Privatsender: "Mitten im Achten" verletzt ORF-Gesetz

13. Juni 2007, 11:36
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Brachten Beschwerde bei Senat ein - Forderung: ORF kommerzielles Product Placement ganz verbieten

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) hat "Mitten im Achten" wie angekündigt beobachten lassen und den Verdacht auf "zahlreiche Verletzungen des ORF-Gesetzes" ergeben. Dienstag brachte er deshalb eine Beschwerde beim Bundeskommunikationssenat ein.

Laut VÖP geht es insbesondere um vermutete Verstöße gegen die Bestimmungen über Patronanzsendungen, Product Placement und Schleichwerbung. Zudem sieht der VÖP die Offenlegungspflicht nach dem Mediengesetz in einer der beobachteten Folgen verletzt.

"Der ORF hat den Medien gegenüber selbst zugegeben, die Sitcom 'Mitten im Achten' teilweise über Product Placement zu finanzieren.", zitiert die Aussendung Martin Blank, den stellvertretenden VÖP-Vorsitzenden und Geschäftsführer von Puls TV. Nach seiner Sicht der "herrschenden Rechtsmeinung", dürfe "der ORF in eigenproduzierten Fernsehserien gar kein Product Placement einsetzen". Zudem habe der ORF nach Meinung des VÖP die Grenze zwischen Product Placement und Schleichwerbung mehrfach überschritten, meint Blank.

Christian Stögmüller, VÖP-Vorsitzender und Geschäftsführer von Life Radio laut VÖP-Aussendung: "Der ORF hat mit den zwangsweise erhobenen Gebühren noch eine zusätzliche Einnahmequelle. Dadurch ergibt sich ein klares Marktungleichgewicht zu Lasten der privaten Sender. Dieses muss korrigiert werden, um einen funktionierenden dualen Rundfunkmarkt zu ermöglichen."

VÖP-Vorstand und Sat.1-Managerin Corinna Drumm präzisiert das: "Kommerzielles Product Placement muss für einen Sender mit öffentlich-rechtlichem Auftrag klar und ausnahmslos verboten sein!" Drumm sieht "die derzeitige Gesetzeslage im Bereich der Werbebestimmungen für Privatsender einerseits und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk andererseits noch nicht klar genug abgegrenzt." (fid)

  • Der Verband Österreichischer Privatsender ortet "Mitten im Achten" "zahlreiche Verletzungen des ORF-Gesetzes".
    foto: orf/petro domenigg

    Der Verband Österreichischer Privatsender ortet "Mitten im Achten" "zahlreiche Verletzungen des ORF-Gesetzes".

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