Ins Ungewisse - Teil II

Redaktion, 19. Juni 2007 20:04
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    Foto: standard/fischer

    Gerhard Roth, geboren 1942 in Graz, ist seit 1976 freier Schriftsteller. Er ist Träger zahlreicher Literaturpreise, etwa des Alfred-Döblin-Prises 1983 und des Bruno-Kreisky-Preises 2002. Roth bezeichnet sich selbst als "vom Schreiben im besten Sinne besessener".

Der Schriftsteller Gerhard Roth hat mehrmals das Flüchtlingslager Traiskirchen besucht - Was er dort erlebte, hat er fotografiert und aufgeschrieben

Das zweite Mal kann ich mich schon orientieren und weiß, worauf ich achten muss. Bevor ich aber aufbreche, höre ich mich um und erfahre "unter dem Siegel der Verschwiegenheit" von einem ehemaligen Mitarbeiter im Lager, dass ein Amtsdirektor im Auftrag des Traiskirchner Lagerleiters Franz Schabhüttl "Brandkontrollen" durchführe. Er besichtige jeden Tag zu verschiedenen Zeiten unter diesem Vorwand jedes Zimmer, jeden Raum. Er gelte als "Spion" und erfülle seinen Auftrag lückenlos. Schabhüttl sei ja Polizist gewesen, ein "Polizeifuchs", und sein Zugang zu seiner Arbeit der eines Polizeibeamten geblieben. Er verfolge deshalb die Sozialarbeit mit Argwohn, mache sie lächerlich und verunglimpfe sie.

Im Grunde sei er der Meinung, dass man "das alles" nicht brauche. Engagierte Sozialarbeiter stellten für ihn eine Gefahr dar, da sie sich immer auf die Seite der Flüchtlinge schlügen, deren Probleme vertreten und ihm nur Schwierigkeiten bereiten würden. Bei Streitigkeiten werfe er automatisch alle beteiligten Flüchtlinge aus dem Lager, diese müssten dann von Sozialarbeitern anderswo wieder untergebracht werden. Es sei sinnlos, sich bei Schwierigkeiten mit ihm zu besprechen, man müsse schon einen Umweg finden. Zwar toleriere er Soziales und verkaufe es auch stolz, in Wahrheit sei er aber nach wie vor skeptisch, was dessen Notwendigkeit betreffe.


Foto: Gerhard Roth

Wilhelm Brunner wird hingegen "Bemühen" attestiert. An European Homecare aber lässt der Augenzeuge kein gutes Haar und bezeichnet die Organisation abwertend als "gewinnorientiert" und "verlängerten Arm der Regierung". Sie sei auch den NGOs ein Dorn im Auge, diese würden ihr fehlendes Verständnis für die Betreuungsarbeit vorwerfen. Herr Brunner selbst ist von diesem Urteil, wie ich später feststelle, verletzt und versucht, über die anderen trotzdem kein schlechtes Wort zu sagen. Heftige Kritik wird von mehreren Seiten an der Bezirkshauptmannschaft Baden geübt, vor allem was die rigorose Ablehnung der Asylanträge betreffe.

Ein Beamter, dessen Bescheide in der Regel nicht rechtskonform seien, steht im Mittelpunkt, er wird als "präpotent und frech" beschrieben und gebe rasch verbale Drohungen von sich. Er habe es auch zu verantworten, dass es häufig zu Fällen von Schubhaft komme, die nachträglich wieder aufgehoben werden müsse, da sie von ihm zu Unrecht verhängt worden sei. Die betroffenen Asylanten würden dadurch jedoch traumatisiert. Der Geist der Fremdenpolizei in der Bezirkshauptmannschaft Baden sei von "Gehässigkeit erfüllt", sagt der Informant wörtlich. Er macht mich auch darauf aufmerksam, dass man das "wahre Gesicht des Lagers" erst erkennen könne, wenn mehr als 1000 Migranten und Asylanten sich in ihm aufhielten. Dann sei die Luft in den Räumen "stickig". Speziell bei der Essensausgabe herrsche "knisternde Spannung", bestätigt er.


