Streit um Augarten - die nächste Runde

24. Juli 2007, 19:35
53 Postings

Pühringer-Privatstiftung wehrt sich

Ein Ort, zwei Projekte: Im Streit um die Nutzung des Augartens schaltet sich nun auch Fondsmanager Peter Pühringer direkt ein. Seine Privatstiftung ist der Finanzier des fix und fertig geplanten Musikzentrums für die Wiener Sängerknaben – und somit Gegner der Konkurrenzidee eines Filmkulturzentrums.

In einem Schreiben an den Standard ruft Pühringer nun „Zurück zur Sachlichkeit“. Er nimmt dabei Bezug auf einen Gastkommentar im Standard von Filmfonds-Geschäftsführer Peter Zawrel. Besonders verärgert hat ihn offenbar der Schlusssatz. Zawrel schreibt: „,Die Pühringer Privatstiftung hat sich (zu 50 Prozent) dem Gemeinwohl verpflichtet‘, steht in ihrer Presseaussendung und das ist gut so. Das kann aber nicht heißen, dass sie dieses Gemeinwohl praktischerweise auch gleich selbst definiert.“

Es sei eine „unsachliche und falsche Unterstellung“, dass die Pühringer Privatstiftung „unberechtigter Weise Gemeinwohldefinitionen vornimmt“, meint Pühringer – und wundert sich: Warum werde ein Stiftungsengagement für Kultur und Wissenschaft „so massiv diskretiert?“. Als „gemäß Statuten förderungswürdig“ nennt er die „Verringerung der Reisebelastungen für die Kinder“, sowie die „dringends erforderliche Nachwuchsförderung und Ergänzung des Programms durch die Kinderoper“.

"Projekt entspricht nicht behördlichen Vorgaben"

Auch was Viennale-Direktor Hans Hurch als zwei „Bewerber auf Augenhöhe“ wertet, sieht Pühringer anders: „Während ein Projekt mit den zuständigen Magistraten sowie Bundesdenkmalamt in langen Arbeitsprozessen besprochen und erarbeitet wurde, ist das andere Projekt zwar anscheinend mit den Anrainern vorab diskutiert worden, entspricht aber in keiner Weise den behördlichen Vorgaben“, meint der Sängerknaben-Sponsor.

Dass das Kino-Projekt mit Ingrid Reder, Tochter des Gründers des Lichttechnikunternehmens Zumtobel AG, und dem Kunstprofessor Christian Reder auch einen Sponsor gefunden hat, sieht Pühringer skeptisch. Sollte es sich dabei um einen „Finanzier“, also einen Kreditgeber handeln, und nicht um einen „Mäzen“, „wäre zu klären, wer hier die Zinsen zahlt“. (red/DER STANDARD-Printausgabe, 16.05.2007)

Share if you care.