Tanja, Rasul und Shagojag dürfen bleiben

11. Juli 2007, 12:43
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Behörden korrigierten nach Jahren Formalfehler in Fremdenrechtsakten

Kirchberg/Leoben - Tanja Jovanovic darf bleiben, wo sie aufgewachsen ist: "Wir feiern gerade." Die Hartnäckigkeit der 23-jährigen Kirchbergerin mit bosnischem Pass, die seit 20 Jahren in Tirol lebt und vergaß, ihr Visum zu verlängern, war erfolgreich: Sie erhält einen Daueraufenthaltstitel EG.

Ermöglicht wird die Wende durch die BH Schwaz, die ein gravierendes Versäumnis der BK Kitzbühel reparierte. "Für Frau Jovanovic wurde in Kitzbühel bereits 2002 ein unbefristeter Aufenthalt beantragt", sagt Linda Wieser in Schwaz. "Aber darüber wurde nie entschieden." Der vor sechs Wochen angeforderte Akt sei "verschollen". Die Antragstellung sei aber im PC notiert. Dieses offene Verfahren hat die Beamtin nun positiv entschieden: "Da von den Eltern fristgerecht angesucht wurde, ist sie durchgehend rechtmäßig in Österreich." Der Vater, der wie die Mutter in Deutschland lebt, habe sich erst jetzt daran erinnert.

Anwalt Paul Delazer meint: "Möglich war das vor allem, weil Frau Jovanovic die Aufforderung, Österreich zu verlassen, nicht befolgt, sondern gekämpft hat." Und die Beamtin sei wohl selbst unzufrieden gewesen. Allerdings, so Delazer, habe allein er drei ähnliche Fälle am Tisch, "die die Bösartigkeit des neuen Niederlassungsgesetzes zeigen". Wer eine Frist versäumt, verliert alle bereits erworbenen rechtlichen Ansprüche.

Bleiben können auch Rasul Sharifi und Tochter Shagojag (derStandard.at berichtete ). Nach sechs Jahren Odyssee durch Instanzen und Engagement der Bevölkerung haben die in Leoben lebenden iranischen Flüchtlinge Asyl erhalten. 2000 kamen sie über Italien illegal nach Österreich. Das Höchstgericht entschied zweimal zu ihren Gunsten. (Benedikt Sauer; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.5.2007)

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