Foto: Gerhard Roth

Als ich mich am 13. April dem Eingang des Lagers nähere, fallen mir in Pkws schlafende Asylanten am Straßenrand auf. Hinter dem Portiergebäude ein Hundezwinger für drei Schäferhunde. Einer von ihnen säuft gerade an der Leine eines Beamten der Siwach aus einem Napf. Franz Schabhüttl und Wilhelm Brunner erzählen mir gleich darauf, dass Fälle von Masern aufgetreten seien, und geben mir die Zahl der heutigen Belegung mit "nur 486" bekannt. Aber die Anlage wirkt viel lebendiger als das erste Mal. Vielleicht, weil ich früher gekommen bin. In der Kindergartenbaracke herrscht reger Betrieb, ein Mädchen mit Weihnachtsmann-Mütze träumt neben seiner Mutter vor sich hin, der Fernsehapparat läuft, und Chinesen- und Mongolenkinder strecken sich auf grünen Fauteuils aus, sehen fern oder setzen Puzzles zusammen. Im angrenzenden Klassenzimmer findet vor acht Männern und einer Frau Sprachunterricht statt, und auf dem Basketballplatz ist ein Spiel im Gange.

Wieder befällt mich Misstrauen, dass alles nur inszeniert ist und diesmal "Normalbetrieb" vorgeführt wird. Auch die Aufnahmestraße ist bevölkert, ich zähle siebzehn Personen, Männer, Frauen und drei Kinder. Ein Schwarzafrikaner schläft auf einer Bank. Das daktyloskopische Gerät ist in Betrieb, ein Polizeibeamter mit Gummihandschuhen drückt routiniert den Finger eines kurzhaarigen Mannes in Jeans, Turnschuhen und einem Polohemd auf den Scanner. Die vergrößerte Fingerbeere taucht auf dem Bildschirm auf, die feine Struktur von Parallelen und filigranen Turbulenzen ineinander übergehender Linien.

Weiter: Im Speisesaal: Alle, mit denen ich spreche, kritisieren, dass sie nicht arbeiten dürfen

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"Ins Ungewisse – Teil III" lesen Sie am Dienstag, 22. Mai 2007, im STANDARD.

Ins Ungewisse - Teil I
Ist es ein Wunder, dass Menschen ohne Zukunft das Weite suchen? - Schriftsteller Gerhard Roth besuchte Flüchtlingslager

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Posting 1 bis 25 von 86
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die nette Schlaftablette
22.05.2007 11:46
Beispiele

Österreicher und Ausländer:
Ich: "Hallo, ich bin....bin in Österreich seit 17 Jahren und habe hier den Großteil meiner Kindheit verbracht...bla...bla.
ein Österreicher (egal welcher Bildung und welchen Alters): "Echt? Du siehst gar nicht aus wie ein Ausländer...."
Ich lache, aber mehr aus Verzweiflung. Nun, wie sieht denn so ein Ausländer aus?!

(weitere Beispiele folgen...)

Harry T.
21.05.2007 18:15

Österreich ist eines der beliebtesten Zielländer bei nigerianischen Asylwerbern, obwohl sie nicht mal hier Chancen auf Asyl und legales Einkommen haben.
Sie kommen her und müssen horrende Summen für die Schleppung nach Österreich abzahlen, was praktisch nur mit kriminellen Einkünften möglich ist.
In Österreichs Gefängnissen sind sie die zweitgrösste ausländische Gruppe knapp hinter den Türken, obwohl es x-mal mehr Türken in Österreich gibt.
Ich weiss nicht, was uns der Autor sagen will, aber für ein noch grosszügigeres Asylsystem spricht das nicht.

Baerald
21.05.2007 17:35
"kritisieren den Speiseplan"

Naja, Erfahrungen aus dem Alltag der Fremdenpolizei sind folgende: Schubhäftlinge aus Polen haben sich nicht über "Kost und Logis" beschwert - im Gegenteil, waren froh, hier versorgt zu werden. Afrikaner hingegen waren mit dem allen unzufrieden.
Keine Bewertung meinerseits, bloß eine Feststellung.
Machen Sie sich selbst ein Urteil, wenn Sie ein solches brauchen/wollen...

Flat Decider™
23.05.2007 00:36
Sie sind

Fremdenpolizist?

Baerald
23.05.2007 08:55
Nein.

