Internet wird immer krimineller

3. Juni 2007, 14:45
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EU will koordiniertes Vorgehen - Von Phishing über Computereinbrüche und Kinderpornographie

Das Internet wird zunehmend Schauplatz von Verbrechen, wobei die Bandbreite von der Verbreitung von Kinderpornografie über die Plünderung von Bankkonten und der Erpressung von Unternehmen bis zur "Entführung" von Computern reicht, geht aus einer Untersuchung der EU-Kommission hervor.

Schaden

In Großbritannien ist die Anzahl der Schadensfälle durch Phishing in den vergangenen zwei Jahren um 8000 Prozent gestiegen. Betrüger "besorgen" sich durch eingeschleuste Programme oder gefälschte E-Mails die Zugangsdaten zu den Internet-Banking-Konten und räumen diese blitzschnell leer. EU-weit wird der daraus entstandene Schaden heuer vermutlich erstmals mehr als 250 Millionen Euro betragen.

Anstieg

Die britische Internet-Watch-Foundation hat errechnet, dass die Anzahl der Seiten im Internet, die Kinderpornografie anbieten, seit 1997 um 1500 Prozent gestiegen ist.

Botnets

In Deutschland sollen jedes Jahr 750.000 Computer über "Botnets" infiziert werden: Die Computer werden mit Programmen infiziert, die es gestatten, über "Fernbedienung" den PC zu verwenden, ohne dass es der Besitzer merkt: Zur Versendung von Spam-Mails oder zu einem "Denial of Service"-Angriff: Bei diesem senden oft hunderte zusammengeschaltete Computer Scheinanfragen an einen Server eines Unternehmens. Das Ergebnis: der Server ist völlig überlastet, Kunden können die Dienstleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen. Erst eine "Servicezahlung" an die Erpresser gibt den Server wieder frei.

Zusammenschaltung

Die EU-Kommission will nun die einzelnen Polizei-Fachabteilungen in den einzelnen Staaten zusammenschalten und auch die Internetanbieter verstärkt in die Pflicht nehmen. Dem Vorschlag zufolge sollen auch die Strafen drastisch steigen. (Michael Moravec / DER STANDARD Printausgabe, 23.05.07)

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