, beklagt das UNHCR. Rund 14.000 Menschen warten derzeit bereits über drei Jahre auf Erledigung ihres Asylantrags, rund 400 sogar schon länger als zehn Jahre. Da rund 40 Prozent einen positiven Bescheid erwarten können und im Land bleiben, sei rasche Integration am Arbeitsmarkt besonders wichtig, sagt Schönbauer.
Der Vorschlag des UNHCR: Sechs Monate nach Ankunft sollten Asylwerber auch arbeiten dürfen. Dabei akzeptiere man die für Ausländer geltende Einschränkung: Ein Arbeitsplatz wird erst dann vergeben, wenn dafür kein inländischer Arbeitnehmer zu finden ist. "Es ist machbar, ein Asylverfahren in sechs Monaten abzuschließen. Wenn der Staat das nicht schafft, dann soll der Betreffende wenigstens ein Recht auf Arbeit haben", erklärt Schönbauer.
Bessere Chancen
Das ist auch dann sinnvoll, wenn der betreffende Asylwerber letztlich nicht in Österreich bleiben kann, denn die Berufstätigkeit würde dessen Chance nach einer Abschiebung erhöhen, damit auch das Risiko einer unerwünschten Rückkehr nach Österreich verkleinern.
Ein besonderes Problem sieht das UNHCR in der ungleichen Behandlung von "Schutzbedürftigen" nach der Menschenrechtskonvention: Diese sind von Sozialleistungen ausgeschlossen, obwohl eine diesbezügliche EU-Richtlinie dazu bereits seit Oktober des Vorjahres verpflichtet. Das bedeutet unter anderem, dass Kinderbetreuungsgeld nur bezahlt wird, wenn die betreffende Person berufstätig ist - bei Krankheit oder Karenz dagegen nicht. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 26./27./28.5.2007)
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nachdem wir in österreich bereits viel zu viele arbeitslose inländer haben wäre es wohl keine sehr gute idee denen mit "arbeitserlaubnissen" für asylwerber weitere konkurrenz zu machen.
es geht momentan wirtschaftlich einfach nicht. genausowenig wie meiner meinung nach derzeit weitere zuwanderung verdaubar wäre/ist.
... wieder alle Vergleiche zum dritten Reich (Arbeitslager, ...) gestellt hätten. So wie alle Aussagen vom Haider automatisch dargestellt werden, egal wie richtig sie sind.
Und nur um eventuellen Vermutungen vorzubeugen - ich bin kein Haiderfan o.ä. ...
mM
Es ist Parteidenknachplapperern ein Vergnügen, Vorschläge nur aus dem Parteibüro anzunehmen.
Davon leben Generationen von Bonzen. Ich wollte seinerzeit Haider, weil er mehr direkte Demokratie anbot und gegen den Machtmißbrauch auftrat.
Abzocker machten daraus Hitlergrüße und ähnliche Ablenkung - sehr erfolgreich wie man an der steigenden Consulterei und Freunderlwirtschaft ablesen kann.
07:56
einerseits ein guter, gedanklicher ansatz. nur wie sieht es mit den qualifikationen der asylwerber aus, in relation zu den offenen stellen? analoges gilt ja auch für die langzeitarbeitslosen österreicher und eu-bürger in österreich. da muss man vorsichtig sein, nicht dass hier zwei unterpreviligierte bevölkerungssegmente gegeneinander ausgespielt werden, zum vorteil der wirtschaft.
obwohl ein asylverfahren in 6 monaten abschliessbar ist brauchen die oest. behoerden durchschnittlich 5-7 jahre dafuer, und da reden sie von mitleidsmasche???
ausdruecklich wird im artikel erwaehnt, dass eine arbeitsbewilligung erst nach 6 monaten erteilt werden soll.
in kombination mit beschleunigten verfahren (UNHCR: es ist machbar, ein asylverfahren in sechs monaten abzuschliessen) ergibt das schon sinn und eine gewisse fairness.
wahre Wunder wirken. Wenn die Arbeit bei uns so herumliegt, dass man Asylwerbern einfach eine geben kann, dann frag ich mich warum wir so eine hohe Arbeitslosenrate haben...
