Vorzeigeprojekte aus Beton

26. September 2007, 10:57
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Die Österreichische Zementindustrie vergab zum 10. Mal ihren Architekturpreis, aus 60 Einreichungen wurden drei Sieger gewählt

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) hat am Dienstag zum bereits 10. Mal ihren Architekturpreis verliehen. 60 Projekte wurden eingereicht, die Jury kürte drei gleichwertige Preisträger, die insgesamt 15.000 Euro an Preisgeld bekamen. Der Preis wird traditionell für hervorragende Bauwerke verliehen, "bei deren Gestaltung und Konstruktion dem Baustoff Beton eine wesentliche Rolle zukommt".

Vier Einreichungen aus Nachbarländern

VÖZ-Geschäftsführer Felix Friembichler zeigte sich bei der Preisverleihung beeindruckt von der thematischen Bandbreite der Einreichungen. Mit je elf Projekten stammten die meisten Arbeiten aus Oberösterreich und Wien, gefolgt von Niederösterreich und Tirol mit je acht Wettbewerbsbeiträgen. Besonders erfreut zeigten sich die Veranstalter darüber, dass auch vier Einreichungen aus österreichischen Nachbarländern stammten (zwei aus Italien, je eine aus Deutschland und der Schweiz).

Drei Siegerprojekte

Die drei Siegerprojekte stehen in Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol. Es sind dies die neue Sonderschule in Schwechat von den Architekten Fasch & Fuchs, die Friedhofserweiterung der Gemeinde Arbing im Bezirk Perg von ArchArt Architekten ZT GmbH sowie die neue Seilbahn von Mayerhofen im Zillertal von M9 Architekten: Senfter + Lanzinger.

Die neue Schwechater Sonderschule präsentiere sich "als Musterbeispiel innovativer Beton-Architektur unter Nutzung moderner Konzepte der Raumgestaltung und neuer technologischer Möglichkeiten im Betonbau", so die Jury. Herausragendes Ziel der Konstruktion war es, mit einem Minimum an Aussteifungen und Schächten auszukommen und so eine Maximierung an Transparenz und Durchlässigkeit herzustellen. Für die Jury "ein optimaler Einsatz der konstruktiven Möglichkeiten des Betons für die statische Struktur, zudem mit effizienter Nutzung der Betonmasse als Klimaspeicher."

Mit der Arbinger Friedhofserweiterung bewiesen die Architekten, "dass man mit kleinen aber doch deutlich skulpturalen Maßnahmen Lösungen mit hoher Angemessenheit erreicht, die dem Ort und der Aufgabe entsprechen", so die Jury. Die gefundene Lösung besitze monumentalen Charakter, ohne schwer oder drückend zu wirken, und stelle eine hervorragende räumliche und ideelle Verbindung zu den örtlichen Gegebenheiten und seinem Zweck her. Hervorzuheben sei außerdem, "dass diese Lösung mit Unterstützung der oberösterreichischen Dorferneuerung und unter Einbeziehung der Bevölkerung möglich wurde und damit eine entsprechende Akzeptanz gegeben ist."

Die Ahornbahn in Mayerhofen unterscheide sich schließlich "von vielen zeitgenössischen Liftanlagen durch seinen präzisen Umgang mit Ort und Landschaft", begründete die Jury ihre Entscheidung. Der besondere Einsatz des Baustoffs Beton und seine qualitativ hochwertigen Verarbeitung führe zu einem "konstruktiven Dialog mit der Umgebung. Die Gebäude setzen ein Zeichen in der Natur, werden so zum Monolithen und nicht zur technoiden Hülle."

Auch wenn sich unter den Preisträgern kein Einfamilienhaus befindet, sei eine Tendenz des heurigen Wettbewerbs jedoch, dass diese Kategorie "wieder verstärkt zu einer Bauaufgabe für Architekten zu werden scheint". Privathäuser stellten knapp ein Drittel aller Beiträge.

"Der eigentliche österreichische Architekturpreis"

"Der Architekturpreis zeigt anhand der großen Bandbreite an Themen und der Unterschiede in der Maßstäblichkeit der eingereichten Arbeiten exemplarisch die Möglichkeiten des Materials", sagte die Juryvorsitzende, Architektin Regine Leibinger (Barkow Leibinger Berlin). "Es überrascht immer wieder, zu welch großartigen neuen konzeptuellen und formalen Forschungen der Baustoff Beton die Architekten inspiriert", so Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrums Wien (AzW) und ebenfalls Jurymitglied. "Angesichts der enormen Qualität der Einreichungen zum diesjährigen Architekturpreis der österreichischen Beton- und Zementindustrie könnte man behaupten, dass dies der eigentliche österreichische Architekturpreis ist."

In der Jury waren neben Felix Friembichler, Regine Leibinger und Dietmar Steiner außerdem noch der Architekt Heinz Tesar, Wolfgang Vasko, Geschäftsführer der Vasko+Partner Ingenieure ZT, und Bernd Wolschner, Präsident des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke, vertreten. (red)

Linktipp
Auf der Website der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie können sämtliche eingereichte Projekte eingesehen werden.
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