Salzburg: Aussprache zwischen Landeshauptfrau und Erzbischof ergebnislos

25. Juli 2007, 14:05
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Kothgasser lehnt ab, Preis aus Händen Burgstallers zu empfangen, weil sie Schwangerschaftsabbrüche an Landeskliniken ermöglicht hat

Salzburg - Die Unterredung zwischen Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Erzbischof Alois Kothgasser brachte keine Änderung der Sachlage. Kothgasser lehnt wegen Burgstallers Einsatz für Abtreibungen an den Landeskliniken weiterhin eine Auszeichnung aus ihren Händen ab. Burgstaller versicherte aber ihre ungebrochene persönliche Wertschätzung "für den Menschen Alois Kothgasser", wie sie anschließend in einer Aussendung informierte.

Ablehnung bedauerlich

Allerdings bezeichnete Burgstaller Kothgassers Vorgangsweise als Erzbischof und offizieller Vertreter der katholischen Kirche als sehr bedauerlich. Als Katholikin sei sie aber sicher, dass sich langfristig die Stimme der Barmherzigkeit und die der Vernunft durchsetzen werde, so Burgstaller. Sie sehe nach wie vor keine Verbindung zwischen der Auszeichnung Kothgassers für Verdienste um das Land Salzburg und der durch sie initiierten Einrichtung der Schwangerschaftsambulanz in den Salzburger Landeskliniken.

"Mangel an Respekt vor Frauen"

Als Frau und Repräsentantin der Republik hielt die Landeshauptfrau fest, dass die Vorgangsweise des Bischofs vor allem einen Mangel an Respekt vor Frauen in extrem schwierigen Situationen widerspiegle. Die Trennung von Kirche und Staat sei zu akzeptieren, auch in der Gesundheitspolitik. Allgemein vermisse sie bei manchen Wortmeldungen - vor allem von Männern - das Einfühlungsvermögen in die Situation von Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschlossen haben.

Keine weitläufigeren Konsequenzen

Die Angelegenheit sei für sie mit dieser Aussprache aber erledigt, so Burgstaller. Eine Verleihung durch einen anderen Vertreter des Landes komme für sie nicht in Frage. Schließlich habe sie selbst die Auszeichnung Kothgassers beantragt. Sie sei zuversichtlich, dass die ausgezeichnete und enge Zusammenarbeit zwischen Land und Kirche, vor allem im karitativen Bereich, aber auch in der Entwicklungshilfe nicht unter diesem Vorfall leiden werde.

Eine Stellungnahme des Erzbischofes war vorerst nicht erhältlich. (APA)

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