Bing: sms.at startet den Handy-Chat

1. Juni 2007, 10:51
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Kostenloser Client für alle aktuellen Handys mit Java soll Instant Messaging und SMS verbinden - Wesentlich günstiger als herkömmliches SMS

Mit einem neuen Angebot will sms.at die Textkommunikation am Mobiltelefon in die nächste Generation führen. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte das Unternehmen erstmals "Bing", einen Java-Client, der Instant Messaging Provider-unabhängig auf die Mobiltelefone vor allem der jugendlichen BenutzerInnen bringen soll.

Trends

In den USA sei Instant Messaging über das Handy schon jetzt ein großes Thema, vor allem, da sich dort SMS nie so richtig durchgesetzt habe. Nun wolle man diesen Trend auch nach Europa bringen, so Jürgen Pansy, Geschäftsführer von sms.at. Als Voraussetzung für Bing benötigt es lediglich ein Java (MIDP 2.0)-fähiges Handy, diese Anforderung sollten die meisten aktuellen Geräte erfüllen. Auch für Blackberry hat man einen Client, Ausnahme bleiben lediglich Geräte, die auf Windows Mobile basieren, da diese kein Java anbieten.

Ausreichend

Die Einrichtung der Software soll dabei so einfach wie möglich gehalten werden, drei Schritte würden zur Einrichtung ausreichen: Der Download per WAP oder auch wahlweise über das Web, die Erstellung eines Profils und das Hinzufügen von Kontakten. Das Profil ist dabei an die Telefonnummer gebunden, bei einem Providerwechsel muss also eigentlich auch ein neuer Account erstellt werden. sms.at will aber über seinen Support hier Migrationsmöglichkeiten anbieten, wie Sonja Langer, Leiterin des Instant Messenger-Bereichs bei sms.at, auf Nachfrage des WebStandard verspricht.

Kein SPAM

Gerade bei letzterem sieht man auch einen der entscheidenden Vorteile von Mobile Instant Messaging (MIM) gegenüber SMS. Die Versendung von Nachrichten ist nur an die Personen erlaubt, die das explizit erlauben. SPAM sei dadurch bei Bing kein Problem mehr.

Kommunikation

Als größten Pluspunkt von MIM streicht man aber natürlich die Möglichkeit "live" mit einander zu kommunizieren hervor. Wie vom heimischen Rechner gewohnt, werden Nachrichten umgehend zugestellt, Kommunikationen verlaufen so wesentlich "lebendiger" als bei SMS. Auch sind Gruppenchats zwischen mehreren Personen möglich.

Technik

Um all dies zu ermöglichen baut Bing zu Beginn einer Konversation eine GRPS oder UMTS-Verbindung auf, die für den restlichen Verlauf des Gesprächs offen bleibt, so Langer. Um dabei die Kosten möglichst gering zu halten hat man sich vor allem zwei Dinge überlegt: So sei es zentral das Datenvolumen möglichst gering zu halten, vier Nachrichten kämen bei Bing gerade mal auf 1 KByte. Andererseits versuche man die Verbindung bei Inaktivität aufrecht zu erhalten, um die stetige Veranschlagung des Basisvolumen, das manche Provider berechnen, zu umgehen.

Provider

Konkret betrifft dies vor allem A1 und T-Mobile, da bei diesen bei der Herstellung einer GPRS-Verbindung minimal 32 bzw. 50 kByte veranschlagt werden. Bei tele.ring sei die Benutzung von Bing hingegen "beinahe gratis", wie Pansy herausstreicht. Für 0,2 Cent pro kByte könne man um den Preis einer SMS ein Vielfaches an Nachrichten übermitteln.

Status

Zu den Features von Bing gehört eine Statusansicht, die zeigt welche der eigenen FreundInnen gerade verfügbar sind, sowie die Möglichkeit einen Emotionszustand an die anderen zu kommunizieren. Die vom klassischen Instant Messaging gewohnten Emoticons sind hier natürlich auch zu finden. Um Nachrichten zu versenden, müssen die anderen GesprächspartnerInnen aber nicht notwendigerweise gerade "online" sein, die Messages werden in so einem Fall zwischengespeichert, auf diese Weise bietet sich das Ganze auch als SMS-Ersatz an.

Jabber

Als Protokoll kommt dabei das offene Jabber zum Einsatz. Die Kommunikation mit diversen Instant Messenger-Clients aus dem Computerumfeld ist ebenso möglich - zu den unterstützten Protokollen zählen ICQ, AOL und MSN - dies ist aber nicht Schwerpunkt der Entwicklung, wie Pansy herausstreicht. Zentral sei die Kommunikation zwischen zwei Handys.

Download

Bing kann ab sofort kostenlos heruntergeladen werden, zusätzlich zu den GPRS/UMTS-Kosten fallen keine weiteren Gebühren mehr an. Für die BetreiberInnen geht es nun einmal primär um die Schaffung eines KundInnenstammes, 200.000 Downloads und 20 Millionen verschickte Messages visiert man bis Dezember an. Sind einmal genügend KundInnen vorhanden, um für die Werbeindustrie interessant zu sein, soll sich das Angebot dann über Werbung finanzieren.

Ausblick

Dem jetzigen Start in Österreich soll schon bald der Rollout in anderen Ländern folgen. Der Client funktioniert aber schon jetzt weltweit, da er ja nicht Provider-abhängig ist. Für die Zukunft hat das Unternehmen noch einige Pläne für Bing: So denkt man an die Möglichkeit Multimedia-Inhalte zu übermitteln, ein Feature, dass man derzeit noch nicht integriert hat, da die Kosten für die BenutzerInnen schlicht zu hoch werden würden. Die jetzige Version sei erst die Basis dessen, was noch kommen werde, verspricht Pansy. (apo)

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    foto: sms.at
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