"Virtual Earth": Kurz durch L.A. laufen - Made in Graz

28. Februar 2008, 14:08
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Software ermöglicht virtuelle Reise in 3D - zum Teil bis in Straßenschluchten hinein - "Microsoft Steiermark" entwickelt

Die urbane Welt in Bildern von einer unscheinbaren Adresse in einer Grazer Seitengasse aus - das will die Microsoft Photogrammetry möglich machen. Die aus der Firma Vexcel von Franz Leberl hervorgegangene, von Microsoft 2006 übernommene Firma entwickelt in Graz u.a. hochauflösende Spezialkameras und Scanner und betreibt entsprechende Forschung und Entwicklung in Kooperation mit der Grazer Technischen Universität. Für Stephen Lawler, Chef des MS-Bereichs "Virtual Earth", hat das eigene Projekt auf Grund der höheren Auflösung höheres Potenzial als "Google Earth".

Virtuelle Reise in 3D

Mit "Virtual Earth" soll eine virtuelle Reise in 3D um die Erde - zumindest in die meisten urbanen Räume dieser Welt - und zum Teil bis in die Straßenschluchten hinein möglich sein. Bisher sind über 100 Städte mit Luftaufnahmen erfasst, bei denen die in Graz entwickelten Spezialkamera zum Einsatz kommen. Dazu sollen noch Aufnahmen kommen, die über ein durch Straßenzüge fahrendes Fahrzeug mit Kamera auf dem Dach gemacht werden. In zwei drei Jahren sollen die 3D-Detailansichten von rund 3.000 Städten abrufbar sein.

Eine Kamera - die Ultra Cam X - kostet rund 600.000 Euro, dazu kommt laut Leberl noch die zusätzliche Ausrüstung. Es gebe rund tausend potenzielle Kunden auf der Welt, vor allem Luftbildunternehmen. Microsoft tritt dann laut Leberl an solche Unternehmen heran, wenn eines eine solche Kamera erworben hat, und bietet dann an, die Luftaufnahmen von Städten zu kaufen: "Das ist das weltweit größte Kartierprojekt bisher", geriet Leberl am Dienstag bei der Präsentation in Graz - die steirische Landeshauptstadt ist bereits kartiert und soll in einigen Monaten abrufbar sein - ins Schwärmen. Lawler zu Folge müssen beim Filmen zahlreiche Kriterien beachtet werden, wie etwa Jahreszeit und Wetter. Auch arbeite man an einer Methode, etwa Menschen und Autos aus den Darstellungen weg zu bekommen.


In Graz sind rund 50 Mitarbeiter tätig, zu deren Aufgaben u.a. auch die Algorithmen-Entwicklung zählt. Im US-Bundesstaat Colorado hingegen steht die "Fabrik", die die 3D-Daten generiert und zur Verfügung stellt. Die frühere Grazer Firma Vexcel - die nun eben unter Microsoft Photogrammetry firmiert, ist nach eigenen Weltmarktführer bei der Herstellung von 3D-Erfassungsgeräten, die in Flugzeugen eingesetzt werden können.

Restaurants

Benötigt werden diese Bilder für ortsspezifische Suchen, die laut Studien immer öfter von Anwendern genutzt werden, um Produkte und Dienstleistungen in einer Stadt zu suchen. Diese sehr spezialisierten Suchabfragen sind für das Anzeigengeschäft von großem Interesse. Künftig sollen auch Web-Benützer eigene Einträge über z.B. Restaurants machen können.(APA)

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