Über 80 Prozent zuviel gesättigte Fettsäuren

12. Juli 2007, 16:47
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VKI-Ernährungs­protokoll: Zuviel Fett und zuviel Alkohol - Mangel an Kohlenhydraten und bestimmten Vitaminen hingegen weit verbreitet

Wien - Viele Österreicher essen zu fett und trinken zu viel Alkohol. Zu diesem Ergebnis kam die Aktion "Gesundes Essen" des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), an der 744 Personen teilgenommen haben. Anhand eines Ernährungsprotokolls wurden persönliche Essgewohnheiten dokumentiert und ausgewertet. Entdeckt haben die Experten dabei auch typische Mangelerscheinungen. Besonders Kohlenhydrate, Ballaststoffe und bestimmte Vitamine werden zu wenig konsumiert.

Zuviel Fett

30 Prozent der Teilnehmer, zwei Drittel davon sind Frauen, nehmen zu viel Fett zu sich, berichtete VKI-Ernährungswissenschafterin Nina Siegenthaler. Besonders schlecht ist das Ergebnis bei gesättigten Fettsäuren. 84 Prozent konsumieren davon zu viel. Bei den ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sind es im Vergleich lediglich sieben Prozent, die über die Stränge schlagen.

Mehr als ein Achterl am Tag

45 Prozent nehmen laut der VKI-Aktion zu viel Cholesterin über die Nahrung auf. Knapp ein Viertel (22 Prozent) schaute in der protokollierten Woche eindeutig zu tief ins Glas. Frauen trinken dabei - umgerechnet aus der Menge Alkohol in Gramm - mehr als ein Achtel Wein pro Tag. Bei Männern gelten zwei Achtel Wein als tägliche Obergrenze.

Mehr als die Hälfte Übergewichtig

Bemerkbar macht sich die üppige Ernährung auch am Gewicht der Teilnehmer. 53 Prozent sind übergewichtig, 19 Prozent haben einen Body Mass Index (BMI) von über 30 und gelten somit als adipös (krankhaft fettleibig). Das Alter der Teilnehmer reicht von acht bis 85 Jahre.

Zuwenig Ballaststoffe und Kohlehydrate

Die Protokolle zeigen allerdings nicht in allen Bereichen ein Bild des Übermaßes. So mancher Teilnehmer bezieht vitamin- und ballaststoffreiche Lebensmittel nicht ausreichend in seinen Speiseplan ein. 57 Prozent essen demnach zu wenig Kohlenhydrate. Bei 71 Prozent kommen weniger als die empfohlenen 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag auf den Tisch.

Vitaminmangel

Auch die Versorgung mit bestimmten Vitaminen wird von vielen vernachlässigt. Zu den größten Problemfeldern zählen hier Folsäure und Vitamin D, 81 bzw. 75 Prozent konsumieren davon zu wenig. Ähnlich ist das Ergebnis bei Kalzium (40 Prozent) und Vitamin E (17 Prozent).

Zu wenig Gemüse

Erstaunt hat die Ernährungswissenschafter der Mangel an Vitamin C, der bei 15 Prozent der Teilnehmer festzustellen war. Die Versorgung mit diesem Vitamin ist eigentlich sehr leicht zu gewährleisten, erklärte Siegenthaler. Aus diesem Ergebnis könne man ablesen, dass manche Menschen überhaupt kein Obst oder keinen Salat essen. Für manche Fast Food-Junkies bleibe Bohnen- oder Maissalat das einzige Gemüse in ihrem Speiseplan. (APA)

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    foto: südtiroler speckkonsortium
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