Ärztemangel und Milliardengeschäft

15. April 2008, 10:44
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89 Ärzte für zwei Millionen Menschen in Lesotho - Viele überleben das Warten auf Medikamente nicht - mit Grafik

Johannesburg/Wien - Der Engpass an medizinischem Personal im südlichen Afrika erschwert den Zugang zur HIV/Aids-Behandlung für Millionen, warnen die Ärzte ohne Grenzen. In Lesotho, Malawi, Mosambik und Südafrika etwa würden die Versorgungsmöglichkeiten den Bedarf bei Weitem nicht abdecken: Mehr als eine Million Menschen habe keinen Zugang zu Medikamenten oder Behandlung.

In Lesotho seien 23,2 Prozent der Menschen zwischen 15 und 49 Jahren mit dem HI-Virus infiziert: Es gebe 89 Ärzte für zwei Millionen Einwohner. In Mosambik müssen Patienten bis zu zwei Monate auf die Behandlung warten. Eine Wartezeit, die viele nicht überleben.

Gleichtzeitig ist Aids für die Pharmaindustrie ein wachsendes Milliardengeschäft: Im Jahr 2005 setzte sie weltweit rund 7,1 Milliarden Dollar mit Aids-Medikamenten um. Bis 2015 sollen es jährlich über zehn Milliarden Dollar sein. (red, DER STANDARD Printausgabe, 26./27./28.5.2007)

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