OeNB-Liebscher sieht Inflationsdruck in Euro-Zone

11. Juli 2007, 15:37
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Währungskommissar Almunia warnt vor zunehmenden Währungsungleichgewichten - Starker Euro bisher kein Nachteil für Euro-Außenhandel

Wien - Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, hat erneut vor möglichem Aufwärtsdruck bei der Inflation im Euro-Raum gewarnt. "Ich bin im Lager derjenigen, die Aufwärtsdruck bei der Inflation sehen", erklärte der Gouverneur heute, Montag, am Rande der 35. Volkswirtschaftlichen Tagung der OeBN bin Wien.

Angesichts steigender Erdölpreise - auf eine Marke um 70 Dollar je Barrel - und Unsicherheiten über möglicherweise steigende Steuern sei Selbstzufriedenheit nicht angebracht.

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia warnte bei der Tagung vor sich weiter vergrößernden Ungleichgewichten bei den Währungsrelationen zwischen dem Euro und anderen wichtigen Währungen wie dem Dollar, dem japanischen Yen und dem chinesischen Yuan. Derzeit wirke sich der vergleichsweise hohe Euro-Kurs noch nicht negativ auf den Außenhandel der Euro-Zone aus, erklärte Almunia. Die europäische Exportwirtschaft sei im Gegensatz sehr erfolgreich.

Flexibles Wechselkursregime

Doch das könnte sich ändern, warnte Almunia. Die Währung müsse den Fundamentaldaten einer Volkswirtschaft entsprechen. "Wir bestehen auf einem flexiblem Wechselkursregime", unterstrich der Währungskommissar heute. Die jüngsten Gespräche zu dem Thema mit der chinesischen Regierung gingen "in die richtige Richtung". Im eigenen Interesse sei China angehalten, die interne Nachfrage anzukurbeln und "Ungleichgewichte in der Handelsbilanz" zu verringern.

In der Vorwoche hat die chinesische Nationalbank auf Druck aus den USA und Europa die zulässige Handelsspanne für den Yuan von 0,3 auf 0,5 Prozent erweitert. Damit kann die chinesische Währung künftig schneller an Wert zulegen wie bisher. Der Schritt erfolgte wenige Tage vor dem Wirtschaftsdialog zwischen China und den USA nächste Woche in Washington, in dem das hohe US-Handelsdefizit mit China und die Währungsfrage eine wichtige Rolle spielen werden. (APA)

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