"Theaterreform hat nicht stattgefunden"

1. Juli 2007, 19:49
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IG Freie Theaterarbeit ist von Andreas Mailath-Pokornys Kulturpolitik enttäuscht - Der Stadtrat: "Man kann mit Fug und Recht von einer erfolgreichen Reform sprechen"

Wien - Die zehnprozentige Subventionserhöhung für Adi Hirschals Sommerbelustigung und die 150.000 Euro für den (von SP-Organisationen ausgerichteten) Wiener Operettensommer stoßen der IG Freie Theaterarbeit sauer auf: Sie konstatiert ein Scheitern der Theaterreform von SP-Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

Denn Ziel der Reform war, so die IG in einer Aussendung, unter anderem die Öffnung bestehender Räume, das Ende freihändiger Subventionsvergaben, eine Umstrukturierung der Einreichtermine, um eine größere Planungssicherheit zu erlauben, und - "als Bonbon" - die Eröffnung eines relevanten Koproduktionshauses.

Doch "nichts davon" habe stattgefunden: Weiterhin würden "beinahe alle" Theater auf Privatbasis ohne signifikante Öffnung mit Subventionen weitergeführt. Die Projektförderung stagniere bei 2,5 Millionen Euro - "und ist damit real gesunken, statt auf mindestens vier Millionen erhöht zu werden". Zudem werden nicht alle Anträge dem Kuratorium vorgelegt: Hirschal und der Operettensommer "sind aktuelle Beispiele" freihändiger Vergabe. Schwerpunktsetzungen für Nachwuchs, Tanz, Interkulturalität oder Theorie würden nach wie vor fehlen. Und auch die selbst gesetzten Entscheidungsfristen würden nicht eingehalten.

Der Standard bat Mailath um eine Stellungnahme. Er ging auf keinen einzigen Kritikpunkt ein: "Wenn man die Mittel für die Off-Theater um zwei Drittel erhöht, die Mehrjährigkeit von Förderungen bewirkt, die Umverteilung von größeren zu kleineren Häusern erreicht, Bühnen wie das Kosmos und das Ensembletheater absichert und langfristige Übergänge vereinbart, Gruppen wie toxic dreams, Superamas, wiener wortstätten, konnex, ensemble für städtebewohner, TAG et cetera erstmals langjährige Förderungen vermittelt, den Rabenhof aufwertet, das Budget für dietheater Wien verdoppelt und zu einem Koproduktionshaus macht und das Kulturzentrum Kabelwerk ermöglicht, kann man mit Fug und Recht von einer erfolgreichen Reform sprechen." (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Printausgabe, 23.05.2007)

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