Sieg für AG, Wahlbeteiligung gesunken - Mit Video

29. Oktober 2007, 15:08
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Weder AG noch Rot-Grün verfügen über Mehrheit in der Bundesvertretung - Wahlbeteiligung sank von 30,5 auf 28,7 Prozent

Wien - Bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) hat die VP-nahe AktionsGemeinschaft(AG) einen klaren Sieg errungen. In der künftig 66 Sitze umfassenden Bundesvertretung kommt sie auf 20 Sitze (plus sechs), die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) auf 15 (plus eins), die unabhängigen Fachschaftslisten auf 13 Sitze (plus zwei) und der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) auf elf Sitze (minus fünf). Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS), das Liberale StudentInnen und Studenten Forum (LSF) und der KP-kritische Kommunistische StudentInnenverband (KSV) haben je ein Mandat errungen.

FLÖ Zünglein an der Waage

Zwei Sitze entfallen auf Kandidaten, die sich noch nicht für eine Fraktion deklariert haben. Zwei weitere werden erst in der nächsten Woche bei einer gemeinsamen Sitzung der Studentenvertreter an kleinen Pädagogischen Akademien vergeben.

Damit verfügen weder AG noch Rot-Grün über eine Mehrheit in der Bundesvertretung. So es nicht zu einer als unwahrscheinlich geltenden Dreier-Koalition zwischen AG, VSStÖ und GRAS kommt sind die FLÖ das Zünglein an der Waage: unterstützen sie Rot-Grün, geht sich eine Mehrheit aus, AG und FLÖ benötigen noch einen weiteren Mandatar. Die Fachschaftslisten haben sich noch beide Optionen offen gehalten. Die neue ÖH-Funktionsperiode beginnt am 1. Juli.

Wahlbeteiligung gesunken

Die Wahlbeteiligung ist stark gesunken. Gaben 2005 noch 30,5 Prozent der Studenten ihre Stimme ab, waren es diesmal nur noch 28,7 Prozent. Allerdings ist diese Entwicklung von Uni zu Uni verschieden: An zwölf Universitäten ging die Beteiligung zurück, an neun stieg sie. Besonders gering ist die Wahlmoral an der größten Universität des Landes: An der Uni Wien ließ sich nicht einmal jeder vierte Student an der Wahlurne blicken.

Die 28,7 Prozent sind allerdings nicht die absolute Tiefstmarke für ÖH-Wahlen: 1999 schritten nur 27,5 Prozent der Studenten zu den Urnen, 1997 und 2001 waren es ebenfalls weniger als 28 Prozent.

Höchster Rückgang an Uni-Klagenfurt

Den mit Abstand höchsten Rückgang bei der Wahlbeteiligung verzeichnete die Uni-Klagenfurt mit einem Minus von 12,3 Prozentpunkten. An der Kunst-Uni Linz sank sie um rund sieben Prozentpunkte, an der Uni Innsbruck um 5,7 und an der Uni Linz um 5,5 Prozentpunkte. Die Technische Universität (TU) Wien und das Mozarteum hatten ein Minus von je 4,1 Prozentpunkten. An der Uni Wien ging die Wahlbeteiligung von 26,5 auf 24,4 Prozent zurück.

Mehr WählerInnen an Musik-Uni Graz

Mehr Wähler verzeichneten dagegen vor allem kleinere Unis: An der Musik-Uni Graz schoss die Beteiligung um 18 Prozentpunkte nach oben, an der Universität für angewandte Kunst um acht Prozentpunkte. Die Akademie der Bildenden Künste und die Medizin-Uni Innsbruck kamen auf ein Plus von je fünf Prozentpunkten, die Uni Salzburg und die Medizin-Uni Graz auf einen Zuwachs von je drei Prozentpunkten.

Die fleißigsten Wähler gibt es in der Steiermark: An der Musik-Uni Graz schritten 49,4 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen, an der Montanuni Leoben 44,1 Prozent. An der Medizin-Uni Innsbruck wiederum fanden 42,9 Prozent der Studenten den Weg ins Wahllokal. Die faulsten Wähler gab es an der Musik-Uni Wien: Dort betrug die Wahlbeteiligung nur 20,5 Prozent. (APA)

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