BA-CA erwartet Abschwächung

6. Juni 2007, 09:38
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Nach dem starken ersten Quartal 2007 erwarten die Ökonomen der BA-CA eine erkenn­bare Abschwächung der konjunkturellen Dynamik

Wien - Nach dem starken ersten Quartal 2007 erwarten die Ökonomen der BA-CA eine erkennbare Abschwächung der konjunkturellen Dynamik im weiteren Jahresverlauf. Zwar werde die Konsumnachfrage aufgrund des hohen Beschäftigungsniveaus weiter lebhaft bleiben; die Industrie habe jedoch ihren Zenit überschritten und die abflachende Auslandsnachfrage lasse sie erkennbar an Dynamik verlieren, teilten die Konjunktur-Experten am Montag mit. Dennoch könne Österreich heuer wieder mit einem Wirtschaftswachstum über 3 Prozent rechnen.

Die Bauwirtschaft wird das besonders hohe Tempo des ersten Quartals den Erwartungen zufolge ebenfalls nicht halten können. Dementsprechend werde sich die gesamtwirtschaftliche Dynamik im zweiten Quartal abschwächen und die Jahreswachstumsraten würden von über 3,5 Prozent in Richtung 2,5 Prozent im vierten Quartal zurückgehen.

"Trotz der von uns erwarteten Abschwächung im weiteren Jahresverlauf führt das gute erste Quartal dazu, dass Österreichs Wirtschaft 2007 erneut über 3 Prozent Wirtschaftswachstum haben wird", sagte die Chefvolkswirtin der BA-CA, Marianne Kager. Im April ist der Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) auf 4,7 - den höchsten Wert seit 1990 - gestiegen. "Das Vertrauen im Ausland und die nochmals verbesserte Konsumentenstimmung sind für diesen historischen Wert verantwortlich", so Kager.

Für 2008 erwarten die Ökonomen der BA-CA eine Fortsetzung des Wachstumstempos des zweiten Halbjahres 2007, dies wird jedoch dann zu einem Wachstum von deutlich unter 3 Prozent im Jahresdurchschnitt führen. "Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum von 3,1 Prozent heuer auf 2,3 Prozent 2008 abschwächen wird", sagt Stefan Bruckbauer von der BA-CA zu den Aussichten für nächstes Jahr.

Leicht über dem vierten Quartal

Im ersten Quartal 2007 soll das Wirtschaftswachstum in Österreich - entsprechend der positiven Entwicklung der vorlaufenden Konjunkturindikatoren - sogar leicht über dem vierten Quartal 2006 und damit erneut über 3 Prozent liegen, erwartet die BA-CA. "Im Jahresabstand könnte das Wachstum im ersten Quartal das höchste in diesem Konjunkturzyklus gewesen sein", meint auch Stefan Bruckbauer. Zwar hat die Industrieproduktion gegenüber den vergangenen drei Quartalen erkennbar an Schwung verloren, gleichzeitig haben aber der Handel, Dienstleistungen und nicht zuletzt der durch die Witterung zusätzlich begünstigte Bau für ein starkes Wachstum gesorgt.

Dementsprechend war die Investitionstätigkeit erneut stark und der private Konsum hat sich erkennbar beschleunigt. Dagegen haben die Exporte an Dynamik verloren und die Importe aufgrund der guten Inlandskonjunktur zugelegt. Trotzdem gehen die Ökonomen der BA-CA davon aus, dass der Außenbeitrag im ersten Quartal positiv ist, wenn auch deutlich geringer als im Vorquartal.

Nachdem die Stimmung der Konsumenten in Österreich bereits im Verlauf des zweiten Halbjahres 2006 deutlich anstieg, setzte sich die Verbesserung auch im heurigen Jahr fort. Im April kam es dann nochmals zu einer Erhöhung und die Konsumentenstimmung erreichte den höchsten Wert seit Umfragebeginn. "Der erneute starke Anstieg der Konsumentenstimmung im April lässt erwarten, dass sich das gute Ergebnis des Einzelhandels im ersten Quartal auch im weiteren Jahresverlauf fortsetzt", so Stefan Bruckbauer von der BA-CA.

Der Anstieg der Konsumentenstimmung in Österreich war auch stark genug, gemeinsam mit der nochmals leicht gestiegenen Stimmung im Ausland dem erkennbar zurückgegangenen Optimismus der Industrie entgegenzuwirken und den gesamten BA-CA Konjunkturindikator nochmals steigen zu lassen. (APA)

  • Der milde Winter und hohe öffentliche Investitionen machen es möglich: Es wird wie wild gebaut in Österreich. So wird es aber nicht ewig weitergehen, mahnen Ökonomen.
    foto: standard/robert newald

    Der milde Winter und hohe öffentliche Investitionen machen es möglich: Es wird wie wild gebaut in Österreich. So wird es aber nicht ewig weitergehen, mahnen Ökonomen.

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