Jeder Österreicher soll 600 Euro pro Jahr sparen

1. Juli 2007, 18:58
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Wird das EU-Klimaschutzziel bis zum Jahr 2020 konsequent umgesetzt, könnte die Energiekostenersparnis deutlich steigen

Wien - Wird das EU-Klimaschutzziel bis zum Jahr 2020 konsequent umgesetzt, könnte jeder Österreicher durchschnittlich 600 Euro pro Jahr an Energiekosten einsparen. Dies haben führende Energieexperten aus Forschung, Wirtschaft und Politik beim ihrem Jahrestreffen berechnet, das dieses Wochenende in Gössl am Grundlsee zu Ende ging, teilte der Interessenverband Austria Solar am Montag mit.

Im EU-Klimaschutzziel, das im März dieses Jahres von 27 Staats- und Regierungschef beschlossen wurde, ist eine Verringerung des Energieverbrauches in der EU um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 festgeschrieben. Auch in Österreich ist diese Vorgabe eines der Ziele im Arbeitsübereinkommen der Bundesregierung.

Beim jährlichen Gesamtenergieverbrauch in Österreich von rund 1.400 Petajoule würde eine Einsparung von 20 Prozent bedeuten, dass pro Einwohner 10.000 Kilowattstunden weniger an Energie verbraucht werden. Das entspricht dem Energieinhalt von etwa 1.000 Liter Öl oder 1.000 Kubikmeter Gas. Bei den derzeitigen Energiepreisen würden in Österreich damit pro Kopf mindestens 600 Euro an Energiekosten pro Jahr gespart und die Umwelt um 3 Tonnen Kohlendioxid entlastet.

Mit Spannung erwarten die Experten in diesem Zusammenhang das Aktionsprogramm der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie, welches bis Ende Juni vorliegen soll. "Dieses würde auch in Österreich zu einer spürbaren Entlastung bei den laufenden Energiekosten führen, und das ohne Komfortverlust", meinte der Geschäftsführer der Grazer Energieagentur, Boris Papousek.

Erneuerbare Energie

"Der verbleibende Energieverbrauch soll laut EU-Klimaziel bis 2020 zu 20 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt werden", betonte der Vorstand der oekostrom AG, Ulfert Höhne. Für Österreich als führendes Umwelttechnikland sei im Regierungsübereinkommen ein Anteil von 45 Prozent bis 2020 angepeilt worden. "Diese Ziele sind mit der heutigen Solartechnik jedenfalls machbar", meinte der Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar, Roger Hackstock.

"Die Ressourcen sowie die Produktionsanlagen sind bereits vorhanden, um über 100.000 weitere Haushalte auf kostengünstige heimische Biobrennstoffe umzustellen", bekräftigte der Geschäftsführer des Verbandes proPellets Austria, Christian Rakos. Die Experten waren sich einig, dass eine konsequente Umsetzung des Regierungsziels bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern zu einer "deutlichen Erhöhung der Versorgungssicherheit und einer spürbaren Entlastung bei den Energieausgaben" führen würde. (APA)

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