Mehr Förderung für Neubauten

14. Juni 2007, 17:42
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Wien reformiert die Neubau-Förderung und zeigt dabei eine Tendenz Richtung Ökologisierung. Angehoben werden auch die Einkommensgrenzen für Mietwohnungen

Wien - Die Wiener Wohnbauförderung für Neubauten wird voraussichtlich im Herbst reformiert, wobei die Fördersätze kräftig erhöht und um ökologische Faktoren erweitert werden sollen. Ferner werden die Einkommensgrenzen für Mietwohnungen angehoben, um auch Jungakademikern eine Chance zu geben, Wohnbauförderung zu bekommen. Mehr Geld gibt es auch für Eigentumswohnungen. Ein erster interner Begutachtungsentwurf liegt nun vor: Um den Preissteigerungen Rechnung zu tragen, werden die Grenzen für die maximal geförderten Baukosten von derzeit 1120 Euro/m2 Nutzfläche auf 1180 Euro/m2 steigen.

Energiefaktor entscheidet

Neu ist die Tendenz zur Ökologisierung, die stark in Richtung Niedrigenergie und Passivhaus geht. Entscheidend ist ein bestimmter Energiefaktor im Verhältnis Oberfläche zu Volumen. Diese Kriterien müssen bis Ende 2008 erfüllt werden; ab 2009 werden sie weiter verschärft. Gab es bisher zwei unterschiedliche Förderungen für Bauvorhaben, gibt es künftig mehrere Unterteilungen. Derzeit werden Bauvorhaben unter 4500 m2 Nutzfläche mit 585 Euro/m2 und jene über 4500 m2 mit 510 Euro/m2 gefördert.

In der neuen Wohnbauförderung gilt folgende Regelung: Bauvorhaben bis 2000 m2 erhalten 700 Euro/m2, zwischen 2000 und 4500 m2 gibt es dann 650 Euro/m2 Nutzfläche. Für Bauten zwischen 4500 und 10.000 m2 gibt es 600 Euro/m2, zwischen 10.000 und 15.000 m2 dann 550 Euro/m2 und ab 15.000 m2 nur mehr 510 Euro/m2.

Für Kleinbaustellen bis zu 1000 m2 Nutzfläche ist ein Zuschlag von 140 Euro/m2 zusätzlich geplant. Diese Förderung reduziert sich bis zu 4500 m2 großen Bauvorhaben auf null. Kräftig erhöht wird der Zuschlag für Kleinstbaustellen bis 1000 m2: Statt 235 werden es 300 Euro/m2 sein.

Passivhäuser sollen erstmals einen Zuschuss von 60 Euro/m2 bekommen. Treten beim Bauen Erschwernisse auf, gab es bisher 400 Euro/m2 Zuschlag. Wird ein Passivhaus errichtet, gibt es erstmals einen Erschwerniszuschlag im Ausmaß von 480 Euro/m2.

Geförderte Balkone

Der Verordnungsentwurf sieht auch vor, dass in die Baukosten erstmals auch Terrassen und Balkone mit bis zu einem Drittel, maximal aber sechs Prozent der Wohnnutzfläche eingerechnet werden dürfen.

Um den Wunsch nach Eigentum nachzukommen, wird die Förderung angehoben, auch für größere Bauvorhaben ab 4000 m2. Für Eigentumswohnhäuser zwischen 6000 und 10.000 m2 gab es bisher 365 Euro/m2 Förderung. Künftig sollen es 550 Euro/m2 sein.

Gleichzeitig kommen höhere Einkommensgrenzen für Mietwohnungen. Für eine Person wird die Grenze um 5500 Euro angehoben (bisher 22.267 Euro pro Jahr). Zwei Personen dürfen um 8000 Euro mehr (bisher 33.180 Euro) verdienen und drei Personen um 9000 Euro (bisher 37.548 Euro). Im Vorjahr wurden in Wien rund 4800 Wohnungen gefördert. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.5.2007)

  • Passivhäuser (Bild: Wohnhaus Pantucekgasse, Wien-Simmering) werden künftig auch in Wien zusätzlich gefördert. Neu ist, dass auch Terrassen und Balkone gefördert werden.
    foto: ig passivhaus

    Passivhäuser (Bild: Wohnhaus Pantucekgasse, Wien-Simmering) werden künftig auch in Wien zusätzlich gefördert. Neu ist, dass auch Terrassen und Balkone gefördert werden.

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