Internet-SMS-Pionier aus Österreich macht Gründer schwer reich

31. Juli 2007, 09:56
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Einstige sms.at-Mutter ucp nach Fusion mit US-Konkurrenz für 275 Mio. Dollar versilbert - Größter je da gewesener Verkauf aus österreichischem Start Up

Die Gründer des Pioniers für SMS-Versand via Internet aus Österreich sind mit ihrer Idee doch noch reich geworden. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist die einstige Muttergesellschaft von sms.at und uboot.com, die Firma ucp, zwei Jahre nach einer Fusion mit dem amerikanischen Konkurrenten Qpass, zu Jahreswechsel für 275 Mio. Dollar (203 Mio. Euro) an den israelischen Softwarekonzern Amdocs verkauft worden.

Wenig

"Nach dem Platzen der Internet-Blase 2001 haben wir nur noch wenig gehabt. Letztendlich war der jetzige Verkauf der größte Exit aus einem österreichischen Start-Up, den es jemals gegeben hat", sagte Unternehmensgründer Christian Lutz ( 40) in einem Gespräch mit der APA. Wie viel Lutz mit seiner jetzigen Beteiligungsfirma Azzuro und Toto Wolff (35), der mit seiner Firma march.sixteen (früher: march.fifteen) ebenfalls von Beginn an bei ucp beteiligt war, am Schluss noch an der fusionierten Qpass/ucp gehalten und am Ende tatsächlich verdient haben, wollten die beiden nicht verraten. "Aber wir sind happy", versicherte Lutz.

Startkapital von 1 Mio. Schilling

Gestartet war ucp 1999 mit einem Startkapital von 1 Mio. Schilling (72.673 Euro). Schon nach einem Jahr war das Unternehmen mit 154 Mio. Euro bewertet. Mit 36 Mio. Euro Risikokapital der Deutschen Telekom, die am Ende ebenfalls mitgeschnitten hat, startete ucp im Jahr 2000 international mit uboot.com. Zwei Jahre später hatte die Plattform 7,5 Millionen Benutzer. 2001 kam dann der Bewertungseinbruch: Hatten Investor zuvor die Fantasie in den reinen User-Zahlen gesehen, ging es plötzlich nur noch um realen Umsatz und operative Gewinne. ucp musste den Personalstand von 200 Mitarbeitern in sieben Ländern drastisch auf 70 reduzieren.

2003 verkauft

sms.at und uboot.com wurden 2003 verkauft, übrig blieb die Entwicklungsfirma ucp morgan. Lutz gründete eine Niederlassung in Übersee und ging ein halbes Jahr in die USA. 2004 fusionierte das Unternehmen mit dem US-Handy-Billing-Anbieter QPass. Gemeinsam wurden die beiden Firmen Marktführer bei Softwarelösungen für Mobilfunktransaktionen. Dieser Schritt sei noch schwer gefallen, sagte Lutz, der im neuen Unternehmen als General Manager für Europa zuständig war. Danach sei jedoch "klar gewesen, dass das Unternehmen nur noch auf den Exit hin optimiert wird".

Hilfe

sms.at gehört heute zum britischen Konzern iTouch, der wiederum vor kurzem vom japanischen For-side.com-Fund übernommen wurde, und gehört nach der Österreichischen Webanalyse mit 800.000 Nutzern immer noch zu den zehn größten heimischen Internetplattformen. uboot.com hat laut Lutz noch etwa 2 Millionen Benutzer. Sein Unternehmen ist an uboot jetzt wieder beteiligt. Nach zehn Jahren intensiver operativer Arbeit versuche er jetzt anderen Firmen zu helfen, erklärte Lutz.(APA)

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