Wenn sich einmal herumgesprochen hat, dass bei uns alle Asylwerber sofort arbeiten duerfen, dann koennen wir uns gleich auf eine neue Welle einstellen.
Es war ein plakatives Beispiel. Statt Afrikanist koennen sie andere Studienabschluesse einsetzen. Ein Skandinavier eignet sich ja auch nicht nur als Skandinavist.
Als Anregung fuer Qualifikationen: Metallverarbeitung, Informatiker, Kunstsachverstaendiger, diverse Managementfunktionen mit soliden Fremdsprachenkenntnissen. In nahezu allen Laendern Afrikas waechst man mit 3+ Sprachen auf, viele Asylwerber sind politisch engagiert, was auch der Grund ihres Asylantrags ist. Diese Qualifikationen und dieses Engagement sind gesucht!
Alles in allem, hoechst qualifizierte Leute im Vergleich mit Oesterreichern, die sich ja schon aufregen, wenn die Kinder in der Nachbarschaft ein paar Brocken Tuerkisch oder Serbisch aufschnappen.
haben Sie so gedacht? Mir fällt gerade keine ein, in der man ohne abgeschlossenem Universitätsstudium inkl. einschlägiger Praktika, ohne perfekte Deutschkenntnisse, mit unverständlichem nigerianischem Englisch und ein bisschen Igbo und Edo so auf die schnelle unterkommen könnte.
Bezogen auf Arbeitsmarkt/Qualifikationen ist die derzeitige Migrationssituation in Ö. eine Katastrophe.
Gehen Sie ein bisschen unter die Leute (und damit meine ich nicht Ihre Gesinnungsgenossen), und Sie werden ferner sehen, dass die meisten zB Nigerianer vor allem "wirtschaftlich" (= €€€) interessiert sind...und deshalb den Asylantrag gestellt haben.
Wake up and smell the Coffee.
"Metallverarbeitung, Informatiker, Kunstsachverstaendiger, diverse Managementfunktionen mit soliden Fremdsprachenkenntnissen."
und somit weiter den druck auf "unsere" leute erhöhen. nebstbei: in zeiten der prekären beschäftigungsverhältnisse glauben sie aber nicht im ernst dass ein unternehmen einem aslywerber einen job dieser qualifikation gibt wenn der ausgewiese n/abgeschoben werden kann.
und dann kommen noch die grünen frustemanzen und fordern per gesetz quoten für frauen und asylwerberInnen.....
druck auf "unsere" leute erhoehen... wenn ich so einen schmarrn nur hoere!
na tschuldige mal, sollen alle oesterreicher nun in betreuten geschuetzten einrichtungen arbeiten mit lebenslangem kuendigungsschutz arbeiten, damit man ihre schwachen nerven nicht unnoetig strapaziert?
lebenshilfe-jobs fuer alle, oder wie?
diese armen harscherln, a bissl konkurrenz is manchmal ganz gsund.
dass in den letzten jahren konsequent arbeiter- und angestelltenrechte abgebaut wurden die man zuvor jahrzehnte erkaempft hatte, das kannst du der politik in die schuhe schieben, aber asylwerber sind an dieser situation nun wirklich nicht schuld.
Die österreichischen Universitäten speien jedes Jahr einen Haufen Kunstgeschichtler, Politologen, Soziologen, .... aus, die nur schwer eine Arbeit finden und wenn sie eine finden, dann sind sie dafür meist schwer überqualifiziert.
Und irgendwas mit "Management" (angenehme Arbeit mit toller Bezahlung) wollen 2/3 aller Absolventen eines Ökonomiestudiums machen. Auch der Bedarf nach "Managern" ist nicht wahnsinnig groß.
Bin gespannt, ob Unternehmen dann noch auf afrikanische Kunstgeschichtler und Manager warten.
Ich glaub´s nicht, aber lasse mir gerne das Gegenteil beweisen.
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