Aber ich war mal dort dabei -> Ferialpraxis. Und habe als "Schriftführer" einige ziemliche Haarsträubereien mitbekommen - und nur damit eines auch gleich klar ist: nicht alle Fremdenpolizisten sind die bösen Arschlöcher, die manche gerne haben wollen/herbeireden. Im Gegenteil! Die, bei denen ich im Einsatz war, haben sich immer SEHR bemüht.
Es ist halt nur schwer, immer sachlich und möglichst freundlich zu bleiben, wenn einem die ärgsten Schwindeleien unter die Nase gerieben werden und wenn so tolle "heimatliche Traditionen" wie: "Was muß ich Dir zahlen, damit ich krieg Visum (ersetze: "damit ich nicht krieg Aufenthaltsverbot")"...

ChrC1
 
12.07.2008 11:22
ja, schockierend diese

primitivität. da wird einfach geld angeboten. auch ein zeichen mangelnder integrationsfähigkeit und mangelnden interesses an der österreichischen kultur. sonst könnten die ja wissen, dass man, insbesondere im innenministerium, weniger auf bargeld als auf (natürlich in jeder hinsicht unbedenkliche) jagdausflüge steht.

johann potakowskyj
 
21.05.2007 12:18
wenn österreicher ins ausland gehen ist die bessere verdenstmöglichkeit oft eine grosse motivation.

wärend man wirtschaftliche motive bei österreichischen Emigranten wohl akzeptiert, sind sie bei immigranten ein großer kritikpunkt.

ach da gibt es noch einen feinen unterschied. österreicher haben meist die möglichkeit ihre ausreise vorzubereiten um gleich wieder in geordneten verhältnissen zu landen.

für immigranten aus asien und afrika gilt das nur, wenn sie aus der reichen oberschicht kommen. über die reden wir ja nicht.

die armen sollen keine träume haben und bleiben wo der pfeffer wächst. damit wären sie eigentlich schon mehr integriert als man denkt, denn wir reden über unsere armen ja auch schlecht.

in einem herabschauwettbewerb auf niedrigere/s wären wir österreicher sicher unter den zehn besten der welt zu finden.

denny_crane
26.05.2007 20:33
Wie anderswo Immigranten behandelt werden

Ein Verwandter von mir emigrierte 1966 nach Kanada, weil ihm Österreich keine Zukunft zu bieten schien. Er hatte einen erlernten Beruf, musste aber zuerst einmal ein Jahr in einer Schuhfabrik arbeiten, nebenbei intensiv Englisch lernen. Nach einem Jahr wechselte er auf eine Stelle in seinem erlernten Beruf und nach vier Jahren war er im mittleren Management einer großen Büromaschinenfirma.
Ich will damit nur sagen, dass sich andere Länder mehr um ihre MigrantInnen bemühen als Österreich und damit gut fahren. Wir erlauben uns den Luxus, das Wissen und die Fähigkeiten der MigrantInnen und AsylwerberInnen einfach brach liegen zu lassen und schimpfen sie dann Schmarotzer. Lasst sie lernen und arbeiten!

blackhawk
12.06.2007 16:11

Man sollte da aber schon überprüfen, von wo jemand kam/kommt und welchen Ausbildungsstand jemand hat/hatte!
Wenn jemand aus Afrika nach Kanada kommt, hat er mit weit mehr Problemen zu rechnen, als wenn er aus Österreich oder Deutschland kommt!!
Der von Ihnen beschriebene Mann dürfte sehr gut ausgebildet gewesen sein - d.h. anerkannten Abschluss in Ö gehabt haben. Raten Sie mal, was mit Leuten, z.B. aus Südafrika passiert, wenn sie einen mit Ö vergleichbaren Abschluss haben??

Katrin333
21.05.2007 15:34
Der eine ist flexibel, der andere ein Ausnutzer

Bevor ich nach Wien gezogen bin, lebte ich in einem Ort in der Nähe von Traiskirchen. Ich hab oft genug gesehen, wie die Flüchtlinge dort in einer Reihe am Gehsteig stehen und einfach nur warten. Sie warten und hoffen, dass ihnen jemand schwarz Arbeit anbietet. Das ganze ging damals schon soweit, dass österreichische Autofahrer einfach bei einem beliebigen Mädchen (nach Flüchtling aussehend) anhielten, und anboten für wenig Geld oder für eine Cola mitzufahren. Statt das was gegen die Menschen unternommen wird, die das Elend der anderen ausnutzen entwickelte sich in der Traiskirchner Bevölkerung ein Hass auf die Flüchtlinge.

