Firefox: Vom jungen zum alten Elvis?

29. Jänner 2008, 11:21
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Zu hoher Speicherverbrauch, zu viele Features gepaart mit nervigen Bugs - Fans kritisieren Richtung der Entwicklung

Mit der zunehmenden Popularität des Firefox wird auch die Kritik an der derzeitigen Entwicklungsrichtung lauter. Viele BenutzerInnen sehen genau die Punkte, die sie anfänglich für den Firefox begeistert haben, langsam entschwinden. So nehmen die Beschwerden über einen zu hohen Speicherverbrauch der Anwendung, die weitere Hinzufügung von neuen Features oder regelmäßige Abstürze zu.

Elvis

Ein Umstand, den das Magazin Wired mit dem Unterschied zwischen dem jungen und dem alten Elvis vergleicht, das einst schlanke, sexy Produkt verfette in den Augen seiner Fans zunehmend. So wurde der Speicherverbrauch in einer Online-Umfrage der Zeitschrift als Nummer 1-Ärgernis identifiziert. Die Stimmen, die eine Rückkehr des Firefox zu seinen Wurzeln - als schlanke Ausgabe der Mozilla-Suite - verlangen, werden in diversen Internet-Foren entsprechend lauter.

Schwierigkeiten

Dabei könnte sich gerade ein zentrales Konzept, das einst entscheidend zur Schlankheit und Beliebtheit des Browsers beigetragen hat, als problematisch für die Wahrnehmung des Firefox herausstellen: Denn oft ist es gar nicht die Software selbst, sondern eine der installierten Erweiterungen, die die Probleme verursacht.

Dilemma

Dies ergibt eine schwierige Situation für die Firefox-EntwicklerInnen: Gerade der Umstand, dass man viele Power-UserInnen-Fähigkeiten in Extensions auslagert, erlaubt der Software ja sich auf ihre zentrale Aufgabe zu konzentrieren. Dafür hat man bei den Erweiterungen dann aber auch praktisch keinen Einfluss auf die Code-Qualität geschweige denn die Sicherstellung der reibungsfreien Zusammenspiels mehrerer Extensions.

Featuritis

Bliebe die Aufnahme beliebter Erweiterungen in die offizielle Code-Basis des Browsers, um dieses Problem zu umgehen, eine Herangehensweise, die dann aber wieder als "Featuritis" kritisiert wird. Beispiele dafür wären die Integration einer Rechtschreibprüfung oder eines Suchmaschinen-Management-Interfaces in den Firefox 2.0.

Erweiterung

Trotzdem gibt es natürlich einige Entscheidungen in der Firefox-Entwicklung, die unabhängig vom Einfluss von Erweiterungen nicht von allen goutiert werden. So etwa der mit der Version 1.5 eingeführte Seiten-Cache: Dieser behält von Haus aus die letzten aufgerufenen Seiten im Speicher, um so das Zurück- und Vornavigieren zu beschleunigen. Eine Technik die allerdings den Speicherverbrauch der Software erheblich erweitert.

Konkurrenz

Nicht unbedingt einfacher wird die Situation für den Firefox dadurch, dass die Konkurrenz nicht schläft: Während man es in der Vergangenheit mit einem hoffnungslos veralteten Internet Explorer zu tun hatte, ist der IE 7 nun in Feature-Hinsicht schon deutlich näher gekommen, und die Microsoft-EntwicklerInnen arbeiten eifrig an der kommenden Release. Will der Firefox weiter wachsen, wird man aber auch in Zukunft deutliche Vorteile gegenüber der vorinstallierten Software bieten müssen - ein Umstand der nach neuen Features schreit. (red)

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