Kulturbudget: "Schande für Österreich"

1. Juli 2007, 19:47
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Kultur habe angesichts des "kulturfeindlichen Bundesbudgets 2007/2008" einen "geringeren Stellenwert als alles andere"

Wien – Die Kulturgewerkschaft (Kunst, Medien, Sport und freie Berufe), seit einem Monat unter dem Vorsitz von Heinz Fiedler, dem 64-jährigen ORF-Betriebsratsvorsitzenden, protestierte am Montag mit Verspätung gegen das "kulturfeindliche Bundesbudget 2007/2008": In einer Aussendung wurde das beschlossene, mehr oder weniger stagnierende Doppelbudget als "Schande für Österreich als Kulturnation" bezeichnet. Künstler würden zu "Hungerkünstlern gemacht", die Kultur habe einen "geringeren Stellenwert als alles andere".

Es sei "unerträglich", dass das Kulturbudget "trotz eines Anstiegs der Gesamtausgaben des Staatshaushaltes 2007 praktisch unverändert bleibt, insbesondere bei den Bundestheatern, und 2008 Erhöhungen vorsieht, die nur als lächerlich bezeichnet werden können." Es "gehe nicht an", sich bei der Kultur-Förderung "weit gehend auf die Freigiebigkeit von Mäzenen und Sponsoren zu verlassen". Vielmehr sei es für eine Kulturnation, so die Gewerkschaft, "unabdingbar, dass auch der Staat seiner Verpflichtung gegenüber Kunst und Kultur nachkommt und seinen Teil zu deren Betrieb beiträgt." Österreichs Ruf in der Welt sei "nicht etwa durch Infrastruktur und Sozialausgaben begründet", sondern "durch seine Kultur und die darin Tätigen". Um beider Zukunft müsse man nun bangen. (trenk/ DER STANDARD, Printausgabe, 15.05.2007)

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