Blu-ray und HD-DVD kaum besser als gute DVD-Player

7. Jänner 2008, 12:54
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Stiftung Warentest: Next- Generation- Spielkonsolen als günstige Alternative - Xbox360 allerdings nur bedingt wohnzimmertauglich

Die Stiftung Warentest hat Blu-ray- und HD-DVD-Abspielgeräte unter die Lupe genommen und kommt zum Schluss, dass die modernen Geräte auf aktuell gebräuchlichen Fernsehern kaum bessere Bilder bieten als hochwertige DVD-Player. "Vor allem bei Fernsehgeräten unter einem Meter Bildschirmdiagonale bieten die modernen HD-Abspielgeräte keinen Mehrwert", erklärt Peter Knaak, Test-Redakteur bei Stiftung Warentest, im Gespräch mit pressetext. "Im Test lieferten hochwertige DVD-Player im Vergleich erstaunlich gute Ergebnisse", so Knaak. Erst auf Flachfernsehern ab etwa 1,50 Metern Bilddiagonale sind die Modelle für hochauflösendes Filmmaterial deutlich im Vorteil.

HDMI-Ausgang und Upscaling-Funktion

Ein hochwertiger DVD-Spieler mit HDMI-Ausgang und Upscaling-Funktion, wodurch die DVD-Bilder auf eine höhere Auflösung hochgerechnet werden, ist preislich der günstigste Weg zu guten Bildern, meint Knaak. Eines der acht Vergleichsgeräte ist der DVD-Player Denon DVD-1930. Das Produkt kostet rund 350 Euro, während für die getesteten Blu-ray- und HD-DVD-Spieler zwischen 500 und 1.500 Euro zu bezahlen ist. Ein "Unentschieden" im Formatkrieg attestieren die Tester im Bereich der Bildqualität. Blu-ray und HD-DVD würden hierbei ähnlich gute Ergebnisse liefern. Bei der Fehlertoleranz hat Blu-ray die Nase vorne. Die Player kamen mit beschädigten Medien deutlich besser zurecht als die Konkurrenz.

"Die HD-DVD-Player sind zwar billiger, aber insgesamt ist das Preis-/Leistungsverhältnis bei beiden Technologien nicht gut"

"Die HD-DVD-Player sind zwar billiger, aber insgesamt ist das Preis-/Leistungsverhältnis bei beiden Technologien nicht gut", sagt Knaak. "Die Geräte sind weit überteuert. Käufer sind daher ausschließlich Early Adopters, die dadurch die Entwicklungskosten refinanzieren." Knaak geht davon aus, dass die Geräte in den kommenden ein bis zwei Jahren in den Consumer-freundlichen Preisbereich kommen werden. Allerdings könnte der andauernde Formatstreit und die damit einhergehende Unsicherheit die Käufer lähmen und den Preisverfall somit bremsen. Da noch nicht abzusehen ist, welches der konkurrierenden HD-Formate sich auf dem Markt durchsetzen wird, empfehlen die Warentester, mit dem Kauf eines neuen Geräts zu warten.

Playstation3 und Xbox360

Als Alternative zu den teuren Playern wurden die Spielekonsolen Playstation3 und Xbox360 getestet. Für beide gibt es Laufwerke für hochauflösende Filme. Das Gesamturteil fällt zwar etwas schlechter aus als bei den reinen Film-Abspielgeräten, allerdings bieten die Konsolen zusätzlichen Spielspaß, meinen die Tester. Zudem kosten sie zum Teil deutlich weniger. Die Blu-ray-fähige PS3 ist für 600 Euro zu haben, die Xbox360 inklusive externem HD-DVD-Player kostet rund 500 Euro. Allerdings haben die Konsolen auch noch einen empfindlichen Nachteil, merken die Tester an. Der Stromverbrauch beträgt ein Vielfaches und besonders die Xbox sei nur bedingt wohnzimmertauglich. Die lauten Betriebsgeräusche stören den Filmgenuss erheblich. (pte)

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