Es gibt genug Österreicher die ins Ausland gehen um zu arbeiten (= "berufliche Flexibilität").

The Use and Abuse of Social Science
21.05.2007 16:57

Diese schlimmen Flüchtlinge. Da sagt man Ihnen ja schon, dass Sie hier nicht arbeiten dürfen und dann arbeiten sie einfach schwarz. Wie die wohl DARAUF kommen?

Ferdinand Berger
21.05.2007 14:29
sie übersehen nur ein paar details!

auch jeder österreicher der das land verlässt, begibt sich auf eine reise ins ungewisse - so gut können sie nichts planen, als das nicht unvorhergesehenes eintritt, was einem sehr schnell vor den ruin stellt!
allerdings, die die nichts haben, haben auch nichts zu verlieren und so sieht es halt mit den flüchtlingen aus den so armen regionen aus. und wenn sie in der gegend rund um traiskirchen leben würden, würden sie die situation auch etas anders sehen. das "herabschauende" kommt spätestens nach 3 wochen, wenn ihre frau zum x-ten mal von asylwerbern blöd bedrängt und angequatscht wird...

piwizz
21.05.2007 11:14
schade find ich, dass meine persönlich gehaltenen

antworten auf diskriminierende postings oftmals nicht veröffentlicht werden. sie mögen manchmal hart sein - aber sicher nicht so hart, wie die meldungen an sich. so habe ich beispielsweise herrn/frau baerald auf seine/ihre mir negativ eigenartig erscheinenden "substanz"-begriff hin angeschrieben - finde dieses posting aber nicht. gerhard roths schreiben aber als geschwafel zu titulieren, ist dem standard.at kein problem. also weiterhin: wohl bekomms.

Baerald
21.05.2007 14:29
Auch ich finde das schade!

Im Übrigen muß ich - wie allerdinge nicht immer - Fr. "Rosa Stahl" zustimmen: Der liebe Herr Roth sollte sich auch schlau machen was die Lebensumstände der Bewohner von Traiskirchen und Umgebung sind!
So traurig manche Schicksale einiger "Lagerinsassen" sein mögen - aber sobald Volksschulkinder (!!!) regelmäßig von diversen "lustigen Asylanten" angepöbelt, verfolgt, belästigt werden und Erwachsene, va Frauen, ebenfalls den seltsamsten Anwandlungen ausgesetzt sind - hört sich für mich der Spaß aber mehr als auf! Gibts darüber mal einen Bericht vom Herrn Roth?

Karli
21.05.2007 15:06
Ich

habe dort 2 Jahre gearbeitet, Dinge, die Sie hier erzählen, sind mir in dieser Zeit nicht bekannt;
Haben Sie etwas persönlich erlebt, oder "schwafeln" Sie nur, wie viele andere, nur etwas nach?

Baerald
21.05.2007 15:14
Wo gearbeitet? "Drinnen im Lager"?

Vielleicht auch noch mit dem eigenen PKW hingefahren?
Wenn beides JA: dann hocken Sie sich mal in einen Park. Fahren Sie doch mal mit der "Badner-Bahn".
Und: JA, meine Schwiegereltern wohnen in der Nähe, ebenso eine gute Bekannte; und meine Schwägerin auch nicht weit weg.
So what???

Rosa Stahl
21.05.2007 10:48

Lieber Herr Roth, drei Vorschläge:
1. Ziehen Sie mal ein Jahr nach Traiskirchen um dort zu leben.

2. Interviewen sie der Ehrlichkeit halber auch die Bewohner Traiskirchens und halten deren Erlebnisse fest.

3. nehmen Sie selbst Flüchtlinge auf.

piwizz
21.05.2007 15:00
liebe frau stahl,

drei vorschläge:

1) ziehen sie ein jahr nach grosny.

2) interviewen sie ihre weltanschauung und fragen sie, wo sie herkommt.

3) nehmen sie einen fremdenpolizisten bei sich zu hause auf.

Ferdinand Berger
21.05.2007 14:34
sehr richtig!

finde alle heiligen samariter auch immer sehr nett, die schön weit weg leben und die realität nicht mitbekommen! spätestens nach 3 wochen würde wohl jeder seine meinung ändern - allerspätestens wenn die eigene frau täglich "angebraten" und bedrängt wird und man bei einbruch der dunkelheit selbst 100 meter mit dem auto zurücklegt um nicht eins übergebraten zu bekommen...

