Ohne Ziel kein Weg

1. Februar 2008, 11:58
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Ein postgraduales Studium kann der Schlüssel für das gewünschte Tätigkeitsfeld sein

Prinzipiell kann gesagt werden, dass ein Postgraduales Studium sicherlich den persönlichen Horizont erweitert, neue Lösungsansätze für die Bewältigung komplexer Aufgabenstellungen bietet, Flexibilität im Denken und auch interkulturelle Kompetenzen fördert. Weitere Vorteile können sein:

  • Lernen im internationalen Kontext

  • Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse (sehr oft wird das Programm in Englisch abgehalten)

  • begrenzte Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • oft multikulturelle Teams

  • Lehrende aus verschiedenen Berufssparten und

  • neue Arbeitsstile kennen zu lernen.

    So gesehen ist eine Weiterbildung in dieser Form immer eine Bereicherung.

    Nicht jede/r hat allerdings die Zeit und/oder die finanziellen Ressourcen, um sich so ein "Studium nach dem Studium" gönnen zu können. So ist es oft notwendig, die Entscheidung für oder gegen ein Postgraduales Studium von verschiedenen, gut überlegten Faktoren abhängig zu machen.

    Sinnvoll kombinieren

    Auf jeden Fall möchte ich betonen, dass eine teure postgraduale Ausbildung keine Alternative ist, "nur weil man keinen Job gefunden hat". So viel zur grundlegenden Überlegung.

    Die Uni bietet oft eine "breite" Ausbildung - das postgraduale Studium hingegen oft eine entsprechende Vertiefung beziehungsweise spezialisierte Ausbildung, mit der man sich vielleicht genau für den gewünschten Berufsbereich qualifizieren kann.

    Das heißt, ein postgraduales Studium - egal ob berufsbegleitend oder als Vollzeitstudium - kann der Schlüssel für das gewünschte Tätigkeitsfeld sein. Umso wichtiger ist es, dass man sein bevorzugtes Berufsfeld kennt.

    Aber auch die Absicht, eine Veränderung in der aktuellen beruflichen Situation herbeizuführen, sowie die Aussicht auf ein höheres Gehalt und/oder auf eine Führungsposition können Motive für ein postgraduales Studium sein.

    Von einer anderen als der Sozialwissenschaftlichen Fakultät kommend, kann zum Beispiel ein MBA - Master of Business Administration - die notwendigen wirtschaftlichen Hintergründe für einen Job in der Privatwirtschaft nachreichen. Das heißt, ohne ein zweites "volles" Universitätsstudium absolvieren zu müssen, hat man eine abgeschlossene Ausbildung aus einer anderen Fakultät.

    Gut vorbereiten

    Wenn man sich nun für ein postgraduales Studium entscheidet, muss man wissen, worauf man sich einlässt. Diese Studien sind oft nicht nur kostenintensiv, sondern stellen auch einen entsprechenden Arbeitsaufwand für mindestens zwei bis drei Semester dar. Weiters sind die Zugangsvoraussetzungen und die Finanzierung der Ausbildung zu klären: Gibt es Stipendien, Sponsoring oder genug Eigenmittel? Arbeitet man daneben Vollzeit, Teilzeit oder gar nicht?

    Das Career Center der Uni Wien hat einen Postgraduate- Weiterbildungsleitfaden herausgebracht, der besonders bei den Überlegungen zu Beginn des Entscheidungsprozesses ein guter Wegweiser sein kann. (Katrin Rapp/DER STANDARD-Printausgabe, 19./20.Mai 2007)

  • ZUR PERSON

    Kathrin Rapp leitet das Career Center der Grazer Karl-Franzens-Universität.

    • Ein postgraduales Studium - egal ob berufsbegleitend oder als Vollzeitstudium - kann der Schlüssel für das gewünschte Tätigkeitsfeld sein. Umso wichtiger ist es, dass amn sein bevorzugtes Berufsfeld kennt. (Kathrin Rapp)
      foto: standard

      Ein postgraduales Studium - egal ob berufsbegleitend oder als Vollzeitstudium - kann der Schlüssel für das gewünschte Tätigkeitsfeld sein. Umso wichtiger ist es, dass amn sein bevorzugtes Berufsfeld kennt. (Kathrin Rapp)

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