US-Heimatschutzminister beharrt auf Zugriff auf EU-Passagierdaten

Redaktion, 23. Mai 2007, 10:11

EU-Kommissar Frattini rechnet mit Einigung auf dauerhaftes Abkommen vor Ende Juli

US-Heimatschutzminister Michael Chertoff hat die Forderung Washingtons nach einem direkten Zugriff der Behörden seines Landes auf die Flugpassagierdaten europäischer Airlines bekräftigt. Es gehe darum, "schreckliche Verbrechen" zu verhindern, sagte Chertoff am Montag in Brüssel vor dem Ausschuss für Bürgerrechte des Europaparlaments. EU-Justizkommissar Franco Frattini äußerte sich zuversichtlich über die Chancen, bis Ende Juli Einigkeit über ein dauerhaftes entsprechendes Abkommen zu erzielen. Dann läuft die gegenwärtige Übergangsregelung zur Übermittlung der Fluggastdaten an die US-Behörden aus.

Daten

Ziel der Datenüberprüfung sei es, Angriffe zu verhindern, die "Tausende oder gar Millionen Menschen" das Leben kosten könnten, sagte Chertoff während der Anhörung, an der im Namen des deutschen EU-Ratsvorsitzes auch der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) teilnahm. Dazu sei eine Regelung notwendig, die in der Praxis funktioniere. Chertoff nannte mehrere Beispiele mutmaßlicher Terroristen, denen die US-Behörden dank der Datenerfassung auf die Spur gekommen seien. Auf Fragen von Abgeordneten, ob die Daten auch zu Zwecken weitergegeben werden können, die nichts mit der Terrorbekämpfung zu tun haben - etwa an Versicherungen - gab Chertoff keine klaren Antworten.

Fragen

Er ließ auch offen, ob die USA in Zukunft mehr personenbezogene Daten fordern wollen als bisher. Derzeit müssen Passagiere, die in die USA reisen, einen Katalog von 34 Fragen ausfüllen. Die Angaben reichen von der Kreditkarten- und Telefonnummer über die E-Mail-Adresse bis zu erworbenen Bonus-Meilen und dem im Flugzeug bestellten Menü. Vor Journalisten bestätigte Chertoff nach der Anhörung Pläne, die Fragebögen bereits zwei Tage vor Abflug im Internet ausfüllen zu lassen. Dies würde den Behörden mehr Zeit zum Überprüfen geben und verhindern, dass jemand nach der Ankunft in den USA zurückkehren müsse, weil es Bedenken gegen seine Einreise gebe.

Einigung

Frattini betonte, es müsse eine Einigung gefunden werden, die den Sicherheitsanforderungen und auch dem Datenschutz gerecht werde. Er sei zuversichtlich, dass dies rechtzeitig vor Ende Juli geschehe. (APA)

Le Comte
01
16.5.2007, 20:07
Was mir immer dazu einfällt:

die Nazis nannten eines ihrer Flugzeuge "Heimatschützer".
Ob da wohl inhaltlich der in der Diktion anklingende Zusammenhang besteht?

Simplicius Simplicissimus
06
15.5.2007, 13:30
Was Herr Heimatschutzminister ...

... in den USA befürchtet, haben dessen Militärs mit hunderttausenden Toten im Irak und Afganisthan bereits verwirklicht, im Irak per ungerechtfertigtem Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Richtige Konsequenz: Abbruch aller Beziehungen und totales Embargo gegen die USA.

h 90
01
18.5.2007, 11:09

leider uebt sich aber der ganze EU Osten im a*schkriechen.....

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