Baerald
21.05.2007 17:31
Kann Ihnen leider nur voll und ganz zustimmen!

Und jetzt drängt sich die brennende Frage auf: Wo leben "Karli" und "Quasis Herr Karl", dass sie das alles nicht mitbekommen?
Oder wollen sie´s etwa gar nicht sehen - weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
Und damit ich von "Quasis Herr Karl" nicht wieder verbal eins übergebraten krieg: NEIN, es sind klarerweise NICHT alle Asylanten so. Und ich möchte auch nicht mit deren Schicksal tauschen. Aber es gibt zu viele sogen. "Böser" und darüber muß gesprochen werden, dieses Mißstände müssen verbessert werden!

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
21.05.2007 18:10
@Baerald

Ich habe doch geschrieben!!! dass es sicherlich Probleme IM und UM das Lager gibt. Nein? Ich habe in den 90erjahren während der Balkankriege selbst ehrenhalber dort gearbeitet, ich wohne schon in der Realität, keine Angst. Sie kritisieren Roths Reportage als "substanzlos", dies so zu sehen ist Ihr gutes Recht, und mein gutes Recht ist es, dies nicht so zu sehen. Roth hebt weder die Asylanten in den Himmel der Unschuld ,noch taucht er die Österreicher in die braune Suppe. *Selbstverständlich* gibt es "Böse",also Gfraster, und selbstverständlich müssen Mißstände umgehend beseitigt werden. DAS jedoch stand und steht in dieser Reportage s o gar nicht zur Diskussion. Ich selber sehe Roths Reportage eher als ein Bemühem gegenseitiges Verständnis aufzubauen, als Anregung nachzudenken, denn auch wenn es viele wollen, Österreich kann und wird keinen Stacheldraht und Mauern an seinen Grenzen errichten,die internationale Migration macht nicht an unseren Grenzen halt. Also w e s h a l b sich nicht mit dieser Thematik auseinandersetzen?

Baerald
22.05.2007 08:58
Gut, Sie haben Recht!

Teilweise zumindest.
Ich finde es nämlich äußerst einseitig, dass vom Herrn Roth hier nur reportiert wird, wie arm und hilflos, etc. etc. etc. diese Flüchtlinge / Aslywerber denn sind - die andere Seite, die Sie selbst ja auch kennen, hier nicht einmal ansatzweise erwähnt wird.
SO wird es wohl nie zu gegenseitigem Verständnis kommen; leider.

Karli
21.05.2007 15:08
Ich

lebe und arbeite dort;
Das was Sie hier erzählen, passiert entweder ganz woanders, oder Sie haben Verfolgungswahn.....

Georg Bürstmayr
21.05.2007 09:35
kleine sachliche Korrektur

Der hier mehrfach erwähnte Beamte der Bezirkshauptmannschaft Baden erlässt zwar vielleicht fragwürdige Bescheide, was er aber sicher nicht tut, ist Asylanträge abzulehnen. Für die Entscheidung über Asylanträge ist die BH Baden nämlich gar nicht zuständig, die "erledigt" das Bundesasylamt, direkt in Traiskirchen (freilich mit ebenso kritikwürdigen Bescheiden).

Die BH Baden hat vielmehr für alle Fremden im Bezirk, also auch für die Insassen des "Lagers" Traiskirchen, die fremdenpolizeilichen Agenden über, also vor allem darüber zu entscheiden, ob Fremde (darunter eben auch die "Insassen" des "Lagers" Traiskirchen) in Schubhaft genommen werden.

Arbeiter
21.05.2007 09:32
Roth selbst zitiert eine Proportion von "über 90 Prozent Wirtschaftsflüchtlinge, nur 5% echte Asylanten

im Sinn der Genfer Konvention. 46% von 910 Mio Afrikanern leben von weniger als einem Dollar pro Tag. "Das afrikanische Elend ist nur eines von vielen."
Was sollen wir also tun, Herr Roth? Brücken nach Afrika bauen, wie ev. Bischof Sturm vorschlug? Afrika reformieren? Was tun, bis diese Reform greift? Bitte um Vorschläge! Gar nichts hilft es, seitenlang die elenden Umstände zu beschreiben und um Verständnis zu werben, dass hunderte von Millionen nach Europa wollen. Ja eh, aber was sollen wir konkret tun?

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