Patentstreit: Linus Torvalds will Microsoft vor Gericht sehen

9. Oktober 2007, 18:18
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Linux-Gründer übt heftige Kritik: "Wenn dann verletzt Microsoft Patente" - Beweise für Behauptungen sollen vorgelegt werden

Der Linux-Gründer Linus Torvalds hat nun auf die vom US-amerikanischen Softwareriesen Microsoft geäußerten Patentverletzungen von Linux und freier Software (der WebStandard berichtete) geantwortet. Torvalds will, dass Microsoft die Beschuldigungen beweist und die angeblichen Codeverletzungen vorlegt, damit ein Gericht entscheiden kann, ob es tatsächlich Patentverletzungen gibt.

235 Microsoft-Patente

Linus Torvalds, Vater des freien Betriebssystems, fordert nun eindringlich, dass der Softwarekonzern seine Anschuldigungen, wonach Linux und freie Software rund 235 Patente von Microsoft verletze, endlich beweisen soll. Bislang wurden lediglich leere Behauptungen aufgestellt. Der Redmonder Softwareriese mache dies schon seit geraumer Zeit und würde nie auch nur eine einzige Zeile Code als Beweis vorlegen, damit man von Seiten der Open-Source-EntwicklerInnen reagieren könne.

"Wenn dann verletzt Microsoft Patente"

"Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass Microsoft Patente verletzt und nicht Linux", so Linus Torvalds. Wenn der Source-Code von Windows auch nur annähernd so gut dokumentiert und einsehbar sein würde, wie jener des freien Betriebssystems, würde sich Microsoft mit dutzenden Patentverletzungen anderer Firmen schuldig machen, so Torvalds weiter.

Die Arbeit haben andere geleistet

"Die Basisleistungen in Bezug auf Betriebssysteme wurden größtenteils schon in den 1960er Jahren geleistet. IBM etwa besitzt tausende wirklich fundamentale Patente", so Torvalds auf den Microsoft-Angriff. Allerdings hält Torvalds gegenüber US-Medien fest, dass er nun keine Säbelrasseln in Bezug auf Patente lostreten will: "Die fundamentalen Dinge wurden vor einem halben Jahrhundert geschaffen und viele sind nun nicht mehr durch Patentansprüche geschützt."

Beweise belegen

Aus Sicht des Linux-Gründers ist es nun ander Zeit, dass Microsoft seine Anschuldigungen vorlege und diese von einem Gericht überprüft werden könnten. Nur wenn man diese Behauptungen auch verifizieren lasse, könne man von Seiten der Open-Source-EntwicklerInnen reagieren und den Code entsprechend adaptieren. "Die Probleme benennen würde ein für alle Mal zeigen, dass Linux entweder keinerlei Patente verletzt oder aber, dass man auf die Patentverletzungen reagieren kann und den Code um jede verrückte Sache, die sie fordern, ändert".

Wir sagen nichts

"Die ganze Vorgehensweise, des "Wir haben eine Liste, aber wir sagen dazu nichts" ist mehr als sinnlos und fragwürdig. Ich denke nicht, dass Microsoft wenn es einen eindeutigen und sicheren Beweis für Patentverletzungen hätte, nur herumstehen und reden würde."(red)

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